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Vorhofflimmern (Pferd): Unterschied zwischen den Versionen

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Je nach Klinik und Verwendungszweck des Tiers kann zwischen zwei [[Therapie]]formen gewählt werden. Neben einer [[medikamentell]]en Behandlung ([[Chinidin]]) kann die Erkrankung auch mithilfe einer [[Transvenöse elektrische Kardioversion (Pferd)|transvenösen elektrischen Kardioversion]] (TVEC) behandelt werden.
 
Je nach Klinik und Verwendungszweck des Tiers kann zwischen zwei [[Therapie]]formen gewählt werden. Neben einer [[medikamentell]]en Behandlung ([[Chinidin]]) kann die Erkrankung auch mithilfe einer [[Transvenöse elektrische Kardioversion (Pferd)|transvenösen elektrischen Kardioversion]] (TVEC) behandelt werden.
  
Chinidin ist ein [[Antiarrythmikum]] der Klasse 1A. Es ist negativ [[inotrop]], aber positiv [[chronotrop]] und wirkt membranstabilsierend. Es kommt zur Blockade des [[Natrium|Na+]] Einstroms und Hemmung des [[Kalium|K+ ]]Ausstroms, wodurch die [[Depolarisation]] und [[Repolarisation]] verzögert werden. Dadurch kommt es zur Verlangsamung der Überleitung im AV-Knoten und zur Verminderung der Depolarisationsrate. Chinidin hat jedoch eine sehr enge [[therapeutische Breite]], wobei es bei [[Intoxikationen]] zu Symptomen wie [[Anorexie]], [[Kolik (Pferd)|Kolik]], [[Tachykardie]] etc. kommen kann.
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Chinidin ist ein [[Antiarrythmikum]] der Klasse 1A. Es ist negativ [[inotrop]] aber positiv [[chronotrop]] und wirkt gleichzeitig [[membran]]stabilsierend. Es kommt zu einer Blockade des [[Natrium|Na<sup>+</sup>]]-Einstroms und so zur Hemmung des [[Kalium|K<sup>+</sup>]]-Ausstroms, wodurch die [[Depolarisation]] und [[Repolarisation]] verzögert werden. Dadurch kommt es zur Verlangsamung der Überleitung im [[AV-Knoten]] und zur Verminderung der Depolarisationsrate. Chinidin hat jedoch eine sehr enge [[therapeutische Breite]], wobei es bei [[Intoxikationen]] zu Symptomen wie [[Anorexie]], [[Kolik (Pferd)|Kolik]], [[Tachykardie]] u.ä. kommen kann.
  
Bei der transvenösen elektrischen Kardioversion werden spezielle [[Katheter]] mit [[Elektrode]]n in das Herz gelegt, um direkt am Herzen Stromstöße zu verabreichen. Die richtige Position der Katheter wird mittels Druckmessungen, [[Ultraschall]] und [[Röntgen]]bildern überprüft.  
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Bei der transvenösen elektrischen Kardioversion werden spezielle [[Katheter]] mit [[Elektrode]]n in das Herz eingeführt, um direkt am Herzen Stromstöße zu verabreichen. Die richtige Position der Katheter wird mittels Druckmessungen, [[Ultraschall]] und [[Röntgen]]bildern überprüft. Nach dem Eingriff kann in der Regel das Training nach einer Ruhepause von etwa vier Wochen wieder aufgenommen werden. Die Erfolgsquote ist im Gegensatz zur Behandlung mit Chinidin etwas höher und die Gefahr von Nebenwirkungen etwas geringen.<ref>Veterinärmedizinische Universität Wien. [https://www.vetmeduni.ac.at/de/infoservice/presseinformationen/presseinformationen-2018/elektro-kardioversion/ Diagnose Vorhofflimmern beim Pferd – neue Therapiemethode an der Vetmeduni Vienna, wenn der Herzrhythmus verrücktspielt] Infoservice (aufgerufen am 27.02.2020) </ref>
Nach dem Eingriff kann in der Regel das Training nach einer Ruhepause von etwa vier Wochen wieder aufgenommen werden. Die Erfolgsquote ist im Gegensatz zur Behandlung mit Chinidin etwas höher und die Gefahr von Nebenwirkungen etwas geringen.<ref>Veterinärmedizinische Universität Wien. [https://www.vetmeduni.ac.at/de/infoservice/presseinformationen/presseinformationen-2018/elektro-kardioversion/ Diagnose Vorhofflimmern beim Pferd – neue Therapiemethode an der Vetmeduni Vienna, wenn der Herzrhythmus verrücktspielt] Infoservice (aufgerufen am 27.02.2020) </ref>
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==Literatur==
 
==Literatur==

Version vom 28. Februar 2020, 13:31 Uhr

Englisch: atrial fibrillation

1 Definition

Als Vorhofflimmern bezeichnet man eine der häufigsten Herzrythmusstörungen beim Pferd.

2 Vorkommen

Das Vorhofflimmern ist die häufigste atriale Arrythmie beim Pferd und kommt vor allem bei adulten, großen Tieren (z.B. Warmblütern) vor.

3 Pathophysiologie

Die Erkrankung besteht häufig ohne eine zugrundeliegende Herzerkrankung, weshalb der Auslöser meist als idiopathisch bezeichnet wird. Begünstigende Faktoren sind:

  • der physiologisch große Vorhof des Pferdes
  • der hohe Vagotonus
  • altersbedingte Veränderungen am Herzen
  • andere zugrundeliegende Herzerkrankungen.

Unabhängig von der zugrundeliegenden Ursache kommt es zur abnormen elektrischen Aktivität der Atrien, was wiederum zu kreisenden Erregungen führt. Die Vorhöfe (Atrien) flimmern in diastolischer Stellung, wodurch die aktive spätdiastolische Ventrikelfüllung fehlt und der Frank-Starling-Mechanismus abnimmt.

4 Klinik

In Ruhe zeigen die Pferde meist keine Symptome. Erst bei Belastung kommt es zu klinischen Anzeichen wie Tachypnoe und Dyspnoe. Die respiratorischen Probleme sind darauf zurückzuführen, dass der Vorhof die Kammer nicht optimal mit Blut füllen kann. Zusätzlich kommt es bei den meisten Pferden zu einem drastischen Leistungsabfall, was vor allem bei Rennpferden, Polo-Ponies u.ä. beobachtet werden kann.

5 Diagnostik

Die Diagnostik stützt sich auf mehrere Pfeiler, wobei die klinische Untersuchung ein Hauptbestandteil dieser ist. Bei der Untersuchung kann meist ein unregelmäßiger Puls ertastet werden. Im Zuge der Herzauskultation fällt eine absolute Arrythmie und das Fehlen des vierten Herztons auf. Die Herzfrequenz ist meist normal oder leicht erniedrig (< 28 Schläge pro Minute). Anschließend sollte ein EKG angefertigt werden, wobei hier keine eindeutig indentifizierbare P-Welle zu erkennen ist. Außerdem zeigen sich unterschiedliche R-R Intervalle.

Im Anschluss sollte eine Echokardiographie durchgeführt werden. Die Diagnosestellung erfolgt zwar mithilfe eines EKG, wobei bei der sonografischen Untersuchung des Herzens andere Herzerkrankungen ausgeschlossen werden können (wichtig für die Prognose und Therapie). Zusätzlich empfiehlt es sich die Elektrolyte mittels einer blutchemischen Untersuchung zu überprüfen, um Imbalancen feststellen zu können.

6 Therapie

Je nach Klinik und Verwendungszweck des Tiers kann zwischen zwei Therapieformen gewählt werden. Neben einer medikamentellen Behandlung (Chinidin) kann die Erkrankung auch mithilfe einer transvenösen elektrischen Kardioversion (TVEC) behandelt werden.

Chinidin ist ein Antiarrythmikum der Klasse 1A. Es ist negativ inotrop aber positiv chronotrop und wirkt gleichzeitig membranstabilsierend. Es kommt zu einer Blockade des Na+-Einstroms und so zur Hemmung des K+-Ausstroms, wodurch die Depolarisation und Repolarisation verzögert werden. Dadurch kommt es zur Verlangsamung der Überleitung im AV-Knoten und zur Verminderung der Depolarisationsrate. Chinidin hat jedoch eine sehr enge therapeutische Breite, wobei es bei Intoxikationen zu Symptomen wie Anorexie, Kolik, Tachykardie u.ä. kommen kann.

Bei der transvenösen elektrischen Kardioversion werden spezielle Katheter mit Elektroden in das Herz eingeführt, um direkt am Herzen Stromstöße zu verabreichen. Die richtige Position der Katheter wird mittels Druckmessungen, Ultraschall und Röntgenbildern überprüft. Nach dem Eingriff kann in der Regel das Training nach einer Ruhepause von etwa vier Wochen wieder aufgenommen werden. Die Erfolgsquote ist im Gegensatz zur Behandlung mit Chinidin etwas höher und die Gefahr von Nebenwirkungen etwas geringen.[1]

7 Literatur

  • VO-Unterlagen, Fröhlich, Wolfgang. 7.Semester Vorlesung. Cardiologie beim Pferd. Diagnose, Therapie und begleitende Maßnahmen.

8 Quellen

  1. Veterinärmedizinische Universität Wien. Diagnose Vorhofflimmern beim Pferd – neue Therapiemethode an der Vetmeduni Vienna, wenn der Herzrhythmus verrücktspielt Infoservice (aufgerufen am 27.02.2020)

Diese Seite wurde zuletzt am 11. November 2020 um 18:28 Uhr bearbeitet.

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