Uhthoff-Phänomen

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nach Wilhelm Uhthoff (1853–1927), deutscher Ophthalmologe
Englisch: Uhthoff's phenomenon

1 Definition

Das Uhthoff-Phänomen bezeichnet die vorübergehende Verschlechterung neurologischer Symptome der multiplen Sklerose oder anderer demyelinisierender Erkrankungen durch eine Erhöhung der Körpertemperatur (z.B. bei Fieber, heißen Bädern, sportlicher Anstrengung oder in der Sauna).

2 Hintergrund

Durch die Temperaturerhöhung verschlechtert sich vermutlich vorübergehend die Leitfähigkeit der demyelinisierten Axone. Es handelt sich bei der reversiblen neurologischen Symptomverschlechterung also um einen "Pseudoschub", da die Symptome durch physikalische Phänomene, nicht durch eine entzündliche Aktivität (MS-Schub) ausgelöst werden.

Studien an peripheren Nerven zeigen, dass schon eine Erhöhung der Körpertemperatur um 0,5 °C die Reizübertragung in demyelinisierten Nervenfasern verlangsamen oder blockieren kann. Je stärker die Demyelinisierung fortgeschritten ist, desto temperaturempfindlicher werden die Nervenfasern.

Autoren: https://flexikon.doccheck.com/de/index.php?title=Uhthoff-Ph%C3%A4nomen&action=history

Quelle: https://flexikon.doccheck.com/de/Uhthoff-Ph%C3%A4nomen

Fachgebiete: Neurologie

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