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Wassermokassinotter: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Art ist stark an Gewässer gebunden. Es werden allerlei Feuchtgebiete besiedelt. Man kann sie beispielsweise in unzugänglichen Sümpfen oder den Bayous Louisianas, ebenso aber auch an gewässernahen, begrünten Straßen- und Wegrändern antreffen.
 
Die Art ist stark an Gewässer gebunden. Es werden allerlei Feuchtgebiete besiedelt. Man kann sie beispielsweise in unzugänglichen Sümpfen oder den Bayous Louisianas, ebenso aber auch an gewässernahen, begrünten Straßen- und Wegrändern antreffen.
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Es kommt in den südöstlichen USA relativ häufig zu Bissunfällen mit dieser Schlangenart. Es kann zu schweren Verläufen mit mehrtägigem oder auch längerem Krankenhausaufenthalt kommen. Todesfälle treten jedoch nur äußerst selten auf.
  
 
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Bei schwerem Verlauf kann nach Rücksprache mit einer Giftnotrufzentrale ggf. auf das [[Antivenin]] CroFab<sup>®</sup> zurückgegriffen werden.
  

Version vom 8. Juli 2014, 20:08 Uhr

Synonyme: Mokassinschlange, Mokassinotter
Zoologische Bezeichnung: Agkistrodon piscivorus
Englisch: Cottonmouth, Water moccasin, Black moccasin

1 Definition

Bei der Wassermokassinotter handelt es sich um eine Giftschlange aus der Familie der Vipern (Viperidae) und der Unterfamilie der Grubenottern (Crotalinae). Die Art tritt in drei Unterarten in Erscheinung und ist in den südöstlichen USA gelegentlich für Bissunfälle mit Menschen verantwortlich.

2 Merkmale

2.1 Giftapparat

Typisch für alle Vertreter der Viperidae ist der Giftapparat: Vipern haben von allen Giftschlangen den evolutionär am weitest entwickelten Giftapparat. Die Giftdrüsen, die sich seitlich des Schädels befinden und von umgebildeten Speicheldrüsen dargestellt werden, stehen in Verbindung mit den Gift- bzw. Fangzähnen. Diese befinden sich im vorderen Oberkiefer, sind bei geschlossenem Maul eingeklappt und werden beim Zubeißen aufgestellt. Die Giftzähne sind röhrenartig aufgebaut und ermöglichen eine Injektion des Giftsekretes wie durch die Kanüle einer Spritze.

3 Unterarten und Verbreitung

  • Agkistrodon piscivorus piscivorus (Östliche Wassermokassinotter)
    • Vorkommen: entlang der Ostküste der USA von Virginia bis Alabama
  • Agkistrodon piscivorus conanti (Florida-Mokassinotter)
    • Vorkommen: hauptsächlich Florida
  • Agkistrodon piscivorus leucostoma (Westliche Wassermokassinotter, siehe Bilder!)
    • Vorkommen: West-Texas, Teile Oklahomas und Missouris und nach Norden bis Illinois, nach Osten bis Kentucky, Tennessee und Alabama

Die Art ist stark an Gewässer gebunden. Es werden allerlei Feuchtgebiete besiedelt. Man kann sie beispielsweise in unzugänglichen Sümpfen oder den Bayous Louisianas, ebenso aber auch an gewässernahen, begrünten Straßen- und Wegrändern antreffen.

4 Epidemiologie

Es kommt in den südöstlichen USA relativ häufig zu Bissunfällen mit dieser Schlangenart. Es kann zu schweren Verläufen mit mehrtägigem oder auch längerem Krankenhausaufenthalt kommen. Todesfälle treten jedoch nur äußerst selten auf.

5 Toxikologie

Das Toxingemisch enthält folgende Komponenten: Zytotoxine wie Basic phospholipase A2 APP-D49, eine Substanz aus der Gruppe der Phospholipase A2 (Folge: ggf. lokale Nekrose), Hämotoxin (Folge: ggf. Hämolyse), Prokoagulantien (Folge: ggf. Verbrauchskoagulopathie), Disintegrin applaggin (Glykoprotein-2b/3a-Hemmer, inhibitiert die Thrombozytenaggregation), Myotoxine (Folge: ggf. Muskelschädigung, sekundäre Nierenschäden); evtl. Hämorrhagine (Folge: ggf. Blutungen). Es sind außerdem Substanzen mit Einfluss auf die Aktivität von Calciumkanälen vorhanden. Unter Umständen kann es zu einem Schock kommen. Ein letaler Ausgang der Intoxikation ist möglich, aber selten.

6 Therapie des Giftbisses

Bei schwerem Verlauf kann nach Rücksprache mit einer Giftnotrufzentrale ggf. auf das Antivenin CroFab® zurückgegriffen werden.

7 Literatur

  • Trutnau: Schlangen im Terrarium Bd. 2: Giftschlangen. Verlag Ulmer, Stuttgart 1998.

Diese Seite wurde zuletzt am 9. Juli 2014 um 11:10 Uhr bearbeitet.

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