Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Vorhofthrombus: Unterschied zwischen den Versionen

(YouTube-Content war leider nicht aktuell)
Zeile 1: Zeile 1:
Eine gefürchtete Komplikation des Vorhofflimmerns ist das Auftreten von Vorhofthromben. Wenn sich diese oder Teile davon lösen, können sie zu einem akuten arteriellen Verschluss führen mit der Folge eines - zumeist großen - Hirninsultes, einer akuten Mesenterialarterienembolie oder einer akuten Embolie einer Extremitätenarterie.
+
==Definition==
Vor einer elektrischen Kardioversion sollte ein Vorhofthrombus ausgeschlossen werden. Meist benötigt man dazu ein Transösophageales  Echo, da ein "beliebter" Prädilektionsort das Vorhofohr ist, das nur im TEE sicher beurteilt werden kann. Aber manchmal erkennt man auch einen großen Thrombus im TTE. Oft kann man auch so genannte Spontanechos beobachten, die wie Nebelschwaden durch Vorhof und Ventrikel ziehen und ein Warnhinweis für eine vermehrte Koagulationsbereitschaft des Blutes sind.  
+
Als '''Vorhofthrombus''' werden sich meist im linken Vorhof des [[Herz]]ens bildende [[Thrombus|Thromben]] bezeichnet.
Die Entstehung von Vorhofthromben lässt sich am besten mit Antikoagulantien vom Typ Phenprocoumon oder Warfarin verhindern. ASS in höherer Dosierung wird gelegentlich als - schlechte - Kompromiss-Alternative verwendet, wenn Kontraindikationen für Cumarine vorliegen. Sie sind aber bei weitem nicht so effektiv in der Verhinderung thromboembolischer Komplikationen wie Cumarine.
+
 
Hier das Bild eines großen Vorhofthrombus, mit Perikarderguss und Spontanechos, die am besten in der Nähe der Mitralklappe zu sehen sind. Es handelt sich um ein transthorakales Echo.
+
==Ätiologie==
<youtube>KBc7nECWRfs</youtube>
+
Vorhofthromben treten meistens im Rahmen eines [[Vorhofflimmern]]s auf, wenn durch die unkoordinierten Zuckungen des Vorhofes eine Stase entsteht und die [[Thrombose]] begünstigt.
 +
 
 +
Das Auftreten von Vorhofthromben ist daher eine gefürchtete Komplikation des Vorhofflimmerns. Wenn sich diese oder Teile davon lösen, können sie zu einem akuten [[arteriell]]en Verschluss führen mit der Folge eines - zumeist großen - [[Schlaganfall]]s, einer akuten [[Mesenterialarterienembolie]] oder einer akuten [[Embolie]] einer [[Extremität]]enarterie.
 +
 
 +
Seltenere Ursachen eines Vorhofthrombus sind unter anderem der Folgezustand einer hochgradigen [[Mitralstenose]] mit Dilatation des linken Vorhofs und raumfordernde Prozesse wie beispielsweise [[Myxom]]e.
 +
 
 +
==Diagnostik==
 +
Vor einer eventuell geplanten [[Kardioversion]] bei Vorhofflimmern sollte ein Vorhofthrombus ausgeschlossen werden. Meist benötigt man dazu eine [[transösophageale Echokardiographie]] (TEE), da ein "beliebter" Prädilektionsort das Vorhofohr ist, welches nur im TEE sicher beurteilt werden kann. Manchmal sind große Thromben jedoch auch in der [[transthorakale Echokardiographie|transthorakalen Echokardiographie]] (TTE) erkennbar.
 +
 
 +
Oft kann man auch so genannte Spontanechos beobachten, die wie Nebelschwaden durch Vorhof und [[Ventrikel]] ziehen und ein Warnhinweis für eine vermehrte Koagulationsbereitschaft des Blutes sind.  
 +
 
 +
==Therapeutisches Vorgehen==
 +
Die Entstehung von Vorhofthromben lässt sich am besten mit [[Cumarin-Derivat]]en (z.B. [[Warfarin]]) verhindern, welche vor einer Kardioversion über mindestens 4 Wochen eingesetzt werden sollten.
 +
 
 +
Gelingt der Ausschluss von Vorhofthromben in der TEE und fehlen Spontanechos, kann unter Prophylaxe mit niedermolekularen [[Heparin]]en eine schnelle Kardioversion nach 1-2 Wochen angestrebt werden.
 +
 
 +
[[ASS]] in höherer Dosierung wird gelegentlich als - schlechte - Kompromiss-Alternative zu Cumarin-Derivaten verwendet, wenn Kontraindikationen für Cumarine vorliegen. Sie sind aber bei weitem nicht so effektiv in der Verhinderung thromboembolischer Komplikationen wie Cumarine.
 +
[[Fachgebiet:Innere Medizin]][[Fachgebiet:Kardiologie]]

Version vom 11. Juni 2007, 23:51 Uhr

1 Definition

Als Vorhofthrombus werden sich meist im linken Vorhof des Herzens bildende Thromben bezeichnet.

2 Ätiologie

Vorhofthromben treten meistens im Rahmen eines Vorhofflimmerns auf, wenn durch die unkoordinierten Zuckungen des Vorhofes eine Stase entsteht und die Thrombose begünstigt.

Das Auftreten von Vorhofthromben ist daher eine gefürchtete Komplikation des Vorhofflimmerns. Wenn sich diese oder Teile davon lösen, können sie zu einem akuten arteriellen Verschluss führen mit der Folge eines - zumeist großen - Schlaganfalls, einer akuten Mesenterialarterienembolie oder einer akuten Embolie einer Extremitätenarterie.

Seltenere Ursachen eines Vorhofthrombus sind unter anderem der Folgezustand einer hochgradigen Mitralstenose mit Dilatation des linken Vorhofs und raumfordernde Prozesse wie beispielsweise Myxome.

3 Diagnostik

Vor einer eventuell geplanten Kardioversion bei Vorhofflimmern sollte ein Vorhofthrombus ausgeschlossen werden. Meist benötigt man dazu eine transösophageale Echokardiographie (TEE), da ein "beliebter" Prädilektionsort das Vorhofohr ist, welches nur im TEE sicher beurteilt werden kann. Manchmal sind große Thromben jedoch auch in der transthorakalen Echokardiographie (TTE) erkennbar.

Oft kann man auch so genannte Spontanechos beobachten, die wie Nebelschwaden durch Vorhof und Ventrikel ziehen und ein Warnhinweis für eine vermehrte Koagulationsbereitschaft des Blutes sind.

4 Therapeutisches Vorgehen

Die Entstehung von Vorhofthromben lässt sich am besten mit Cumarin-Derivaten (z.B. Warfarin) verhindern, welche vor einer Kardioversion über mindestens 4 Wochen eingesetzt werden sollten.

Gelingt der Ausschluss von Vorhofthromben in der TEE und fehlen Spontanechos, kann unter Prophylaxe mit niedermolekularen Heparinen eine schnelle Kardioversion nach 1-2 Wochen angestrebt werden.

ASS in höherer Dosierung wird gelegentlich als - schlechte - Kompromiss-Alternative zu Cumarin-Derivaten verwendet, wenn Kontraindikationen für Cumarine vorliegen. Sie sind aber bei weitem nicht so effektiv in der Verhinderung thromboembolischer Komplikationen wie Cumarine.

Fachgebiete: Kardiologie

Diese Seite wurde zuletzt am 11. Juni 2007 um 23:51 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Letzte Autoren des Artikels:

6 Wertungen (3.5 ø)

24.561 Aufrufe

Copyright ©2021 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: