Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

VEGF

Version vom 6. Februar 2016, 10:57 Uhr von Rebecca van der Laan (Diskussion | Beiträge)

Synonyme: Endothelwachstumsfaktor, Vascular Endothelial Growth Factor
Englisch: Vascular Endothelial Growth Factor

1 Definition

Unter dem VEGF werden eine Gruppe von Proteinen zusammengefasst. Durch Ihre Funktion als Signalmoleküle erfüllen sie unterschiedliche Aufgaben. Die weitere Kennzeichnung der einzelnen Proteine dieser Gruppe erfolgt durch einen Buchstabenzusatz (A-F). Insgesamt existieren 6 verschiedene Formen plus einer Form, die als PIGF (Placental Growth Factor,) bezeichnet wird. Die einzelnen Typen wiederum können sich in der Anzahl ihrer Aminosäuren unterscheiden, welches durch tiefgestellte Ziffern gekennzeichnet wird. Wie der Name schon sagt, findet sich VEGF in allen vaskulären Geweben des Menschen.

2 Funktionen

VEGF ist wichtig für die Angiogenese, die Bildung neuer Gefäße. Hierbei vermittelt VEGF die Bildung neuen Endothels. Es kommt hierbei zur Einwanderung ( Migration ) und Teilung neuer Endothelzellen. In der Vaskulogenese kommt es unter VEGF-Beteiligung zur Bildung des embryonalen Blutkreislaufes. Desweiteren wirkt VEGF auf Zellen des Blutsystems, indem es Makrophagen und Monozyten stimuliert.

Die Typen VEGF-C und VEGF-D wirken an der Synthese von Lymphgefäßen mit. VEGF-F ist ein Bestandteil von Schlangengift und entfaltet hier seine Wirkung. Über den Stickstoffmonooxidkreislauf (NO) kann VEGF eine Gefäßerweiterung hervorrufen und somit zu einer Reduktion des Blutdrucks führen. In Phasen einer notwendig werdenden Neoangiogenese wie zum Beispiel im Rahmen der Wundheilung oder bei der Kolitis kommt es zur Hochregulation von VEGF.

In der Niere wird VEGF aufgrund einer niedrigen Sauerstoffkonzentration ( Hypoxämie ) exprimiertund vermittelt durch HIF-1α ebenfalls auf die Gefäßneubildung. Im Verlauf eines Diabetes mellitus kommt es unter Mitwirkung des VEGF retinalen Neovaskularisation. Die Ursache der Proliferation von Perizyten und Retinaendothelzellen durch VEGF ist auch hier durch eine niedrige Sauerstoffkonzentration verursacht. In Patienten mit einer diabetischen Retinopathie finden sich erhöhte Konzentrationen von VEGF.

Daneben wird VEGF von einigen Tumoren exprimiert. Hieraus leiten sich Therapieansätze zur Tumortherapie ab. Es handelt sich hierbei um biologische Antikörper und Angiogenese-Inhibitoren.

Es gibt neben dem auch Krankheiten, die Störungen in der VEGF-Signaltransduktion und dessen Rezeptoren als Ursache haben. Hierzu gehört das Lymphödem Typ Milroy. Der bei dieser Krankheit auf dem Chromosom 5 lokalisierte Gendefekt führt zu einer Inaktivierung des VGEFR-3, eines der VEGF-Rezeptoren. Klinisch zeigen die Patienten Lymphödeme vor allem der unteren Extremitäten.

3 Wirkungsweise

Auf molekularbiologischer Ebene ist das Vorhandensein eines spezifischen VEGF-Rezeptors, damit VEGF seine Wirkung entfalten kann. Dieser Rezeptor ist eine Tyrosinkinase, von welcher drei Subtypen existieren.

Diese Seite wurde zuletzt am 5. November 2021 um 13:58 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Letzte Autoren des Artikels:

5 Wertungen (4 ø)

56.444 Aufrufe

Copyright ©2021 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: