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WHO

Version vom 7. August 2018, 19:44 Uhr von Florian Flegler (Diskussion | Beiträge)

Synonym: Weltgesundheitsorganisation

1 Definition

Die Weltgesundheitsorganisation, kurz WHO (World Health Organisation), ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz des Generalsekretariates in Genf. Sie wurde am 07.04.1948 gegründet und soll die weltweiten Anstrengungen auf dem Gebiet des Gesundheitswesens lenken und koordinieren. Derzeit (2018) gibt es 194 Mitgliedsstaaten. Aktueller Generaldirektor ist Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus.

2 Struktur

Die WHO setzt sich aus verschiedenen Gremien zusammen:

  • Die Weltgesundheitsversammlung (WHA, World Health Assembly) ist das gesetzgebende Organ der WHO. Sie findet einmal jährlich in Genf statt.
  • Der Exekutivrat (EB, executive board) führt die WHO im Namen der WHA. Seine Aufgabe ist es, die auf der WHA getroffenen Entscheidungen umzusetzen. Er setzt sich aus 34 gewählten Mitgliedern zusammen und unterteilt sich in weitere Ausschüsse.

Des Weiteren gibt es 6 Regionalbüros mit Sitz in Europa (Kopenhagen), Asien (New Delhi), Naher Osten (Alexandria), Amerika (Washington), Südostasien (Manila) und Afrika (Brazzaville). Diese sind für die Umsetzung der Aufgaben auf regionaler Ebene zuständig.

3 Aufgaben und Ziele

Erklärtes Ziel der WHO ist es, allen Menschen den bestmöglichen Gesundheitszustand zu ermöglichen. Der Begriff Gesundheit wird dabei von der WHO sehr weit gefasst, nämlich als Zustand kompletten physischen, psychischen und sozialen Wohlbefindens. Zu den konkreten Aufgaben der WHO zählen u.a.:

  • Weltweites Screening von Infektionskrankheiten (SARS, AIDS, Ebola, Influenza)
  • Erhebung und Auswertung epidemiologischer Daten
  • Erstellung von Statistiken über die globale Gesundheitsversorgung
  • Gesundheitserziehung in Ländern der Dritten Welt
  • Hilfe beim Aufbau von Gesundheitssystemen in Ländern der Dritten Welt
  • Durchführung von Prophylaxeprogrammen (z.B. Impfprogramme)
  • Festlegung von Dokumentationsstandards (z.B. ICD-10)
  • Erstellung der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel
  • Bereitstellung von medizinischer Hilfe bei radiologischen Notfällen über das REMPAN-Netzwerk (Radiation emergency medical preparedness and assistance Network)


Die vielfältigen Aufgaben werden von der WHO wie folgt kurz zusammengefasst1:

  • gesundheitliche Ziele: Förderung der Entwicklung und Förderung der Gesundheitssicherheit
  • strategische Bedürfnisse: Stärkung der Gesundheitssysteme und Nutzbarmachung von Forschungsergebnissen
  • operative Ansätze: Ausweitung der Partnerschaften und Verbesserung der Leistung

4 Durchgeführte Aktionen

Berühmte Aktionen der WHO finden sich vor allem bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten:

  • Malaria: In den 1950er Jahren startete das "Global Eradication of Malaria Program". Nach anfänglichen Erfolgen wurden jedoch immer mehr Mücken und Plasmodien resistent gegen die verwendeten Mittel, sodass das Programm 1972 eingestellt wurde.
  • Gelbfieber: Die WHO hat eine Initiative gestartet, die Impfquote in den betroffenen Gebieten zu erhöhen. Des Weiteren stehen Notfallvorräte für einen Gelbfieber-Ausbruch zur Verfügung.
  • Pocken: Die ersten weltweiten Impfkampagnen gegen die Pocken wurden 1959 gestartet; 1967 rief die WHO die Kampagne zur Ausrottung der Pocken aus. In den 70er Jahren wurden die Pocken nach und nach ausgerottet, sodass die Krankheit im Mai 1980 für ausgerottet erklärt werden konnte.


5 Kritik

Häufig genannte Kritikpunkte an der WHO sind deren Finanzierung. Die Beiträge der Mitgliedsstaaten betrage laut eigener Aussage lediglich etwa 50%, weitere 15% werden von den Vereinten Nationen und ähnlichen Organisationen gestellt2. Die WHO ist deshalb auch auf andere Geldgeber und Spender angewiesen, die oft aus der Pharmabranche kommen, was zuweilen zu Kritik führt3.

Auch bei der Durchführung ihrer Programme wurde die WHO kritisiert: So wurde bei Auftreten der Schweinegrippe die Epidemiewarnstufe angehoben, woraufhin viele Regierungen Impfstoffe und Grippemittel bestellten. Die Krankheit verbretete sich jedoch nicht so rasant wie angenommen, weshalb viele Medikamente nicht gebraucht wurden. Auch für das Krisenmanagement bei der Ebola-Epidemie 2013 wurde heftige Kritik geäußert, da die WHO nach Meinung vieler Experten zu langsam gehandelt hat.3


6 Externe Links

WHO-Website

7 Quellen

Jens Jacobsen: Schatten des Todes - Die Geschichte der Seuchen. Verlag Philipp von Zabern, Darmstadt/Mainz 2012 1 [http://www.euro.who.int/de/about-us/organization/who-worldwide, aufgerufen am 07.08.2018 2 [1], aufgerufen am 07.08.2018 3https://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/gesundheitspolitik_international/article/961097/lieber-genesungs-statt-glueckwuensche-who-70-steht-kritik.html], aufgerufen am 07.08.2018

Tags:

Fachgebiete: Organisation

Diese Seite wurde zuletzt am 9. August 2018 um 12:11 Uhr bearbeitet.

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