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Unter dem '''VEGF''' werden eine Gruppe von [[Protein]]en zusammengefasst. Durch Ihre Funktion als [[Signalmolekül]]e erfüllen sie unterschiedliche Aufgaben. Die weitere Kennzeichnung der einzelnen Proteine dieser Gruppe erfolgt durch einen Buchstabenzusatz (A-F).
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Unter dem Namen '''VEGF''' wird eine Gruppe von [[Protein]]en zusammengefasst, die als [[Signalmolekül]]e unterschiedliche Aufgaben erfüllen. VEGF findet sich in allen [[vaskulär]]en Geweben des Menschen.
Insgesamt existieren 6 verschiedene Formen plus einer Form, die als PIGF (Placental Growth Factor,) bezeichnet wird.
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Die einzelnen Typen wiederum können sich in der Anzahl ihrer [[Aminosäure]]n unterscheiden, welches durch tiefgestellte Ziffern gekennzeichnet wird.  
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==Nomenklatur==
Wie der Name schon sagt, findet sich VEGF in allen vaskulären Geweben des Menschen.
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Die weitere Kennzeichnung der einzelnen Proteine dieser Gruppe erfolgt durch einen Buchstabenzusatz (A-F). Insgesamt existieren 6 verschiedene Formen plus einer Form, die als [[Plazenta-Wachstumsfaktor|PlGF]] (Placental Growth Factor) bezeichnet wird. Die einzelnen Typen wiederum können sich in der Anzahl ihrer [[Aminosäure]]n unterscheiden, was durch tiefgestellte Ziffern gekennzeichnet wird.
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==Funktionen==
 
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VEGF ist wichtig für die [[Angiogenese]], die Bildung neuer Gefäße. Hierbei vermittelt VEGF die Bildung neuen [[Endothel]]s. Es kommt hierbei zur Einwanderung ([[Migration]]) und Teilung neuer Endothelzellen. In der [[Vaskulogenese]] kommt es unter VEGF-Beteiligung zur Bildung des [[embryonal]]en [[Blutkreislauf]]es. Desweiteren wirkt VEGF auf Zellen des [[Blut]]systems, indem es [[Makrophage]]n und [[Monozyt]]en stimuliert.
  
VEGF ist wichtig für die [[Angiogenese]], die Bildung neuer Gefäße. Hierbei vermittelt VEGF die Bildung neuen [[Endothel]]s. Es kommt hierbei zur Einwanderung ( [[Migration]] ) und Teilung neuer Endothelzellen.
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Die Typen VEGF-C und VEGF-D wirken an der [[Synthese]] von Lymphgefäßen mit. VEGF-F ist ein Bestandteil von Schlangengift und entfaltet hier seine Wirkung. Über den [[Stickstoffmonoxid]]kreislauf (NO) kann VEGF eine [[Gefäßerweiterung]] hervorrufen und somit zu einer Reduktion des [[Blutdruck]]s führen. In Phasen einer notwendig werdenden [[Angioneogenese]] wie zum Beispiel im Rahmen der [[Wundheilung]] oder bei der [[Kolitis]] kommt es zur Hochregulation von VEGF.
In der [[Vaskulogenese]] kommt es unter VEGF-Beteiligung zur Bildung des [[embryonal]]en [[Blutkreislauf]]es.
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Desweiteren wirkt VEGF auf Zellen des [[Blutsystem]]s, indem es [[Makrophage]]n und [[Monozyt]]en stimuliert.
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Die Typen VEGF-C und VEGF-D wirken an der [[Synthese]] von Lymphgefäßen mit.
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VEGF-F ist ein Bestandteil von Schlangengift und entfaltet hier seine Wirkung.
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Über den Stickstoffmonooxidkreislauf ([[NO]]) kann VEGF eine [[Gefäßerweiterung]] hervorrufen und somit zu einer Reduktion des [[Blutdruck]]s führen.
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In Phasen einer notwendig werdenden [[Neoangiogenese]] wie zum Beispiel im Rahmen der [[Wundheilung]] oder bei der [[Kolitis]] kommt es zur Hochregulation von VEGF.
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In der [[Niere]] wird VEGF aufgrund einer niedrigen Sauerstoffkonzentration ( [[Hypoxämie]] ) exprimiertund vermittelt durch [[HIF|HIF-1α]] ebenfalls auf die Gefäßneubildung.
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Im Verlauf eines [[Diabetes mellitus]] kommt es unter Mitwirkung des VEGF retinalen [[Neovaskularisation]]. Die Ursache der Proliferation von Perizyten und Retinaendothelzellen durch VEGF ist auch hier durch eine niedrige Sauerstoffkonzentration verursacht. In Patienten mit einer diabetischen [[Retinopathie]] finden sich erhöhte [[Konzentration]]en von VEGF.
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Daneben wird VEGF von einigen [[Tumor]]en exprimiert. Hieraus leiten sich Therapieansätze zur Tumortherapie ab. Es handelt sich hierbei um biologische Antikörper und [[Angiogenese]]-[[Inhibitor]]en.
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In der [[Niere]] wird VEGF aufgrund einer niedrigen Sauerstoffkonzentration ([[Hypoxämie]]) exprimiert und vermittelt durch [[HIF|HIF-1α]] ebenfalls auf die Gefäßneubildung.
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Im Verlauf eines [[Diabetes mellitus]] kommt es unter Mitwirkung des VEGF zur retinalen [[Neovaskularisation]]. Die Ursache der Proliferation von Perizyten und Retinaendothelzellen durch VEGF ist auch hier durch eine niedrige Sauerstoffkonzentration verursacht. In Patienten mit einer [[Diabetische Retinopathie|diabetischen Retinopathie]] finden sich erhöhte [[Konzentration]]en von VEGF.
  
Es gibt neben dem auch Krankheiten, die Störungen in der VEGF-Signaltransduktion und dessen Rezeptoren als Ursache haben. Hierzu gehört das [[Lymphödem]] Typ [[Milroy]]. Der bei dieser Krankheit auf dem Chromosom 5 lokalisierte Gendefekt führt zu einer Inaktivierung des VGEFR-3, eines der VEGF-Rezeptoren. Klinisch zeigen die Patienten Lymphödeme vor allem der unteren [[Extremität]]en.  
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Es gibt auch Krankheiten, die Störungen in der VEGF-Signaltransduktion und deren Rezeptoren als Ursache haben. Hierzu gehört das [[Lymphödem]] Typ [[Milroy]]. Der bei dieser Krankheit auf dem [[Chromosom 5]] lokalisierte Gendefekt führt zu einer Inaktivierung des VEGFR-3, eines der [[VEGF-Rezeptor]]en. Klinisch zeigen die Patienten [[Lymphödem]]e vor allem der unteren [[Extremität]]en.
  
 
==Wirkungsweise==
 
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Auf molekularbiologischer Ebene ist das Vorhandensein eines spezifischen VEGF-[[Rezeptor]]s, damit VEGF seine Wirkung entfalten kann. Dieser Rezeptor ist eine [[Tyrosinkinase]], von welcher drei Subtypen existieren.
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Auf molekularbiologischer Ebene ist das Vorhandensein eines spezifischen [[VEGF-Rezeptor]]s notwendig, damit VEGF seine Wirkung entfalten kann. Dieser Rezeptor ist eine [[Tyrosinkinase]], von welcher drei Subtypen existieren.
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[[Fachgebiet:Biochemie]]
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[[Tag:Wachstumsfaktor]]

Version vom 14. Februar 2019, 18:16 Uhr

Synonyme: Endothelwachstumsfaktor, Vascular Endothelial Growth Factor
Englisch: Vascular Endothelial Growth Factor

1 Definition

Unter dem Namen VEGF wird eine Gruppe von Proteinen zusammengefasst, die als Signalmoleküle unterschiedliche Aufgaben erfüllen. VEGF findet sich in allen vaskulären Geweben des Menschen.

2 Nomenklatur

Die weitere Kennzeichnung der einzelnen Proteine dieser Gruppe erfolgt durch einen Buchstabenzusatz (A-F). Insgesamt existieren 6 verschiedene Formen plus einer Form, die als PlGF (Placental Growth Factor) bezeichnet wird. Die einzelnen Typen wiederum können sich in der Anzahl ihrer Aminosäuren unterscheiden, was durch tiefgestellte Ziffern gekennzeichnet wird.

3 Einteilung

Die für den Menschen relevanten VEGF-Typen sind in folgender Tabelle dargestellt.

VEGF-Typ Funktion
VEGF-A Angiogenese, Chemotaxis, Vasodilatation
VEGF-B Embryonale Angiogenese (Vaskulogenese)
VEGF-C Lymphangiogenese
VEGF-D Lymphangiogenese
PIGF Angiogenese, Vaskulogenese

4 Funktionen

VEGF ist wichtig für die Angiogenese, die Bildung neuer Gefäße. Hierbei vermittelt VEGF die Bildung neuen Endothels. Es kommt hierbei zur Einwanderung (Migration) und Teilung neuer Endothelzellen. In der Vaskulogenese kommt es unter VEGF-Beteiligung zur Bildung des embryonalen Blutkreislaufes. Desweiteren wirkt VEGF auf Zellen des Blutsystems, indem es Makrophagen und Monozyten stimuliert.

Die Typen VEGF-C und VEGF-D wirken an der Synthese von Lymphgefäßen mit. VEGF-F ist ein Bestandteil von Schlangengift und entfaltet hier seine Wirkung. Über den Stickstoffmonoxidkreislauf (NO) kann VEGF eine Gefäßerweiterung hervorrufen und somit zu einer Reduktion des Blutdrucks führen. In Phasen einer notwendig werdenden Angioneogenese wie zum Beispiel im Rahmen der Wundheilung oder bei der Kolitis kommt es zur Hochregulation von VEGF.

In der Niere wird VEGF aufgrund einer niedrigen Sauerstoffkonzentration (Hypoxämie) exprimiert und vermittelt durch HIF-1α ebenfalls auf die Gefäßneubildung. Im Verlauf eines Diabetes mellitus kommt es unter Mitwirkung des VEGF zur retinalen Neovaskularisation. Die Ursache der Proliferation von Perizyten und Retinaendothelzellen durch VEGF ist auch hier durch eine niedrige Sauerstoffkonzentration verursacht. In Patienten mit einer diabetischen Retinopathie finden sich erhöhte Konzentrationen von VEGF.

Es gibt auch Krankheiten, die Störungen in der VEGF-Signaltransduktion und deren Rezeptoren als Ursache haben. Hierzu gehört das Lymphödem Typ Milroy. Der bei dieser Krankheit auf dem Chromosom 5 lokalisierte Gendefekt führt zu einer Inaktivierung des VEGFR-3, eines der VEGF-Rezeptoren. Klinisch zeigen die Patienten Lymphödeme vor allem der unteren Extremitäten.

5 Wirkungsweise

Auf molekularbiologischer Ebene ist das Vorhandensein eines spezifischen VEGF-Rezeptors notwendig, damit VEGF seine Wirkung entfalten kann. Dieser Rezeptor ist eine Tyrosinkinase, von welcher drei Subtypen existieren.

6 Klinik

VEGF wird von einigen Tumoren exprimiert. Hieraus leiten sich Therapieansätze zur Tumortherapie ab. VEGF- und VEGFR-Inhibitoren werden daher als antineoplastische Arzneistoffe eingesetzt. Es handelt sich hierbei um Tyrosinkinaseinhibitoren oder monoklonale Antikörper.

Die medikamentöse Hemmung von VEGF spielt ebenfalls eine Rolle bei der Therapie der altersbedingten Makuladegeneration. Für diese Indikation wurde das Medikament Pegaptanib zugelassen, ein Aptamer.

Diese Seite wurde zuletzt am 5. November 2021 um 13:58 Uhr bearbeitet.

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