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Vorhofflimmern (Pferd)

Version vom 28. Februar 2020, 13:14 Uhr von Diara Smetana (Diskussion | Beiträge)

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Englisch: atrial fibrillation

1 Definition

Als Vorhofflimmern bezeichnet man eine der häufigsten Herzrythmusstörungen beim Pferd.

2 Pathogenese

Das Vorhofflimmern ist die häufigste atriale Arrythmie beim Pferd und kommt vor allem bei adulten, großen Tieren, wie z.B. Warmblütern, vor. Es besteht häufig ohne eine zugrundeliegende Herzerkrankung, die Ursache wird also meist als idiopathisch angenommen. Begünstigende Faktoren sind: der physiologisch große Vorhof des Pferdes, der hohe Vagotonus, altersbedingte Veränderungen am Herzen und andere zugrundeliegende Herzerkrankungen. Es kommt zur abnormen elektrischen Aktivität der Atrien, was zu kreisenden Erregungen führt. Die Vorhöfe (Atrien) flimmern in diastolischer Stellung, wodurch die aktive spätdiastolische Ventrikelfüllung fehlt und der Frank-Starling-Mechanismus abnimmt.

3 Symptome

In Ruhe zeigen die Pferde meist keine Probleme. Erst bei Belastung kommt es zu Symptomen wie Tachypnoe und Dyspnoe, was darauf zurückzuführen ist, dass der Vorhof die Kammer nicht optimal mit Blut füllen kann. Außerdem kommt es bei den meisten Pferden zum Leistungsabfall, was vor allem bei Rennpferden, Polo-Ponies etc. beobachtet werden kann.

4 Diagnostik

Die Diagnostik stützt sich auf mehrere Pfeiler, wobei ein wichtiger davon die klinische Untersuchung ist. Es kann ein unregelmäßiger Puls gefühlt werden und bei der Auskultation des Herzens hört man eine absolute Arrythmie und keinen vierten Herzton. Die Herzfrequenz ist meist normal bis niedrig. Bei der speziellen Kardiodiagnostik sollte auch ein EKG angefertigt werden, wobei hier keine eindeutig indentifizierbare P-Welle zu erkennen ist. Außerdem zeigen sich unterschiedliche R-R Intervalle.

Weiters sollte eine Echokardiographie durchgeführt werden. Diese ist zwar nicht direkt notwendig zur Diagnostik, jedoch wichtig zur Abklärung anderer Herzerkrankungen und zur Prognosestellung. Zusätzlich empfiehlt es sich die Elektrolyte mittels einer blutchemischen Untersuchung zu überprüfen, um eine etwaige Imbalance derselben festzustellen.

5 Therapie

Es gibt zwei Therapieoptionen, zum einen die medikamentelle Behandlung mittels Chinidin oder die elektrische Variante mittels transvenöser elektrischer Kardioversion (TVEC).

Chinidin ist ein Antiarrythmikum der Klasse 1A. Es ist negativ inotrop, aber positiv chronotrop und wirkt membranstabilsierend. Es kommt zur Blockade des Na+ Einstroms und Hemmung des K+ Ausstroms, wodurch die Depolarisation und Repolarisation verzögert werden. Dadurch kommt es zur Verlangsamung der Überleitung im AV-Knoten und zur Verminderung der Depolarisationsrate. Chinidin hat jedoch eine sehr enge therapeutische Breite, wobei es bei Intoxikationen zu Symptomen wie Anorexie, Kolik, Tachykardie etc. kommen kann.

Bei der transvenösen elektrischen Kardioversion werden spezielle Katheter mit Elektroden in das Herz gelegt, um direkt am Herzen Stromstöße zu verabreichen. Die richtige Position der Katheter wird mittels Druckmessungen, Ultraschall und Röntgenbildern überprüft. Nach dem Eingriff kann in der Regel das Training nach einer Ruhepause von etwa vier Wochen wieder aufgenommen werden. Die Erfolgsquote ist im Gegensatz zur Behandlung mit Chinidin etwas höher und die Gefahr von Nebenwirkungen etwas geringen.[1]

6 Literatur

VO-Unterlagen, Fröhlich, Wolfgang. 7.Semester Vorlesung. Cardiologie beim Pferd. Diagnose, Therapie und begleitende Maßnahmen.

7 Quellen

  1. Veterinärmedizinische Universität Wien. Diagnose Vorhofflimmern beim Pferd – neue Therapiemethode an der Vetmeduni Vienna, wenn der Herzrhythmus verrücktspielt Infoservice (aufgerufen am 27.02.2020)

Diese Seite wurde zuletzt am 28. Februar 2020 um 20:55 Uhr bearbeitet.

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