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Tumorzelle: Unterschied zwischen den Versionen

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Bei einer sogenannten Tumorzelle handelt es sich um eine maligne entartete Zelle, welche unabhängig von der Steuerung durch das Immunsystem ist.
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'''Tumorzellen''' sind die zelluläre Grundlage von [[Tumor]]en. Im engeren Sinn sind damit vor allem die Zellen [[maligne]]r Tumoren gemeint, die entartet sind, d.h. sich ohne Rücksicht auf das umgebende [[Gewebe]] teilen und seine Integrität zerstören. Sie nennt man auch '''Krebszellen'''.
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==Pathophysiologie==
 
==Pathophysiologie==
In diesem Zusammenhang besteht ein Versagen des induzierten Zelltodes, der [[Apoptose]].Die geschieht häufig durch eine Problematik im Bereich des Fas-Rezeptors beziehungsweise des Fas-Proteins.
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Eine Tumorzelle entsteht aus einer gesunden [[Zelle]] durch [[Mutation]] oder [[Deletion]] eines oder mehrerer [[Gen]]e. Diese Mutationen sind vor allem in den Genbereichen riskant, welche in der normalen Zelle für das [[Zellwachstum]], die [[Zellteilung]] und die [[Zelldifferenzierung]] verantwortlich sind. Sie bezeichnet man deshalb als [[Protoonkogen]]e. Durch Mutation werden sie zu einem "Krebs-Gen", einem so genannten [[Onkogen]]. Weitere riskante [[Genlocus|Genloci]] sind die [[Tumorsuppressorgen]]e. Sie kontrollieren den [[Zellzyklus]] und reduzieren damit die Wahrscheinlichkeit, dass eine Zelle sich in eine Tumorzelle verwandelt.
Das Fas-Protein ist ein Zelloberflächenprotein, durch welches bei Bindung durch den Fas-Liganden, dem dazu passenden Rezeptor des Immunsystems, im Normalfall die Apoptose der betreffenden Zelle ausgelöst wird.
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Der Fehler kann sowohl in einer Veränderung des Fas-Liganden als auch in der Abspaltung des Fas-Proteins durch die Tumorzelle liegen.In beiden Fällen kann es nicht zur auslösung der Signalkaskade für die Apoptose kommen.
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Nach der Modellvorstelllung führen beide Mechanismen, d.h. die Aktivierung von Onkogenen und die Inaktivierung von Tumorsuppressorgenen dazu, dass sich eine normale Zelle in einer maligne Tumorzelle verwandelt.
Eine weitere Möglichkeit liegt in der Beeinflussung der in der Zelle ablaufenden Signalkaskade.Hier findet zwar die Bindung des Fas-Rezeptors an das Fas-Protein statt, die weitere Signalübertragung bleibt aber aus.Dies kann zum Beispiel durch das gezielte Ausschalten des Proteins [[p53]] geschehen.
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Für das weitere Wachstum und die Vermehrung von Tumorzellen ist das [[Immunsystem]] von entscheidender Bedeutung. Die spezifische Reaktion des Immunsystems auf die Tumorzellen wird als [[Immunoediting]] bezeichnet.
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==Eigenschaften==
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===Fehlende Apoptose===
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Eine wichtige negative Eigenschaft der Tumorzellen ist das Versagen des induzierten Zelltodes, der [[Apoptose]]. Dafür sind häufig Störungen im Bereich des [[Fas-Rezeptor]]s beziehungsweise des Fas-Proteins verantwortlich.
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Der Fas-Rezeptor ist ein [[Zelloberflächenprotein]], welches bei Bindung durch den [[Fas-Ligand]]en die Apoptose der betreffenden Zelle auslöst. Ist der Fas-Rezeptor einer Tumorzelle strukturell verändert oder wurde er von ihr abgespalten, kommt es nicht zur Auslösung der Signalkaskade für die Apoptose.  
  
Darüber hinaus finden sich in viele Fällen noch weitere Veränderungenin einer Tumorzelle. Hierzu kann die vermehrte [[Expression]] von [[Onkogenen]] im Sinne von Wachstumsfaktoren oder Wachstumsfaktorrezeptoren genauso gehören wie die Verminderte Expression oder völlige Ausschaltung von [[Tumorsuppressorgene]]n.
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Eine weitere Möglichkeit liegt in der direkten Beeinflussung der in der Zelle ablaufenden Signalkaskade. Hier findet zwar die Bindung des Fas-Liganden an den Fas-Rezeptors statt, die weitere Signalübertragung in der Zelle, die zur Aktivierung der [[Caspase]] führt, bleibt aber aus. Dies kann zum Beispiel durch das gezielte Ausschalten des [[Tumorsuppressorprotein]]s [[p53]] geschehen.
  
Zusätzlich findet eine Strukturveränderung der betreffenden Zelle statt, welche je nach Stadium und Art der Zelle mit Funktionsverlust oder Funktionsminderung sowie zum Teil mit neuen Funktionen, wie zum Beispiel die Hormonproduktion durch manche [[Bronchialkarinom]]e, einhergeht.
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===Entdifferenzierung===
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Bei Tumorzellen kommt es in der Regel im Laufe mehrerer Teilungszyklen zu zunehmenden Strukturveränderungen, welche mit einer Funktionsverminderung oder einem Funktionsverlust der Zelle einhergehen. Diesen Prozess bezeichnet man als [[Entdifferenzierung]]. Diese Zellveränderungen erzeugen zum Teil aber auch neue Funktionen, wie zum Beispiel eine vorher nicht bestehende [[Hormon]]produktion (z.B. bei [[Bronchialkarzinom]]en).
  
==Beurteilung==
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==Klinik==
Die Tumorzelle wird anhand des [[Grading]]s beurteilt.Hierbei werden die Tumorgröße, die Differenzierung, der Morphologie und der Teilungsrate (falls beurteilbar) mit einbezogen. Das Grading erfolgt durch eine mikroskopische Betrachtung einer [[Biopsie]] durch einen [[Pathologe]]n.
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Tumorzellen werden anhand des so genannten [[Grading]]s beurteilt. Hierbei werden die Tumorgröße, die Differenzierung der Zellen, ihre  [[Morphologie]] und ihre Teilungsrate (falls beurteilbar) einbezogen. Das Grading erfolgt durch eine mikroskopische Betrachtung einer [[Biopsie]] durch einen [[Pathologe]]n.
 
[[Fachgebiet:Onkologie]]
 
[[Fachgebiet:Onkologie]]
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[[Tag:Tumor]]
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[[Tag:Zelle]]

Aktuelle Version vom 13. Juli 2017, 11:48 Uhr

Englisch: tumor cell

1 Definition

Tumorzellen sind die zelluläre Grundlage von Tumoren. Im engeren Sinn sind damit vor allem die Zellen maligner Tumoren gemeint, die entartet sind, d.h. sich ohne Rücksicht auf das umgebende Gewebe teilen und seine Integrität zerstören. Sie nennt man auch Krebszellen.

2 Pathophysiologie

Eine Tumorzelle entsteht aus einer gesunden Zelle durch Mutation oder Deletion eines oder mehrerer Gene. Diese Mutationen sind vor allem in den Genbereichen riskant, welche in der normalen Zelle für das Zellwachstum, die Zellteilung und die Zelldifferenzierung verantwortlich sind. Sie bezeichnet man deshalb als Protoonkogene. Durch Mutation werden sie zu einem "Krebs-Gen", einem so genannten Onkogen. Weitere riskante Genloci sind die Tumorsuppressorgene. Sie kontrollieren den Zellzyklus und reduzieren damit die Wahrscheinlichkeit, dass eine Zelle sich in eine Tumorzelle verwandelt.

Nach der Modellvorstelllung führen beide Mechanismen, d.h. die Aktivierung von Onkogenen und die Inaktivierung von Tumorsuppressorgenen dazu, dass sich eine normale Zelle in einer maligne Tumorzelle verwandelt.

Für das weitere Wachstum und die Vermehrung von Tumorzellen ist das Immunsystem von entscheidender Bedeutung. Die spezifische Reaktion des Immunsystems auf die Tumorzellen wird als Immunoediting bezeichnet.

3 Eigenschaften

3.1 Fehlende Apoptose

Eine wichtige negative Eigenschaft der Tumorzellen ist das Versagen des induzierten Zelltodes, der Apoptose. Dafür sind häufig Störungen im Bereich des Fas-Rezeptors beziehungsweise des Fas-Proteins verantwortlich.

Der Fas-Rezeptor ist ein Zelloberflächenprotein, welches bei Bindung durch den Fas-Liganden die Apoptose der betreffenden Zelle auslöst. Ist der Fas-Rezeptor einer Tumorzelle strukturell verändert oder wurde er von ihr abgespalten, kommt es nicht zur Auslösung der Signalkaskade für die Apoptose.

Eine weitere Möglichkeit liegt in der direkten Beeinflussung der in der Zelle ablaufenden Signalkaskade. Hier findet zwar die Bindung des Fas-Liganden an den Fas-Rezeptors statt, die weitere Signalübertragung in der Zelle, die zur Aktivierung der Caspase führt, bleibt aber aus. Dies kann zum Beispiel durch das gezielte Ausschalten des Tumorsuppressorproteins p53 geschehen.

3.2 Entdifferenzierung

Bei Tumorzellen kommt es in der Regel im Laufe mehrerer Teilungszyklen zu zunehmenden Strukturveränderungen, welche mit einer Funktionsverminderung oder einem Funktionsverlust der Zelle einhergehen. Diesen Prozess bezeichnet man als Entdifferenzierung. Diese Zellveränderungen erzeugen zum Teil aber auch neue Funktionen, wie zum Beispiel eine vorher nicht bestehende Hormonproduktion (z.B. bei Bronchialkarzinomen).

4 Klinik

Tumorzellen werden anhand des so genannten Gradings beurteilt. Hierbei werden die Tumorgröße, die Differenzierung der Zellen, ihre Morphologie und ihre Teilungsrate (falls beurteilbar) einbezogen. Das Grading erfolgt durch eine mikroskopische Betrachtung einer Biopsie durch einen Pathologen.

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Fachgebiete: Onkologie

Diese Seite wurde zuletzt am 13. Juli 2017 um 11:48 Uhr bearbeitet.

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