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Ureter (Veterinärmedizin): Unterschied zwischen den Versionen

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Die Harnleiter sind tierartlich verschieden Lange, stellen bei allen aber einen häutig-muskulösen Schlauch dar. Er verläuft von der Niere ausgehend vorerst [[retroperitoneal]] nach [[kaudal]] und kann je nach Lage in drei Abschnitte unterteilt werden:
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Die Harnleiter sind tierartlich verschieden lang, besitzen aber bei allen Tieren eine ähnliche Histologie. Der Ureter verläuft von der Niere ausgehend [[retroperitoneal]] nach [[kaudal]] und kann je nach Lage in drei Abschnitte unterteilt werden:
 
* Pars abdominalis: steil nach kaudal verlaufender Anfangsabschnitt, erstreckt sich von der Niere bis in den Eintritt in die [[Gekröse]]falte, wobei er sich kurz zuvor nach [[medial]] wendet
 
* Pars abdominalis: steil nach kaudal verlaufender Anfangsabschnitt, erstreckt sich von der Niere bis in den Eintritt in die [[Gekröse]]falte, wobei er sich kurz zuvor nach [[medial]] wendet
 
* Pars pelvina: tritt in die Gerkösefalte ein, wobei hier geschlechtliche Unterschiede vorliegen:
 
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* Ramus uretericus: entstammt der [[Arteria renalis]], die ein direkter Ast der [[Bauchaorta]] darstellt; versorgt den kranialen Abschnitt des Harnleiters
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* Ramus uretericus der [[Arteria renalis]], die ein direkter Ast der [[Bauchaorta]] darstellt; versorgt den kranialen Abschnitt des Harnleiters
* Ramus uretericus: entstammt der [[Arteria vesicalis cranialis]], die ein Ast der [[Arteria umbilicalis (Veterinärmedizin)|Arteria umbilicalis]] und beim Fleischfresser aus der [[Arteria iliaca interna (Veterinärmedizin)|Arteria iliaca interna]] hervorgeht und versorgt den mittleren Abschnitt
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* Ramus uretericus der [[Arteria vesicalis cranialis]], die ein Ast der [[Arteria umbilicalis (Veterinärmedizin)|Arteria umbilicalis]] und beim Fleischfresser aus der [[Arteria iliaca interna (Veterinärmedizin)|Arteria iliaca interna]] hervorgeht und versorgt den mittleren Abschnitt
* Ramus uretericus: geht aus der [[Arteria vesicalis caudalis]] hervor und versorgt den [[kaudal]]en Abschnitt, der je nach Geschlecht aus folgendem Gefäß abgeht:
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* Ramus uretericus der [[Arteria vesicalis caudalis]]; versorgt den [[kaudal]]en Abschnitt. Je nach Geschlecht geht er aus folgendem Gefäß ab:
 
** männliches Tier: ist ein Ast der [[Arteria ductus deferentis]] und stammt somit aus der [[Arteria prostatica]], die aus der A. iliaca interna hervorgeht
 
** männliches Tier: ist ein Ast der [[Arteria ductus deferentis]] und stammt somit aus der [[Arteria prostatica]], die aus der A. iliaca interna hervorgeht
 
** weibliches Tier: ist ein Ast der [[Arteria uterina]] und entstammt somit der [[Arteria vaginalis (Veterinärmedizin)|Arteria vaginalis]], die ebenfalls aus der A. iliaca interna hervorgeht
 
** weibliches Tier: ist ein Ast der [[Arteria uterina]] und entstammt somit der [[Arteria vaginalis (Veterinärmedizin)|Arteria vaginalis]], die ebenfalls aus der A. iliaca interna hervorgeht
Neben den genannten Rami ureterici sind noch weitere Versorgungsäste möglich. Weiters sollte beachtet werden, dass manche Arterien unterschiedliche Abgänge von ihren Stammgefäßen besitzen. Die arterielle Versorgung sollte daher bei jedem Tier einzeln betrachtet werden.
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Neben den genannten Rami ureterici sind noch weitere Versorgungsäste möglich. Anatomische Varianten sind häufig. Die arterielle Versorgung sollte daher bei jedem Tier individuell betrachtet werden.
  
 
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Der [[venöse]] Abfluss erfolgt über die gleichnamigen [[Vene]], die allesamt in die [[Vena cava caudalis]] einmünden:
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Gleich dem [[Nierenbecken]], sind die Harnleiter [[vegetativ]] und [[sensibel]] innerviert. Die vegetativen Fasern entstammen:
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Die Harnleiter sind [[vegetativ]] und [[sensibel]] innerviert. Die vegetativen Fasern entstammen dem [[Plexus coeliacus]] und dem [[Plexus pelvinus]].
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==Topographie==
 
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Nachdem der Ureter am Hilus die Niere verlassen hat, zieht die Pars abdominalis in mehr oder weniger scharfem Bogen in Richtung [[Beckeneingang]]. Dabei verläuft er eher gerade retroperitoneal unter der inneren [[Lendenmuskulatur]] und überkreuzt dabei die von [[Aorta]] und [[Vena cava caudalis]] abgehenden Körperwandgefäße. Unmittelbar vor dem Ende der [[Lendenwirbelsäule]] schlägt der Ureter, der ab hier als Pars pelvina bezeichnet wird, in kurzem geschwungenem Verlauf auf die Harnblase zu. Dabei verkehrt er je nach Geschlecht an unterschiedlichen anatomischen Strukturen vorbei, sodass er letztendlich die Harnblase erreicht.
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Nachdem der Ureter am Hilus die Niere verlassen hat, zieht die Pars abdominalis in mehr oder weniger scharfem Bogen in Richtung [[Beckeneingang]]. Dabei verläuft er eher gerade retroperitoneal unter der inneren [[Lendenmuskulatur]] und überkreuzt dabei die von [[Aorta]] und [[Vena cava caudalis]] abgehenden Körperwandgefäße. Unmittelbar vor dem Ende der [[Lendenwirbelsäule]] schlägt der Ureter, der ab hier als Pars pelvina bezeichnet wird, in kurzem geschwungenem Verlauf auf die Harnblase zu. Dabei zieht er je nach Geschlecht an unterschiedlichen anatomischen Strukturen vorbei und erreicht letztendlich die Harnblase.
  
 
==Histologie==
 
==Histologie==
Die Wandschichtung der Ureteren gestaltet sich einfach:
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** Lamina epithelialis mucosae: [[Urothel]]
 
** Lamina epithelialis mucosae: [[Urothel]]

Version vom 20. Januar 2017, 14:41 Uhr

Synonym: Harnleiter

1 Definition

Die Ureteren bzw. Harnleiter der Haussäugetiere zählen zu den harnableitenden Organen und verbinden die Nieren mit der Harnblase.

2 Anatomie

Die Harnleiter sind tierartlich verschieden lang, besitzen aber bei allen Tieren eine ähnliche Histologie. Der Ureter verläuft von der Niere ausgehend retroperitoneal nach kaudal und kann je nach Lage in drei Abschnitte unterteilt werden:

  • Pars abdominalis: steil nach kaudal verlaufender Anfangsabschnitt, erstreckt sich von der Niere bis in den Eintritt in die Gekrösefalte, wobei er sich kurz zuvor nach medial wendet
  • Pars pelvina: tritt in die Gerkösefalte ein, wobei hier geschlechtliche Unterschiede vorliegen:
  • intramurales Verlaufsstück: nach Erreichen der Dorsalfläche der Harnblase (Übergang Corpus vesicae zu Cervix vesicae) durchdringt ein etwa 20 mm langes intramurales Verlaufsstück schräg die Harnblasenwand und durchsticht die Schleimhaut schlitzförmig als Harnleitermündung (Ostium ureteris)

Dieser schrägverlaufende Harnleiterabschnitt hat funktionelle Aufgaben: bei Druckanstieg in der Harnblase aufgrund zunehmender Füllung wird auf diese Weise ein Zurückfließen des Harnes in den Harnleiter verhindert. Gleichzeitig wird ein weiteres Füllen der Harnblase gewährleistet, da durch peristaltische Kontraktionen der Harnleiterwand der Widerstand der Harnblase überwunden werden und der zufließende Harn somit in die Harnblase gelangen kann.

2.1 Gefäßversorgung

Aufgrund des Verlaufs werden die Uretern aus unterschiedlichen Stammgefäßen versorgt.

2.1.1 Arterien

Neben den genannten Rami ureterici sind noch weitere Versorgungsäste möglich. Anatomische Varianten sind häufig. Die arterielle Versorgung sollte daher bei jedem Tier individuell betrachtet werden.

2.1.2 Venen

Der venöse Abfluss erfolgt über gleichnamige Venen, die allesamt in die Vena cava caudalis einmünden:

2.1.3 Lymphe

Die Lymphgefäße der Ureteren ziehen zu folgenden Lymphknoten:

2.2 Innervation

Die Harnleiter sind vegetativ und sensibel innerviert. Die vegetativen Fasern entstammen dem Plexus coeliacus und dem Plexus pelvinus.

3 Topographie

Nachdem der Ureter am Hilus die Niere verlassen hat, zieht die Pars abdominalis in mehr oder weniger scharfem Bogen in Richtung Beckeneingang. Dabei verläuft er eher gerade retroperitoneal unter der inneren Lendenmuskulatur und überkreuzt dabei die von Aorta und Vena cava caudalis abgehenden Körperwandgefäße. Unmittelbar vor dem Ende der Lendenwirbelsäule schlägt der Ureter, der ab hier als Pars pelvina bezeichnet wird, in kurzem geschwungenem Verlauf auf die Harnblase zu. Dabei zieht er je nach Geschlecht an unterschiedlichen anatomischen Strukturen vorbei und erreicht letztendlich die Harnblase.

4 Histologie

Die Wandschichtung der Ureteren gestaltet sich wie folgt:

5 Klinik

Bei Hunden (Zwergpudel, Husky, Foxterrier) tritt gelegentlich als Missbildung eine Kaudalverlagerung des Eintritts des Harnleiters hinter den Harnblasensphinkter auf. Diese als Ureterektopie bezeichnete Fehlbildung verursacht in den meisten Fällen Störungen im Harnverhaltevermögen (kongenitale Inkontinenz).

6 Literatur

  • Salomon, Franz-Viktor, Hans Geyer, and Uwe Gille, eds. Anatomie für die Tiermedizin. Enke, 2008.
  • Künzel, Wolfgang. Topographische Anatomie, Hochschülerschaft Veterinärmedizinische Universität (Hersausgeber), 3. Auflage. WS 2011/12
  • Nickel, Richard, August Schummer, and Eugen Seiferle. Band II: Eingeweide. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere. Parey, 2004.
  • Egerbacher, Monika, Gabner, Simone et al., Gewebelehre und mikroskopische Anatomie. Skriptum für Übungen und Konversatorien der Histologie. Veterinärmedizinische Universität Wien. Stand: 01.10.2015

Diese Seite wurde zuletzt am 23. Mai 2018 um 20:23 Uhr bearbeitet.

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