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Wydler-Zeichen

Version vom 3. Dezember 2019, 16:56 Uhr von Dr. med. Norbert Ostendorf (Diskussion | Beiträge)

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1 Definition

Das Wydler-Zeichen ist ein Begriff aus der Rechtsmedizin und beschreibt einen postmortalen Befund, der beim Ertrinkungstod auftreten kann.

2 Rechtsmedizin

Bei der Obduktion wird der Mageninhalt entnommen und in ein sog. Spitzglas überführt. Nach einiger Zeit lässt sich eine Dreischichtung des Mageninhaltes erkennen, was als Wydler-Zeichen bezeichnet wird:

  • oberste Schicht: weißer Schaum (durch Bauchpresse beim Ertrinken)
  • mittlere Schicht: wässrig-klare Flüssigkeit (Ertrinkungsflüssigkeit)
  • unterste Schicht: feste Nahrungsbestandteile

Das Wydler-Zeichen ist Ausdruck eines vitalen Geschehens infolge von Verschlucken aus den Atemwegen bzw. durch erhöhten intraabdominalen Druck beim Ertrinken. Somit zählt es zu den vitalen Reaktionen. Der isolierte Nachweis von Flüssigkeit im Magen gilt nicht als beweisend für das Ertrinken, da Wasser bei entsprechenden Druckverhältnissen auch postmortal in den Magen gelangen kann.

Diese Seite wurde zuletzt am 3. Dezember 2019 um 16:56 Uhr bearbeitet.

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