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VEGF-Inhibitor: Unterschied zwischen den Versionen

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VEGF-Inhibitoren haben den gleichen Wirkansatz wie [[VEGFR-Inhibitor]]en. Sie hemmen die vom [[VEGF-Rezeptor]] abhängige [[Signalkaskade]]. Teilweise werden die Begriffe im klinischen Sprachgebrauch auch synonym verwendet. VEGF-Inhibitoren binden jedoch an das [[Signalmolekül]], VEGFR-Inhibitoren dagegen direkt an den Rezeptor.
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Die verschiedenen VEGF-Typen binden an VEGF-Rezeptoren aus der Familie der [[Rezeptortyrosinkinase]]n, die u.a. von [[Endothelzelle]]n exprimiert werden. Die Bindung von VEGF an VEGF-Rezeptoren führt zu einer [[Dimerisierung]] dieser Rezeptoren. Dadurch wird eine [[ATP]]-Bindungsstelle exponiert, so dass ATP an den Rezeptor binden kann. Das löst eine [[Transphosphorylierung]] der intrazellulär liegenden [[Tyrosin]]reste der dimerisierten Rezeptoren aus. An das entstehende [[Phosphotyrosin]] können Proteine mit [[SH2-Domäne]] binden, welche dann den nächsten Schritt der Signalkaskade anstoßen.
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VEGF-Inhibitoren blockieren VEGF, so dass es nicht mehr an die VEGF-Rezeptoren binden kann. Die von ihnen abhängige intrazelluläre Signalkaskade wird unterbrochen, was eine Hemmung der [[Angiogenese]] auslöst. Letztere ist für das Wachstum von [[Tumor]]en, aber auch bei proliferativen Gefäßprozessen ([[Makuladegeneration|feuchte Makuladegeneration]]) essentiell.
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Die [[antineoplastisch]]e Wirkung betrifft nicht die [[Tumorzelle]]n selbst, sondern die Gefäßzellen. Wenn die Blutversorgung des Tumors hinreichend eingeschränkt wird, kommt es zu einer [[Regression]], die sich klinisch als Verkleinerung des [[Tumor]]s bemerkbar macht.
  
 
==Substanzen==
 
==Substanzen==
* [[Aflibercept]]
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===Monoklonale Antikörper===
 
* [[Bevacizumab]]
 
* [[Bevacizumab]]
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* [[Brolucizumab]]
 
* [[Ranibizumab]]
 
* [[Ranibizumab]]
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===Andere===
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* [[Aflibercept]]
 
* [[Thalidomid]]
 
* [[Thalidomid]]
 
* [[Pegaptanib]]
 
* [[Pegaptanib]]

Aktuelle Version vom 15. Februar 2019, 08:56 Uhr

Synonym: VEGF-Hemmer
Englisch: VEGF inhibitors

1 Definition

VEGF-Inhibitoren sind eine Gruppe strukturell unterschiedlicher Arzneistoffe, die an den Wachstumsfaktor VEGF binden und dadurch die Angiogenese hemmen.

2 Hintergrund

VEGF-Inhibitoren haben den gleichen Wirkansatz wie VEGFR-Inhibitoren. Sie hemmen die vom VEGF-Rezeptor abhängige Signalkaskade. Teilweise werden die Begriffe im klinischen Sprachgebrauch auch synonym verwendet. VEGF-Inhibitoren binden jedoch an das Signalmolekül, VEGFR-Inhibitoren dagegen direkt an den Rezeptor.

3 Biochemie

Die für den Menschen relevanten VEGF-Typen sind in folgender Tabelle dargestellt.

VEGF-Typ Funktion
VEGF-A Angiogenese, Chemotaxis, Vasodilatation
VEGF-B Embryonale Angiogenese (Vaskulogenese)
VEGF-C Lymphangiogenese
VEGF-D Lymphangiogenese

Die verschiedenen VEGF-Typen binden an VEGF-Rezeptoren aus der Familie der Rezeptortyrosinkinasen, die u.a. von Endothelzellen exprimiert werden. Die Bindung von VEGF an VEGF-Rezeptoren führt zu einer Dimerisierung dieser Rezeptoren. Dadurch wird eine ATP-Bindungsstelle exponiert, so dass ATP an den Rezeptor binden kann. Das löst eine Transphosphorylierung der intrazellulär liegenden Tyrosinreste der dimerisierten Rezeptoren aus. An das entstehende Phosphotyrosin können Proteine mit SH2-Domäne binden, welche dann den nächsten Schritt der Signalkaskade anstoßen.

4 Wirkmechanismus

VEGF-Inhibitoren blockieren VEGF, so dass es nicht mehr an die VEGF-Rezeptoren binden kann. Die von ihnen abhängige intrazelluläre Signalkaskade wird unterbrochen, was eine Hemmung der Angiogenese auslöst. Letztere ist für das Wachstum von Tumoren, aber auch bei proliferativen Gefäßprozessen (feuchte Makuladegeneration) essentiell.

Die antineoplastische Wirkung betrifft nicht die Tumorzellen selbst, sondern die Gefäßzellen. Wenn die Blutversorgung des Tumors hinreichend eingeschränkt wird, kommt es zu einer Regression, die sich klinisch als Verkleinerung des Tumors bemerkbar macht.

5 Substanzen

5.1 Monoklonale Antikörper

5.2 Andere

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