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Unfruchtbarkeit: Unterschied zwischen den Versionen

 
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'''Unfruchtbarkeit''' oder '''Infertilität''' bezeichnet das Unvermögen, ein [[Kind]] zu zeugen, zu empfangen oder auszutragen.
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'''Unfruchtbarkeit''' oder '''Infertilität''' bezeichnet das Unvermögen, ein [[Kind]] zu zeugen bzw. zu empfangen. Nach der Definition der [[WHO]] liegt sie beim Menschen vor, wenn nach 1 Jahr trotz regelmäßigen, ungeschützten [[Geschlechtsverkehr]]s zu optimalen Zeitpunkten keine [[Schwangerschaft]] entsteht.
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==Nomenklatur==
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Die Verwendung der Begriffe "Unfruchtbarkeit", "Infertilität" und "Sterilität" ist uneinheitlich. Teilweise werden sie synonym verwendet, teilweise werden ihnen unterschiedliche Bedeutungen - vor allem im Hinblick auf das betroffene Geschlecht - zugeordnet.  
  
 
==Unfruchtbarkeit bei Frauen==
 
==Unfruchtbarkeit bei Frauen==
In etwa 40% der ungewollt kinderlos bleibenden Paare liegt die Ursache der Unfruchtbarkeit bei der Frau. Die Gründe hierfür können vielfältig sein.
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Unfruchtbarkeit bei Frauen wird auch als [[Empfängnisunfähigkeit]] bezeichnet. In etwa 40-50% der ungewollt kinderlos bleibenden Paare liegt die Ursache der Unfruchtbarkeit bei der Frau. Die Gründe hierfür können vielfältig sein.
Normalerweise gelangen beim [[Geschlechtsverkehr]] die [[Spermium|Spermien]] tief in die [[Vagina]], wandern von dort in den [[Uterus]], von dort weiter in die [[Tuba uterina]] wo schließlich die [[Befruchtung]] stattfindet. Danach nistet sich die befruchtete Eizelle in die Uterusschleimhaut ein - die Schwangerschaft beginnt. Liegt nun eine Störung in einem der genannten Mechanismen vor, so kann dies eine Schwangerschaft verhindern und zu Unfruchtbarkeit führen. In vielen Fällen liegt die Unfruchtbarkeit bei Frauen an einem fehlenden [[Eisprung]].
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Normalerweise gelangen beim [[Geschlechtsverkehr]] die [[Spermium|Spermien]] tief in die [[Vagina]], wandern von dort in den [[Uterus]] und erreichen schließlich die [[Tuba uterina]], wo die [[Befruchtung]] stattfindet. Danach nistet sich die befruchtete Eizelle in die Uterusschleimhaut ein - die [[Schwangerschaft]] beginnt.  
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Mögliche Ursachen weiblicher Infertilität sind u.a.:
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* Hormonelle Störungen
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** [[Hypothyreose]]
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** [[Hyperandrogenämie]]
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*Veränderungen des [[Vaginalsekret]]s oder des [[Zervixschleim]]s
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**Immobilisierung der Spermien z.B. durch zu niedrigen [[pH-Wert]] des Vaginalsekrets
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**Beeinträchtigung der Überlebensfähigkeit und Beweglichkeit der Spermien z.B. durch veränderte Beschaffenheit des Zervixschleims ''(siehe auch:'' [[Kremer-Test]])
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* Genetische Defekte
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** [[Klinefelter-Syndrom]]
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** [[Ullrich-Turner-Syndrom]]
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* Erkrankungen oder Funktionsstörungen des Genitales
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** [[Endometriose]]
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** [[Tubenfunktionsstörung]]en
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** [[Uterus myomatosus]]
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* Medizinische Interventionen
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** [[Sterilisierung]] (z.B. durch [[Tubenligatur]])
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** [[Chemotherapie]]
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** [[Strahlentherapie]]
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===Diagnostik weiblicher Infertilität===
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* [[Anamnese]] und [[körperliche Untersuchung]]
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* [[Portioabstrich|Portio-]] und [[Vaginalabstrich|Vaginalzytologie]]
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* [[Bakteriologisch]]e Untersuchung (inkl. [[Chlamydia trachomatis|Chlamydia-trachomatis]]-Direktnachweis)
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* Kontrollen der [[Basaltemperatur]]
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* Untersuchung des [[Zervixschleim|Cervixsekretes]]:
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** [[Viskosität]]sänderung
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** [[Farnkrautphänomen]]
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* [[Postkoitaltest]]
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* [[Endometrium]]untersuchung ([[Biopsie]])
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* Bestimmung der Hormonspiegel:
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** [[FSH]]/[[LH]]
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** [[HCG]]
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** [[Östradiol]]
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** [[Pregnandiol]]
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** [[Prolaktin]] (Frage nach Hyperprolaktinämie)
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** [[Testosteron]], [[Dehydroepiandrosteron|DHEAS]] (Frage nach Hyperandrogenämie)
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** [[Triiodthyronin|fT3]], [[Thyroxin|fT4]], [[TSH]] (Frage nach Hypothyreose)
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** [[Homeostasis Model Assessment|HOMA-Index]]
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* [[Thrombophiliediagnostik]]
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* ggf. Abklärung der [[Hypothalamus-Hypophysen-Achse|hypophysär-hypothalamischen Hormonachse]]
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* ggf. [[Laparoskopie]], [[Pertubation]], [[Hysterosalpingographie]]
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* ggf. [[genetisch]]e und [[immunologisch]]e Untersuchungen
  
 
==Unfruchtbarkeit bei Männern==
 
==Unfruchtbarkeit bei Männern==
Eine Unfruchtbarkeit bei Männern wurde noch in den neunziger Jahren kaum beachtet. So galt der Mann als fruchtbar, wenn er zum Geschlechtsverkehr fähig war. Heute weiß man, dass in etwa 30-50% der Fälle von ungewollt kinderlos bleibenden Paaren die Störung allein beim Mann liegt. Die Ursache kann entweder in einer mangelnden [[Spermienproduktion]] bedingt sein oder einer zu geringen [[Spermienmotilität]] zugrunde liegen. Meist liegt eine kombinierte Störung, die so genannte [[Oligoasthenoteratozoospermie]] (OAT-Syndrom) vor. Die Unfruchtbarkeit beim Mann ist nicht mit der ''[[Impotenz]]'' zu verwechseln, was im allgemeinen die Unfähigkeit, eine [[Erektion]] zu bekommen beschreibt.
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Die Unfruchtbarkeit bei Männern - auch [[Zeugungsunfähigkeit]] genannt - wurde noch in den neunziger Jahren kaum beachtet. So galt der Mann als fruchtbar, wenn er zum Geschlechtsverkehr fähig war. Heute weiß man, dass in etwa 30-50% der Fälle von ungewollt kinderlos bleibenden Paaren die Störung allein beim Mann liegt.  
  
==Ursachen==
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===Ursachen männlicher Infertilität===
Es gibt bestimmte Risikofaktoren, die Unfruchtbarkeit zur Folge haben können:
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Zu den möglichen Ursachen zählen neben einer mangelnden [[Spermienproduktion]] und einer zu geringen [[Spermienmotilität]], auch krankhafte Veränderungen des [[Plexus pampiniformis]] ([[Varikozele]]). Meist liegt eine kombinierte Störung, die so genannte [[Oligoasthenoteratozoospermie]] (OAT-Syndrom) vor. Die Unfruchtbarkeit beim Mann ist nicht mit der ''[[Impotenz]]'' zu verwechseln, was im allgemeinen die Unfähigkeit, eine [[Erektion]] zu bekommen, beschreibt.
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===Diagnostik männlicher Infertilität===
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* Anamnese und körperliche Untersuchung
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* [[Spermiogramm]]
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* Überprüfung der Penetrationsfähigkeit ([[Postkoitaltest]])
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* [[endokrinologisch]]e Untersuchungen ([[Hypogonadismus]])
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* immunologische Untersuchungen ([[Spermatozoen-Antikörper]])
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* ggf. genetische Untersuchung ([[Chromosomenanalyse]])
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* ggf. [[Hodenbiopsie]]
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==Risikofaktoren==
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Es gibt bestimmte Risikofaktoren, die unabhängig vom Geschlecht Unfruchtbarkeit zur Folge haben können:
 
* [[Alkoholabusus]]
 
* [[Alkoholabusus]]
 
* Einnahme bestimmter [[Arzneimittel]]
 
* Einnahme bestimmter [[Arzneimittel]]
 
* [[Drogenkonsum]]
 
* [[Drogenkonsum]]
* [[Unterernährung]]
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* [[Unterernährung]] bzw. falsche [[Ernährung]]
 
* [[Adipositas]]
 
* [[Adipositas]]
* falsche [[Ernährung]]
 
 
* [[Nikotinabusus]]
 
* [[Nikotinabusus]]
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* [[Stress]]
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==Therapie==
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Die Therapie der Unfruchtbarkeit ist abhängig von der genauen Ursache. Lässt sich die Ursache nicht beseitigen, wird bei bestehendem Kinderwunsch meist der Weg einer [[In-vitro-Fertilisation]] gewählt.
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==Literatur==
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* Laborlexikon.de; abgerufen am 29.03.2021
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* Weyerstahl T, Stauber M et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. 4. vollständig überarbeitete Auflage, 2013. Thieme Verlag. doi:10.1055/b-002-94109
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* Thüroff J et al.: Urologische Differenzialdiagnose. 2. Auflage, 2007. Thieme Verlag. doi:10.1055/b-002-40822
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[[Fachgebiet:Gynäkologie]]
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[[Fachgebiet:Reproduktionsmedizin]]
 
[[Fachgebiet:Sexualmedizin]]
 
[[Fachgebiet:Sexualmedizin]]
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[[Tag:Schwangerschaft]]
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[[Tag:Sterilität]]

Aktuelle Version vom 30. März 2021, 07:44 Uhr

Synonyme: Infertilität, Sterilität
Englisch: infertility

1 Definitionen

Unfruchtbarkeit oder Infertilität bezeichnet das Unvermögen, ein Kind zu zeugen bzw. zu empfangen. Nach der Definition der WHO liegt sie beim Menschen vor, wenn nach 1 Jahr trotz regelmäßigen, ungeschützten Geschlechtsverkehrs zu optimalen Zeitpunkten keine Schwangerschaft entsteht.

2 Nomenklatur

Die Verwendung der Begriffe "Unfruchtbarkeit", "Infertilität" und "Sterilität" ist uneinheitlich. Teilweise werden sie synonym verwendet, teilweise werden ihnen unterschiedliche Bedeutungen - vor allem im Hinblick auf das betroffene Geschlecht - zugeordnet.

3 Unfruchtbarkeit bei Frauen

Unfruchtbarkeit bei Frauen wird auch als Empfängnisunfähigkeit bezeichnet. In etwa 40-50% der ungewollt kinderlos bleibenden Paare liegt die Ursache der Unfruchtbarkeit bei der Frau. Die Gründe hierfür können vielfältig sein.

Normalerweise gelangen beim Geschlechtsverkehr die Spermien tief in die Vagina, wandern von dort in den Uterus und erreichen schließlich die Tuba uterina, wo die Befruchtung stattfindet. Danach nistet sich die befruchtete Eizelle in die Uterusschleimhaut ein - die Schwangerschaft beginnt.

Liegt nun eine Störung in einem der genannten Mechanismen vor, so kann dies eine Schwangerschaft verhindern und zu Unfruchtbarkeit führen. In vielen Fällen liegt die Unfruchtbarkeit bei Frauen an einem fehlenden Eisprung.

3.1 Ursachen weiblicher Infertilität

Mögliche Ursachen weiblicher Infertilität sind u.a.:

3.2 Diagnostik weiblicher Infertilität

4 Unfruchtbarkeit bei Männern

Die Unfruchtbarkeit bei Männern - auch Zeugungsunfähigkeit genannt - wurde noch in den neunziger Jahren kaum beachtet. So galt der Mann als fruchtbar, wenn er zum Geschlechtsverkehr fähig war. Heute weiß man, dass in etwa 30-50% der Fälle von ungewollt kinderlos bleibenden Paaren die Störung allein beim Mann liegt.

4.1 Ursachen männlicher Infertilität

Zu den möglichen Ursachen zählen neben einer mangelnden Spermienproduktion und einer zu geringen Spermienmotilität, auch krankhafte Veränderungen des Plexus pampiniformis (Varikozele). Meist liegt eine kombinierte Störung, die so genannte Oligoasthenoteratozoospermie (OAT-Syndrom) vor. Die Unfruchtbarkeit beim Mann ist nicht mit der Impotenz zu verwechseln, was im allgemeinen die Unfähigkeit, eine Erektion zu bekommen, beschreibt.

4.2 Diagnostik männlicher Infertilität

5 Risikofaktoren

Es gibt bestimmte Risikofaktoren, die unabhängig vom Geschlecht Unfruchtbarkeit zur Folge haben können:

6 Therapie

Die Therapie der Unfruchtbarkeit ist abhängig von der genauen Ursache. Lässt sich die Ursache nicht beseitigen, wird bei bestehendem Kinderwunsch meist der Weg einer In-vitro-Fertilisation gewählt.

7 Literatur

  • Laborlexikon.de; abgerufen am 29.03.2021
  • Weyerstahl T, Stauber M et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. 4. vollständig überarbeitete Auflage, 2013. Thieme Verlag. doi:10.1055/b-002-94109
  • Thüroff J et al.: Urologische Differenzialdiagnose. 2. Auflage, 2007. Thieme Verlag. doi:10.1055/b-002-40822

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