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Verwesung: Unterschied zwischen den Versionen

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Unter Verwesung versteht man Prozesse, die nach dem [[Tod]] eines Organismus auftreten.  
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'''''Englisch''': decomposition'''
Die Verwesung geschieht biochemisch durch Organismen ([[sapotroph]]), Pilze und Bakterien.
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Enzyme dieser Organismen bauen in Anwesenheit von Sauerstoff organische Verbindungen in kleinere Einheiten ab, diese werden dann oxidiert. Produkte zersetzter organischer Verbindungen sind Wasser, Kohlenstoffdioxid und Harnstoff.  
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==Definition==
Auch körpereigene Enzyme können diesen Vorgang hervorrufen, man spricht dann von [[Autolyse]].
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Mit dem Begriff '''Verwesung''' bezeichnet man die Prozesse, die nach dem [[Tod]] eines Organismus seine Gestalt auflösen.
Geschehen solche Prozesse unter Sauerstoffabschluss, spricht man von Fäulnis.
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Der Zerfall eines größeren Organismus geht innerlich eher mit [[Fäulnis]], äußerlich mehr mit Verwesung einher.
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==Hintergrund==
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Mit dem Tod sistiert die zelluläre Energiegewinnung, die für den Strukturerhalt eines Organismus notwendig ist. Dadurch kommt es zur Freisetzung von Enzymen, die im ersten Stadium der Verwesung eine [[aseptisch]]e [[Autolyse]] der Zellen und [[Gewebe]] in Gang setzen. Der  Prozess der Autolyse wird vom Eindringen von [[saprotroph]]en [[Mikroorganismus|Mikroorganismen]] begleitet, welche sich vermehren und durch ihre [[Enzym]]e organische Substanz abbauen.
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Unter [[aerob]]en Bedingungen erfolgt der Abbau zu [[Ammoniak]], [[Kohlenstoffdioxid]], [[Wasser]], [[Schwefelwasserstoff]] und [[Mineral]]ien. Da im Körperinneren jedoch ein [[Sauerstoffmangel]] vorliegt, kommt es hier zur [[Fäulnis]], bei der kleinmolekulare organische Substanzen wie [[Propionsäure]], [[Essigsäure]], [[Buttersäure]], [[Ethanol]] und Amine entstehen.
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[[Fachgebiet:Rechtsmedizin]][[Fachgebiet:Pathologie]]

Version vom 29. Juni 2008, 16:17 Uhr

Englisch': decomposition

1 Definition

Mit dem Begriff Verwesung bezeichnet man die Prozesse, die nach dem Tod eines Organismus seine Gestalt auflösen.

2 Hintergrund

Mit dem Tod sistiert die zelluläre Energiegewinnung, die für den Strukturerhalt eines Organismus notwendig ist. Dadurch kommt es zur Freisetzung von Enzymen, die im ersten Stadium der Verwesung eine aseptische Autolyse der Zellen und Gewebe in Gang setzen. Der Prozess der Autolyse wird vom Eindringen von saprotrophen Mikroorganismen begleitet, welche sich vermehren und durch ihre Enzyme organische Substanz abbauen.

Unter aeroben Bedingungen erfolgt der Abbau zu Ammoniak, Kohlenstoffdioxid, Wasser, Schwefelwasserstoff und Mineralien. Da im Körperinneren jedoch ein Sauerstoffmangel vorliegt, kommt es hier zur Fäulnis, bei der kleinmolekulare organische Substanzen wie Propionsäure, Essigsäure, Buttersäure, Ethanol und Amine entstehen.

Diese Seite wurde zuletzt am 29. Juni 2008 um 16:18 Uhr bearbeitet.

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