Vincaalkaloid

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Synonyme: Vinca-Alkaloid, Catharanthusalkaloid
Englisch: vinca alkaloid

1 Definition

Als Vincaalkaloide werden die Alkaloide verschiedener Pflanzengattungen der Hundsgiftgewächse bezeichnet.

2 Herkunft

Natürliche Produzenten der Vincaalkaloide sind Pflanzen der Gattungen Vinca (Immergrün) und Catharanthus (Catharanthe, Zimmerimmergrün). Beide Gattungen zählen zur Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Die wichtigsten Arten sind Catharanthus roseus (ehemals Vinca rosea; Madagaskar-Immergrün) sowie Vinca minor (Kleines Immergrün) und Vinca major (Großes Immergrün). In Deutschland sind V. minor (Archäophyt) und V. major (Neophyt) verbreitet.

Pharmazeutisch genutzte und verarbeitete Vincaalkaloide werden in der Regel industriell synthetisiert.

3 Substanzen

3.1 Naturstoffe

Sowohl Vinca sp. als auch Catharanthus roseus enthalten eine Vielzahl an Alkaloiden und weiteren sekundären Pflanzeninhaltsstoffen. Die wichtigsten Substanzen sind:

3.2 Derivate

Neben den genannten Naturstoffen existieren einige partialsynthetische Derivate:

4 Pharmakologie

Die meisten medizinisch genutzten Vincaalkaloide wirken als Inhibitoren der Mitose durch Hemmung der Ausbildung der Kernspindel und werden als Zytostatika eingesetzt. Vincamin und Vinpocetin besitzen durchblutungsfördernde Eigenschaften (Vasodilatation).

5 Toxikologie

Die Aufnahme von Pflanzenmaterial der genannten Pflanzen sowie Überdosierung vincaalkaloidhaltiger Arzneimittel kann zu Intoxikationen führen. Symptome können Nausea, Emesis, Hyperthermie, Exantheme, allgemeine Immunsuppression, Leukopenie, Apoplex, Störungen der Erythropoese, Hypertonie und Dyspnoe sowie Neurotoxizität mit irreversiblen Paresen und ZNS-Beteiligung sein. Vergiftungen können letal verlaufen. Die genannten toxischen Effekte können in gewissem Umfang als Nebenwirkungen im Zuge einer Therapie mit Vincaalkaloiden auftreten.

5.1 Immergrünkraut

cave: Immergrünkraut (Stammpflanze: Vinca minor) wird gemäß AMK-Liste (Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker) als bedenklicher Stoff deklariert und darf nicht zur Anwendung am Menschen in Verkehr gebracht werden. Dies wird durch den Verdacht auf Blutbildschäden bei nicht belegter Wirksamkeit begründet (Zulassungswiderruf, Pharm. Ztg. 1987).

6 Einzelnachweise

  1. Koch et al.: Alkaloid für therapeutische Nischen, Pharmazeutische Zeitung online (aufgerufen am 04. Januar 2017)

7 Literatur

  • Roth, Daunderer & Kormann: Giftpflanzen - Pflanzengifte, 5. Aufl., Nikol Verlag.

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Quelle: https://flexikon.doccheck.com/de/Vincaalkaloid

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