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Vorhofthrombus: Unterschied zwischen den Versionen

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Manchmal sind große Thromben auch in der [[transthorakale Echokardiographie|transthorakalen Echokardiographie]] (TTE) erkennbar, jedoch erlaubt diese Methode keinen sicheren Ausschluss. Ein weiterer Warnhinweis für eine vermehrte [[Koagulation]]sbereitschaft des Blutes stellen sog. Spontanechos dar, die wie Nebelschwaden durch Vorhof und [[Herzventrikel|Ventrikel]] ziehen.
 
Manchmal sind große Thromben auch in der [[transthorakale Echokardiographie|transthorakalen Echokardiographie]] (TTE) erkennbar, jedoch erlaubt diese Methode keinen sicheren Ausschluss. Ein weiterer Warnhinweis für eine vermehrte [[Koagulation]]sbereitschaft des Blutes stellen sog. Spontanechos dar, die wie Nebelschwaden durch Vorhof und [[Herzventrikel|Ventrikel]] ziehen.
  
Bei einem Vorhofflimmern, das schon länger als 48 Stunden besteht, sollte vor einer [[Kardioversion]] ein Vorhofthrombus ausgeschlossen werden. Alternativ kann eine therapeutische [[orale Antikoagulation]] (OAK) für drei Wochen erfolgen. Liegt der Beginn des Vorhofflimmerns weniger 48 Stunden zurück, kann unter Prophylaxe mit niedermolekularen [[Heparin]]en unmittelbar eine Kardioversion durchgeführt werden.
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Ein Vorhofthrombus sollte bei einem Vorhofflimmern, das länger als 48 Stunden besteht, ausgeschlossen werden. Erfolgt eine Kardioversion trotz Vorhofthrombus, könnte die resynchronisierte Vorhofaktion eine mechanische Lösung des Thrombus und entsprechende Komplikationen ([[Embolie]]) verursachen.
 
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Erfolgt eine Kardioversion trotz Vorhofthrombus, könnte die resynchronisierte Vorhofaktion eine mechanische Lösung des Thrombus und entsprechende Komplikationen ([[Embolie]]) verursachen.
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==Therapie==
 
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Bei Vorliegen eines Vorhofthrombus wird Heparin in therapeutischer Dosis und anschließend eine dreiwöchige OAK mit [[Cumarin-Derivat]]en (z.B. [[Marcumar]]) empfohlen. Bei chronisch persistierenden Thromben besteht die Indikation einer Langzeit-OAK und ggf. einer Frequenzregulierung bei vorhandenem Vorhofflimmern. Vermutlich sind [[DOAK|direkte orale Antikoagulanzien]] (DOAKs) ebenfalls zur Thrombusauflösung geeignet.  
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Bei Vorliegen eines Vorhofthrombus wird Heparin in therapeutischer Dosis und anschließend eine dreiwöchige [[orale Antikoagulation]] mit [[Cumarin-Derivat]]en (z.B. [[Marcumar]]) empfohlen. Bei chronisch persistierenden Thromben besteht die Indikation einer Langzeit-OAK und ggf. einer Frequenzregulierung bei vorhandenem Vorhofflimmern. Vermutlich sind [[DOAK|direkte orale Antikoagulanzien]] (DOAKs) ebenfalls zur Thrombusauflösung geeignet.  
  
 
Bei großen Vorhofthromben besteht die Gefahr einer [[Embolisation]] oder einer akuten Verlegung des atrioventrikulären Übergangs, sodass in Einzelfällen eine chirurgische [[Thrombektomie]] indiziert ist.
 
Bei großen Vorhofthromben besteht die Gefahr einer [[Embolisation]] oder einer akuten Verlegung des atrioventrikulären Übergangs, sodass in Einzelfällen eine chirurgische [[Thrombektomie]] indiziert ist.

Version vom 28. Oktober 2019, 18:13 Uhr

1 Definition

Als Vorhofthrombus werden Thromben bezeichnet, die sich im Vorhof des Herzens bilden - bevorzugt im linken Vorhof.

2 Ätiologie

Vorhofthromben treten meistens im Rahmen eines Vorhofflimmerns auf, wenn durch die unkoordinierten Kontraktionen des Vorhofes eine Stase entsteht und die Thrombose begünstigt wird. Sie finden sich gehäuft im linken Herzohr.

Wenn sich ganze Thromben oder Thrombusteile von der Wand des Vorhofs lösen, können sie zu einem akuten arteriellen Verschluss führen. Mögliche Folgen sind dann:

Seltenere Ursachen eines Vorhofthrombus sind unter anderem der Folgezustand einer hochgradigen Mitralstenose mit Dilatation des linken Vorhofs und raumfordernde Prozesse wie beispielsweise Myxome.

3 Diagnostik

Ein Vorhofthrombus kann mittels transösophagealer Echokardiographie (TEE) diagnostiziert werden.

Manchmal sind große Thromben auch in der transthorakalen Echokardiographie (TTE) erkennbar, jedoch erlaubt diese Methode keinen sicheren Ausschluss. Ein weiterer Warnhinweis für eine vermehrte Koagulationsbereitschaft des Blutes stellen sog. Spontanechos dar, die wie Nebelschwaden durch Vorhof und Ventrikel ziehen.

Ein Vorhofthrombus sollte bei einem Vorhofflimmern, das länger als 48 Stunden besteht, ausgeschlossen werden. Erfolgt eine Kardioversion trotz Vorhofthrombus, könnte die resynchronisierte Vorhofaktion eine mechanische Lösung des Thrombus und entsprechende Komplikationen (Embolie) verursachen.

4 Therapie

Bei Vorliegen eines Vorhofthrombus wird Heparin in therapeutischer Dosis und anschließend eine dreiwöchige orale Antikoagulation mit Cumarin-Derivaten (z.B. Marcumar) empfohlen. Bei chronisch persistierenden Thromben besteht die Indikation einer Langzeit-OAK und ggf. einer Frequenzregulierung bei vorhandenem Vorhofflimmern. Vermutlich sind direkte orale Antikoagulanzien (DOAKs) ebenfalls zur Thrombusauflösung geeignet.

Bei großen Vorhofthromben besteht die Gefahr einer Embolisation oder einer akuten Verlegung des atrioventrikulären Übergangs, sodass in Einzelfällen eine chirurgische Thrombektomie indiziert ist.

Fachgebiete: Kardiologie

Diese Seite wurde zuletzt am 30. Oktober 2019 um 15:16 Uhr bearbeitet.

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