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ZNS-Lymphom

Version vom 26. Oktober 2009, 14:43 Uhr von 195.82.66.147 (Diskussion)

Englisch: central nervous system lymphoma

1 Definition

ZNS-Lymphome sind Tumoren des Lymphgewebes (Lymphome) die im zentralen Nervensystem (ZNS) aufreten.

2 Einteilung

Man unterteilt die ZNS-Lymphome in

  • primäre ZNS-Lymphome
  • sekundäre ZNS-Lymphome

Als primäres ZNS-Lymphom bezeichnet man ein Lymphom, das zuerst im ZNS auftritt. Sekundäre ZNS-Lymphome entstehen als Absiedelung von Lymphomen, die zuerst an anderen Körperstellen auftreten. Sie trifft man in der Neurochirurgie seltener an, da die Patienten oft zuvor von Onkologen wegen anderen Lymphomen versorgt werden.

3 Epidemiologie

Männer sind bis zu 50% häufiger betroffen als Frauen. Die Inzidenz der ZNS-Lymphome steigt, da Immunsuppression die Erkrankungsgefahr erhöht. Das Risiko zu erkranken, ist mit der Zahl der Transplantationen und der zunehmenden Verbreitung von AIDS stark angestiegen. Das primäre ZNS-Lymphom ist der am häufigsten vorkommende Tumor bei AIDS-Patienten.

4 Ätiologie

Die wichtigsten Risikofaktoren, ein ZNS-Lymphom zu entwickeln sind:

  • Immunsuppression
  • Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises (Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen entzündlicher Art)
  • EBV-Infektion

5 Symptome

Patienten mit primären ZNS-Lymphom haben oft multifokale, diffus verteilte Raumforderungen. Durch das begleitende Ödem zeigen Patienten eine unklare Symptomatik mit:

Weitere Symptome der Lymphome sind:

Die Hälfte der Patienten entwickeln eine erhöhten Hirndruck und die klassische Symptomatik mit Nausea und Emesis. Wenn der Temporallappen betroffen ist, können Lymphome Krampfanfälle verursachen.

6 Diagnostik

Die Diagnose eines primären ZNS-Lymphoms wird durch eine stereotaktisch geführte Biopsie gesichert. Als bildgebendes Verfahren eignet sich besonders die MRT. Darüberhinaus veranlasst man diagnostisch:

7 Therapie

Wie bei den meisten Lymphomen beruht die Therapie in erster Linie auf:

Die Dosis der Bestrahlung ist im allgemeinen niedriger (40-50 Gy) als die anderer primärer Hirntumoren. Die Chemotherapie mit Methotrexat appliziert man intrathekal (d.h. in den Liquorraum) durch eine Lumbalpunktion. Bei AIDS-Patienten wird keine Chemotherapie angewendet. Bei ihnen führt man nur eine Hirnbestrahlung durch.

8 Prognose

Bei primärem ZNS-Lymphom leben etwa 50% der erkrankten Patienten länger als vier Jahre nach Diagnosestellung. Ein großer Teil der Patienten unter 60 Jahren kann durch Chemotherapie geheilt werden. Etwa 50% der AIDS-Patienten mit primärem ZNS-Lymphom sterben bereits nach fünf Monaten.

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