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Vorhofthrombus: Unterschied zwischen den Versionen

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Vorhofthromben treten meistens im Rahmen eines [[Vorhofflimmern]]s auf, wenn durch die unkoordinierten [[Kontraktion]]en des Vorhofes eine Stase entsteht und die [[Thrombose]] begünstigt wird.
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Vorhofthromben treten meistens im Rahmen eines [[Vorhofflimmern]]s auf, wenn durch die unkoordinierten [[Kontraktion]]en des Vorhofes eine [[Stase]] entsteht und die [[Thrombose]] begünstigt wird. Sie finden sich gehäuft im linken [[Herzohr]].  
  
Das Auftreten von Vorhofthromben ist eine gefürchtete Komplikation des Vorhofflimmerns. Wenn sich ganze Thromben oder Thrombusteile von der Wand des Vorhofs lösen, können sie zu einem akuten [[arteriell]]en Verschluss führen. Mögliche Folgen sind dann:  
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Seltenere Ursachen eines Vorhofthrombus sind unter anderem der Folgezustand einer hochgradigen [[Mitralstenose]] mit [[Dilatation]] des linken Vorhofs und [[Raumforderung|raumfordernde Prozesse]] wie beispielsweise [[Myxom]]e.
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Wenn sich ganze Thromben oder Thrombusteile von der Wand des Vorhofs lösen, besteht die Gefahr einer akuten Verlegung des atrioventrikulären Übergangs oder einer [[Embolisation]]. Mögliche Folgen sind dann:  
 
* akuter, meist größerer [[Schlaganfall]]
 
* akuter, meist größerer [[Schlaganfall]]
* akute [[Mesenterialarterienembolie]]
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* akute [[Embolie]] einer [[Extremität]]enarterie
 
* akute [[Embolie]] einer [[Extremität]]enarterie
 
Seltenere Ursachen eines Vorhofthrombus sind unter anderem der Folgezustand einer hochgradigen [[Mitralstenose]] mit Dilatation des linken Vorhofs und raumfordernde Prozesse wie beispielsweise [[Myxom]]e.
 
  
 
==Diagnostik==
 
==Diagnostik==
Vor einer eventuell geplanten [[Kardioversion]] bei Vorhofflimmern sollte ein Vorhofthrombus ausgeschlossen werden. Andernfalls kann die resynchronisierte Vorhofaktion eine mechanische Lösung des Thrombus und entsprechende Komplikationen ([[Embolie]]) verursachen. Meist benötigt man dazu eine [[transösophageale Echokardiographie]] (TEE), da ein "beliebter" Prädilektionsort das [[Herzohr|Vorhofohr]] ist, welches nur in der TEE sicher beurteilt werden kann. Manchmal sind große Thromben jedoch auch in der [[transthorakale Echokardiographie|transthorakalen Echokardiographie]] (TTE) erkennbar.
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Erfolgt eine [[Kardioversion]] zur Behandlung der Vorhofflimmerns trotz Vorliegen eines Vorhofthrombus, könnte die resynchronisierte Vorhofaktion eine mechanische Lösung des Thrombus und entsprechende Komplikationen verursachen. Daher sollte bei einem Vorhofflimmern, das länger als 48 Stunden besteht, vorher ein Vorhofthrombus ausgeschlossen werden.  
  
Oft kann man auch so genannte Spontanechos beobachten, die wie Nebelschwaden durch Vorhof und [[Herzventrikel|Ventrikel]] ziehen und ein Warnhinweis für eine vermehrte Koagulationsbereitschaft des Blutes sind.
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Ein Vorhofthrombus kann mittels [[transösophageale Echokardiographie|transösophagealer Echokardiographie]] (TEE) diagnostiziert werden. Manchmal sind große Thromben auch in der [[transthorakale Echokardiographie|transthorakalen Echokardiographie]] (TTE) erkennbar, jedoch erlaubt diese Methode keinen sicheren Ausschluss.  
  
==Therapeutisches Vorgehen==
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Ein weiterer Warnhinweis für eine vermehrte [[Koagulation]]sbereitschaft des Blutes stellen sog. [[Spontanecho]]s dar, die wie Nebelschwaden durch Vorhof und [[Herzventrikel|Ventrikel]] ziehen.
Die Entstehung von Vorhofthromben lässt sich am besten mit [[Cumarin-Derivat]]en (z.B. [[Warfarin]]) verhindern, welche vor einer Kardioversion über mindestens 4 Wochen eingesetzt werden sollten.
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Gelingt der Ausschluss von Vorhofthromben in der TEE und fehlen Spontanechos, kann unter Prophylaxe mit niedermolekularen [[Heparin]]en eine schnelle Kardioversion nach 1-2 Wochen angestrebt werden.
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==Therapie==
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Bei Vorliegen eines Vorhofthrombus wird [[Heparin]] in therapeutischer Dosis und anschließend eine dreiwöchige [[orale Antikoagulation]] (OAK) mit [[Cumarin-Derivat]]en (z.B. [[Marcumar]]) empfohlen. Bei chronisch persistierenden Thromben besteht die Indikation einer Langzeit-OAK und ggf. einer Frequenzregulierung bei vorhandenem Vorhofflimmern. Vermutlich sind [[DOAK|direkte orale Antikoagulanzien]] (DOAKs) ebenfalls zur Thrombusauflösung geeignet.  
  
[[ASS]] in höherer Dosierung wird gelegentlich als - schlechte - Kompromiss-Alternative zu Cumarin-Derivaten verwendet, wenn [[Kontraindikation]]en für Cumarine vorliegen. Sie sind aber bei weitem nicht so effektiv in der Verhinderung thromboembolischer Komplikationen wie Cumarine.
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In Einzelfällen ist eine chirurgische [[Thrombektomie]] indiziert.
 
[[Fachgebiet:Kardiologie]]
 
[[Fachgebiet:Kardiologie]]
 
[[Tag:Embolie]]
 
[[Tag:Embolie]]
 
[[Tag:TEE]]
 
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[[Tag:Vorhofflimmern]]
 
[[Tag:Vorhofflimmern]]

Aktuelle Version vom 30. Oktober 2019, 15:16 Uhr

1 Definition

Als Vorhofthrombus werden Thromben bezeichnet, die sich im Vorhof des Herzens bilden - bevorzugt im linken Vorhof.

2 Ätiologie

Vorhofthromben treten meistens im Rahmen eines Vorhofflimmerns auf, wenn durch die unkoordinierten Kontraktionen des Vorhofes eine Stase entsteht und die Thrombose begünstigt wird. Sie finden sich gehäuft im linken Herzohr.

Seltenere Ursachen eines Vorhofthrombus sind unter anderem der Folgezustand einer hochgradigen Mitralstenose mit Dilatation des linken Vorhofs und raumfordernde Prozesse wie beispielsweise Myxome.

3 Klinik

Wenn sich ganze Thromben oder Thrombusteile von der Wand des Vorhofs lösen, besteht die Gefahr einer akuten Verlegung des atrioventrikulären Übergangs oder einer Embolisation. Mögliche Folgen sind dann:

4 Diagnostik

Erfolgt eine Kardioversion zur Behandlung der Vorhofflimmerns trotz Vorliegen eines Vorhofthrombus, könnte die resynchronisierte Vorhofaktion eine mechanische Lösung des Thrombus und entsprechende Komplikationen verursachen. Daher sollte bei einem Vorhofflimmern, das länger als 48 Stunden besteht, vorher ein Vorhofthrombus ausgeschlossen werden.

Ein Vorhofthrombus kann mittels transösophagealer Echokardiographie (TEE) diagnostiziert werden. Manchmal sind große Thromben auch in der transthorakalen Echokardiographie (TTE) erkennbar, jedoch erlaubt diese Methode keinen sicheren Ausschluss.

Ein weiterer Warnhinweis für eine vermehrte Koagulationsbereitschaft des Blutes stellen sog. Spontanechos dar, die wie Nebelschwaden durch Vorhof und Ventrikel ziehen.

5 Therapie

Bei Vorliegen eines Vorhofthrombus wird Heparin in therapeutischer Dosis und anschließend eine dreiwöchige orale Antikoagulation (OAK) mit Cumarin-Derivaten (z.B. Marcumar) empfohlen. Bei chronisch persistierenden Thromben besteht die Indikation einer Langzeit-OAK und ggf. einer Frequenzregulierung bei vorhandenem Vorhofflimmern. Vermutlich sind direkte orale Antikoagulanzien (DOAKs) ebenfalls zur Thrombusauflösung geeignet.

In Einzelfällen ist eine chirurgische Thrombektomie indiziert.

Fachgebiete: Kardiologie

Diese Seite wurde zuletzt am 30. Oktober 2019 um 15:16 Uhr bearbeitet.

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