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Urtikaria: Unterschied zwischen den Versionen

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Urtikaria
 
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==Definition==
 
==Definition==
Die '''Urtikaria''' ist eine mit [[Ödem|ödem]]atösen [[Effloreszenz]]en ([[Quaddel]]n) einhergehende [[Haut]]erkrankung.
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Die '''Urtikaria''' (Nesselsucht) ist eine mit [[Quaddel]]n (Utica) und Angioödemen ([[Quincke-Ödem]]en) einhergehende Hauterkrankung.<ref name="eins">[https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29336054] Zuberbier et al. The EAACI/GA²LEN/EDF/WAO Guideline for the Definition, Classification, Diagnosis and Management of Urticaria. The 2017 Revision and Update. Allergy. 2018</ref>
  
==Ätiologie und Formen==
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==Einteilung==
Die Ursachen einer Urtikaria können vielfältig sein. Meistens sind [[immunologisch]]e Mechanismen, die zur Freisetzung von [[Histamin]] führen als Ursache anzunehmen.
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* Immunologische Urtikaria
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Die Klassifizierung der Urtikaria erfolgt basierend auf der Krankheitsdauer:<ref name="eins" />
** [[IgE]]-vermittelte Sofortreaktion auf [[Allergen]]e
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* '''akute Urtikaria''' (≤ 6 Wochen; schubweise rezidivierendes Auftreten möglich)  
** Histaminfreisetzung durch Ablagerung von [[Immunkomplex]]en (Infektionsherd?) und Aktivierung des [[Komplementsystem]]s
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* '''chronische Urtikaria''' (> 6 Wochen; ohne symptomfreies Intervall)  
* Medikamentös
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** [[ASS-Intoleranz-Syndrom]]
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** [[Histaminliberator]]en (z.B. [[Röntgenkontrastmittel]], [[Muskelrelaxans|Muskelrelaxanzien]])
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** Nebenwirkung von [[ACE-Hemmer]]n
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* Physikalische Urtikaria
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** Druck
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** Reibung
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** Kälte
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** Wärme und Schwitzen
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** Licht (insb. [[UV-Strahlung]])
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Eine maximal 6 Wochen lang bestehende Urtikaria wird als ''akute Urtikaria'' bezeichnet. Sie kann bei symptomfreien Intervallen auch schubweise rezidivierend auftreten.
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Zudem wird die chronische Urtikaria anhand des Vorhandenseins von spezifischen [[Trigger]]faktoren klassifiziert:<ref name="eins" />
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* '''spontane chronische Urtikaria''' (ohne Trigger)
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* '''Induzierbare chronische Urtikaria''' (mit Trigger)
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** Mögliche Triggerfaktoren sind:
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*** Wärme- oder Kälteexposition
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*** Licht
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*** Druck
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*** Mechanische Irritation
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*** Erhöhung der Körperkerntemperatur
  
Eine über 6 Wochen bestehende Urtikaria ohne symptomfreies Intervall wird als ''chronische Urtikaria'' bezeichnet.
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==Ätiopathophysiologie==
  
==Symptomatik==
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Als Ursache für Urtikaria wird eine Type-1- oder Typ-IIb-[[Autoimmunität]] vermutet, die in einer vermehrten Degranulation von [[Mastzelle]]n resultiert.<ref name="zwei">[https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27777182] Kolkhir et al. Autoimmune chronic spontaneous urticaria: What we know and what we do not know. J Allergy Clin Immunol. 2017</ref> Diese spezialisierten Immunzellen setzen [[Histamin]]e und weitere Entzündungsfaktoren frei, die eine [[Vasodilatation]] und [[Extravasation]] hervorrufen. Diese Reaktionen führen zu Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe und damit der Quaddelbildung.<ref name="eins" />
Die Effloreszenz ist ein erhabenes [[Erythem]] mit starkem [[Juckreiz]] (Quaddel). Die Größe des einzelnen Erythems ist variabel. Urtikaria treten bevorzugt abends und nachts auf.
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Kleine Urticaria sind erbsengroß, ausgebreitete Urticaria können ganze Körperregionen umfassen und werden dann auch als ''Urticaria geographica'' bezeichnet.
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==Symptome==
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Die Quaddeln ist ein erhabene [[Erythem]]e mit starkem [[Juckreiz]]. Sie treten bevorzugt abends und nachts auf und das Erscheinungsbild der Haut normalisiert sich innerhalb von 0,5 – 24 Stunden.<ref name="eins" />
  
Bestehen gleichzeitig Zeichen eines Schocks, so ist von einem lebensbedrohlichen [[anaphylaktischer Schock|anaphylaktischen Schock]] auszugehen. Weiterhin kann eine Urtikaria zusammen mit einem ebenfalls lebensbedrohlichen [[Quincke-Ödem]] des [[Larynx]] auftreten.
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Rund die Hälfte der Urtikaria-Patienten leidet zudem unter Angioödemen.<ref name="drei">[ https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28160338?dopt=Abstract] Maurer et al. H1-antihistamine-refractory chronic spontaneous urticaria: it’s worse than we thought - first results of the multicenter real-life AWARE study. Clin Exp Allergy 2017</ref> Es handelt sich dabei um plötzliche Schwellungen, die sich in die tiefere [[Dermis]] und [[Subkutis]] erstrecken. Sie können mit Schmerzen einhergehen und zeigen häufig eine Beteiligung der Schleimhäute. Die Rückbildung erfolgt innerhalb von 72 Stunden.<ref name="eins" />
  
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Urtikaria kann auch zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie einem Angioödem des [[Larynx]] oder [[anaphylaktischer Schock|anaphylaktischen Schock]] führen.
 
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==Diagnostik==
 
==Diagnostik==
Eine erfolgreiche Diagnostik mit Feststellung der Ursache ist vor allem bei intermittierend akut verlaufenden Urtikariaformen möglich, da so die Umstände bei Auslösung besser analysiert werden können.
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Wertvollstes Instrument der Urtikaria-Dagnostik ist die [[Anamnese]]. Weiterhin sollten vorliegende Erkrankungen (Infektionen, Autoimmunerkrankungen) und bekannte Allergien abgeklärt werden.<ref name="eins" />
 
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Wertvollstes diagnostisches Instrument ist dabei die [[Anamnese]], in der die Begleitumstände der Urtikaria abgeklärt werden können. Weiterhin sollten vorliegende Erkrankungen ([[Infektion]]en, Autoimmunerkrankungen) und bekannte Allergien bereits in diesem Rahmen abgeklärt werden.
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Weitere diagnostische Maßnahmen:
 
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* Entnahme und mikrobiologische Diagnostik einer [[Stuhlprobe]] ([[Parasit]]en)
 
* Entnahme und mikrobiologische Diagnostik einer [[Stuhlprobe]] ([[Parasit]]en)
 
* Suche nach einer Infektionsquelle (allergische Reaktion auf beispielsweise im Rahmen einer [[Tonsillitis]] verstreuten bakteriellen [[Antigen]]e und Immunkomplexe)  
 
* Suche nach einer Infektionsquelle (allergische Reaktion auf beispielsweise im Rahmen einer [[Tonsillitis]] verstreuten bakteriellen [[Antigen]]e und Immunkomplexe)  
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Besonders für Patienten mit chronischer Urtikaria existieren zudem essentielle Mess-Instrumente zur Erfassung der Krankheitsaktivität, welche eine hilfreiche Unterstützung für die Therapieentscheidung darstellen. Die Krankheitsaktivität der Urtikaria wird häufig mittels UAS (Urticaria Activity Score) und AAS (Angioedema Activity Score) gemessen, die basierend auf Patientenfragebögen bestimmt werden.<ref name="eins" />
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Zudem wird häufig die Einschränkung der Lebensqualität (Cu-Q2oL (Chronic Urticaria of Life Questionnaire) und AE-QoL (Angioedema Quality of Life Questionnaire)) in die Therapieentscheidung miteinbezogen.<ref name="eins" />
  
 
==Therapie==
 
==Therapie==
Eine Urtikaria spricht symptomatisch gut auf [[Antihistaminikum|Antihistaminika]] an, z.B. auf [[Cetirizin]] 10 mg, abends, p.o. oder auf [[Acrivastin]].
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Die symptomatische Therapie der Urtikaria erfolgt i.d.R. anhand eines Stufenschemas, an dessen Beginn die H1-Antihistaminika der zweiten Generation stehen. Diese überwinden die Blut-Hirnschranke nur im geringen Umfang und wirken folglich nur gering sedierend.<ref name="eins" />
  
Die [[IgE]]-vermittelte Freisetzung von Histamin aus den [[Mastzelle]]n wird zusätzlich durch die orale Gabe von [[Glukokortikoid]]en behandelt. Dabei werden z.B. bis zu 40 mg [[Dexamethason]], [[p.o.]] pro Tag oder 50-100 mg [[Prednisolon]], p.o. pro Tag verabreicht - und zwar nicht morgens, sondern mit Auftreten der Symptome (Hautjucken, Urtikaria, verschnupfte Nase, und harte, angespannte Lippen).
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Die Krankheitskontrolle unter der symptomatischen Therapie kann mit Hilfe des Urticaria Control Test (UCT) erfolgen, welcher auf einem Patientenfragebogen beruht. Bei unzureichender Krankheitskontrolle unter H1-Antihistaminika kann laut Leitlinie eine Dosiserhöhung oder darauffolgend eine zusätzliche Therapie mit dem Biologikum Omalizumab oder Ciclosporin A erfolgen. Bei Exazerbationen, können zudem Glukikortikoide zum Einsatz kommen.<ref name="eins" />
  
Ein beginnendes [[Quincke-Ödem]] wird durch die [[i.v.]]-Gabe von 2 mg [[Clemastin]] und 250 mg [[Prednisolon]] in 250 ml [[Kochsalzlösung]] therapiert. Eine im Rahmen des anaphylaktischen Schocks auftretende Urtikaria erfordert intensivmedizinische Behandlung (Glukokortikoid, [[Adrenalin]]).
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Bei induzierbarer Urtikaria sind langfristig die Auslöser zu meiden ([[Expositionsprophylaxe]] gegenüber Allergenen, [[ASS]], Nahrungsmittelzusätzen).  
  
Langfristig sind die Auslöser zu meiden ([[Expositionsprophylaxe]] gegenüber Allergenen, [[ASS]], Nahrungsmittelzusätzen).
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==Quellen==
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==Weblinks==
 
==Weblinks==

Version vom 18. Mai 2018, 16:38 Uhr

Urtikaria von lateinisch: urtica - Brennnessel
Synonym: Nesselsucht
Englisch: urticaria

1 Definition

Die Urtikaria (Nesselsucht) ist eine mit Quaddeln (Utica) und Angioödemen (Quincke-Ödemen) einhergehende Hauterkrankung.[1]

2 Einteilung

Die Klassifizierung der Urtikaria erfolgt basierend auf der Krankheitsdauer:[1]

  • akute Urtikaria (≤ 6 Wochen; schubweise rezidivierendes Auftreten möglich)
  • chronische Urtikaria (> 6 Wochen; ohne symptomfreies Intervall)

Zudem wird die chronische Urtikaria anhand des Vorhandenseins von spezifischen Triggerfaktoren klassifiziert:[1]

  • spontane chronische Urtikaria (ohne Trigger)
  • Induzierbare chronische Urtikaria (mit Trigger)
    • Mögliche Triggerfaktoren sind:
      • Wärme- oder Kälteexposition
      • Licht
      • Druck
      • Mechanische Irritation
      • Erhöhung der Körperkerntemperatur

3 Ätiopathophysiologie

Als Ursache für Urtikaria wird eine Type-1- oder Typ-IIb-Autoimmunität vermutet, die in einer vermehrten Degranulation von Mastzellen resultiert.[2] Diese spezialisierten Immunzellen setzen Histamine und weitere Entzündungsfaktoren frei, die eine Vasodilatation und Extravasation hervorrufen. Diese Reaktionen führen zu Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe und damit der Quaddelbildung.[1]

4 Symptome

Die Quaddeln ist ein erhabene Erytheme mit starkem Juckreiz. Sie treten bevorzugt abends und nachts auf und das Erscheinungsbild der Haut normalisiert sich innerhalb von 0,5 – 24 Stunden.[1]

Rund die Hälfte der Urtikaria-Patienten leidet zudem unter Angioödemen.[3] Es handelt sich dabei um plötzliche Schwellungen, die sich in die tiefere Dermis und Subkutis erstrecken. Sie können mit Schmerzen einhergehen und zeigen häufig eine Beteiligung der Schleimhäute. Die Rückbildung erfolgt innerhalb von 72 Stunden.[1]

Urtikaria kann auch zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie einem Angioödem des Larynx oder anaphylaktischen Schock führen.

5 Diagnostik

Wertvollstes Instrument der Urtikaria-Dagnostik ist die Anamnese. Weiterhin sollten vorliegende Erkrankungen (Infektionen, Autoimmunerkrankungen) und bekannte Allergien abgeklärt werden.[1]

Weitere diagnostische Maßnahmen:

  • Eine durch physikalische Reize hervorgerufene Urtikaria lässt sich mit physikalischen Provokationstests leicht ausschliessen
  • Allergietests (Epikutan-Test, Prick-Test, Intrakutan-Test, RAST) dienen der Fahndung nach Allergien
  • Provokationstestung mit ASS (ASS-Intoleranz) bzw. Nahrungsmittelzusatzstoffen (Konservierungsmittel, Farbstoffe)
  • Entnahme und mikrobiologische Diagnostik einer Stuhlprobe (Parasiten)
  • Suche nach einer Infektionsquelle (allergische Reaktion auf beispielsweise im Rahmen einer Tonsillitis verstreuten bakteriellen Antigene und Immunkomplexe)

Besonders für Patienten mit chronischer Urtikaria existieren zudem essentielle Mess-Instrumente zur Erfassung der Krankheitsaktivität, welche eine hilfreiche Unterstützung für die Therapieentscheidung darstellen. Die Krankheitsaktivität der Urtikaria wird häufig mittels UAS (Urticaria Activity Score) und AAS (Angioedema Activity Score) gemessen, die basierend auf Patientenfragebögen bestimmt werden.[1] Zudem wird häufig die Einschränkung der Lebensqualität (Cu-Q2oL (Chronic Urticaria of Life Questionnaire) und AE-QoL (Angioedema Quality of Life Questionnaire)) in die Therapieentscheidung miteinbezogen.[1]

6 Therapie

Die symptomatische Therapie der Urtikaria erfolgt i.d.R. anhand eines Stufenschemas, an dessen Beginn die H1-Antihistaminika der zweiten Generation stehen. Diese überwinden die Blut-Hirnschranke nur im geringen Umfang und wirken folglich nur gering sedierend.[1]

Die Krankheitskontrolle unter der symptomatischen Therapie kann mit Hilfe des Urticaria Control Test (UCT) erfolgen, welcher auf einem Patientenfragebogen beruht. Bei unzureichender Krankheitskontrolle unter H1-Antihistaminika kann laut Leitlinie eine Dosiserhöhung oder darauffolgend eine zusätzliche Therapie mit dem Biologikum Omalizumab oder Ciclosporin A erfolgen. Bei Exazerbationen, können zudem Glukikortikoide zum Einsatz kommen.[1]

Bei induzierbarer Urtikaria sind langfristig die Auslöser zu meiden (Expositionsprophylaxe gegenüber Allergenen, ASS, Nahrungsmittelzusätzen).

7 Quellen

  1. 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 [1] Zuberbier et al. The EAACI/GA²LEN/EDF/WAO Guideline for the Definition, Classification, Diagnosis and Management of Urticaria. The 2017 Revision and Update. Allergy. 2018
  2. [2] Kolkhir et al. Autoimmune chronic spontaneous urticaria: What we know and what we do not know. J Allergy Clin Immunol. 2017
  3. [ https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28160338?dopt=Abstract] Maurer et al. H1-antihistamine-refractory chronic spontaneous urticaria: it’s worse than we thought - first results of the multicenter real-life AWARE study. Clin Exp Allergy 2017

8 Weblinks

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Fachgebiete: Dermatologie

Diese Seite wurde zuletzt am 18. Mai 2018 um 16:38 Uhr bearbeitet.

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