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Verschluss der Tuba auditiva

Version vom 10. August 2008, 16:12 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

Synonym: akuter Tubenmittelohrkatarrh
Englisch: obstruction of the auditory tube, eustachitis

1 Definition

Der Verschluss der Tuba auditiva bezeichnet einen durch Schwellung der Schleimhaut der Tuba auditiva hervorgerufenen Verschluss des Lumens der Ohrtrompete.

ICD10-Code: H68.1

2 Ätiopathogenese

Die Schwellung der Tubenschleimhaut führt zu einer unzureichenden Belüftung der Paukenhöhle. In dieser wird daraufhin Luft resorbiert, was zu einem Unterdruck im Mittelohr mit Retraktion des Trommelfells führt.

Dies kann zu einem Exsudat in der Paukenhöhle führen.

Die Schwellung der Tubenschleimhaut ist häufig durch katarrhalische Erkrankungen im Bereich des Nasen-Rachen-Raumes bedingt, die die Nasenatmung beeinträchtigen. Aber auch eine Septumdeviation, eine Muschelschwellung, vergrößerte Rachenmandeln oder ein Tumor im Nasen-Rachen-Raum können die Nasenatmung beinträchtigen und so zum Tubenmittelohrkatarrh führen.

3 Klinik

Die Patienten klagen über ein Druckgefühl im Ohr sowie über eine Verschlechterung des Hörvermögens. Es kann sich ebenfalls ein Rauschen im Ohr entwickeln.

4 Komplikationen

Bei unzureichender Behandlung kann sich ein Seromukotympanon entwickeln. Es besteht die Gefahr des chronischen Tubenmittelohrkatarrhs.

Durch den Unterdruck in der Paukenhöhle besteht ebenfalls die Gefahr der Ruptur der Membran des runden Fensters.

5 Diagnostik

Die Otoskopie zeigt eine Trommelfellretraktion: der kurze Fortsatz des Hammers springt nach vorne, der Hammergriff erscheint verkürzt. Dies führt zum Entstehung einer hinteren Trommelfellfalte. Der Lichtreflex ist vom Umbo abgerückt.

Das Trommelfell ist rosafarben, jedoch nicht gerötet oder vorgewölbt.

Wenn sich ein Erguss gebildet hat, scheint dieser durch das Trommelfell durch und lässt einen Flüssigkeitsspiegel erkennen, der sich bei Bewegungen des Kopfes ändert. Beim Politzer-Verfahren zeigen sich Flüssigkeitsblasen.

Beim Weber-Versuch wird bei einseitigem Tubenmittelohrkatarrh in das betroffene Ohr lateralisiert. Im Audiogramm zeigt sich eine Schallleitungsschwerhörigkeit. Im Tympanogramm ist der Gipfel nach links verschoben.

6 Therapie

Grundlage der Therapie ist die Wiederherstellung einer normalen Atmung durch die Nase. Dies kann z.B. durch abschwellende Nasentropfen oder eine Operation (je nach Ursache z.B. Adenotomie, Septumplastik) geschehen.

Weiterhin ist eine Tubendurchblasung möglich, wobei diese jedoch nicht bei akuter Rhinitis durchgeführt werden sollte, da sonst Viren und Bakterien ins Mittelohr geblasen werden und dort eine Otitis media acuta hervorrufen können.

Wenn sich ein Exsudat entwickelt hat, kann eine Wärmebestrahlung die Resorption fördern. Es besteht ebenfalls die Möglichkeit der Parazentese und des Absaugens des Exsudates sowie der transtympanalen Punktion der Paukenhöhle.

Diese Seite wurde zuletzt am 10. November 2006 um 13:51 Uhr bearbeitet.

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