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* [[Monitoring]] von Patienten in [[Remission]], nach oder während [[Tumoroperation]]en, [[Bestrahlung]] oder [[Chemotherapie]]
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* [[Monitoring]] von Patienten in [[Remission]], nach oder während [[Tumorresektion]]en, [[Bestrahlung]] oder [[Chemotherapie]]
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Als [[Screening]] ist die Bestimmung von Tumormarkern nur in Einzelfällen geeignet. Selbst das [[PSA]]-Screening, das eine vergleichsweise hohe [[Sensitivität]] und [[Spezifität]] hat, ist nicht unumstritten.
  
 
==Aussagekraft==
 
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Der Begriff "Marker" ist streng genommen irreführend. Die meisten Markersubstanzen sind nicht spezifisch für einen bestimmten Tumor oder ein bestimmtes [[Herkunftsgewebe]], sondern können auf mehrere verschiedene Tumoren hinweisen. Die [[Sensitivität]] der verschiedenen Marker ist sehr unterschiedlich. Ebenso wenig besteht eine einfache Korrelation zwischen der [[Tumorgröße]] und der Höhe des Marker-Spiegels. Die Diagnose eines Tumors basiert deshalb nicht allein auf dem Tumormarker, sondern wird gemeinsam mit anderen diagnostischen Verfahren gestellt.  
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Der Begriff "[[Marker]]" ist irreführend. Die meisten Markersubstanzen sind nicht spezifisch für einen bestimmten Tumor oder ein bestimmtes [[Herkunftsgewebe]], sondern können auf mehrere verschiedene Tumoren hinweisen. Die Sensitivität der verschiedenen Marker ist sehr unterschiedlich. Ebenso wenig besteht eine einfache Korrelation zwischen der [[Tumorgröße]] und der Konzentration des Tumormarkers. Die Diagnose eines Tumors basiert deshalb nicht allein auf dem Tumormarker, sondern wird gemeinsam mit anderen diagnostischen Verfahren gestellt.
  
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Ein "positiver" Tumormarker allein ist kein ausreichendes Kriterium für eine Tumordiagnose. Jeder Tumormarker kann auch aus anderen Gründen erhöht sein. CEA ist zum Beispiel typischerweise bei [[Raucher]]n erhöht.
Dadurch das die Tumormarker nur in geringen Konzentrationen im Patientenmaterial vorhanden sind, wird üblicherweise ein Immunoassay (der [[ELISA]] ist hier das mittel der Wahl) zur Detektion herangezogen.
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Ein "negativer" Tumormarker schließt eine Tumorerkrankung nicht aus. Der Tumor kann zum Beispiel so weit entdifferenziert sein, das er den Tumormarker nicht exprimiert, oder es kann sich um eine spezielle Subgruppe handeln, die für diesen Marker negativ ist. Es gibt auch Individuen, die einen Tumormarker aus anderen Gründen nicht exprimieren. Zum Beispiel ist die Produktion von [[Carbohydrate-Antigen 19-9|CA19-9]] von der Lewis-Blutgruppe abhängig.
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Da Tumormarker nur in sehr geringen Konzentrationen in den Körperflüssigkeiten des Patienten  vorkommen, wird üblicherweise ein [[Immunoassay]] zur Detektion herangezogen. Die Methode der Wahl ist das [[ELISA]]-Verfahren.
  
 
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Bei vielen Tumormarkern ist die gemessene Konzentration [[Methodenabhängigkeit|stark abhängig vom verwendeten Testkit]]. Das Ergebnis kann schwanken, wenn zum Beispiel der Hausarzt und das Krankenhaus, in dem ein Patient behandelt wird, ihre Proben zu unterschiedlichen Laboren schicken, die den Tumormarker mit Reagenz unterschiedlicher Hersteller messen. Tatsächlich hat aber keine Veränderung der Konzentration [[in vivo]] stattgefunden. Dies ist besonders problematisch, wenn der Tumormarker zur Verlaufskontrolle benutzt wird.
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<dcMediaViewer showtitle="yes" title="Youden-Diagramm des DGKL-Ringversuches Tumormarker 04/2015 für CA 19-9 mit 544 Teilnehmern. Mit freundlicher Genehmigung des Referenzinstitutes für Bioanalytik, Bonn." align="center" size="m" items="img_39212" />
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Das obige Beispiel zeigt Ergebnisse eines Ringversuches, in dem viele Labore zwei identische Proben A und B zugeschickt bekommen und ihre Messergebnisse vergleichen. Wie man sieht, gibt es drei verschiedene Gruppen, die zu sehr unterschiedlichen Messwerten kommen, obwohl fast alle Untersuchungen messtechnisch korrekt sind. Abhängig vom Testkit kann aus demselben Material für Probe B eine CA 19-9-Konzentration von 80 U/ml oder von 450 U/ml bestimmt werden.
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Die Interpretation von Tumormarkern im Verlauf ist deshalb nur möglich, wenn ein vergleichbarer Testkit benutzt wird. Hierzu muss das genaue Verfahren mit Bezeichnung des Herstellers bekannt sein.
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==Literatur==
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* Neumann A et al.: Die humane plazentare alkalische Phosphatase (hPLAP) ist der am häufigsten erhöhte Serummarker beim Hodentumor. Aktuel Urol 2011; 42(5): 311-315. DOI: 10.1055/s-0031-1271545
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[[Fachgebiet:Labormedizin]]
 
[[Fachgebiet:Labormedizin]]
 
[[Fachgebiet:Onkologie]]
 
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[[Tag:Methodenabhängigkeit]]
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[[Tag:Monitoring]]
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[[Tag:Protein]]
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[[Tag:Tumor]]
 
[[Tag:Tumormarker]]
 
[[Tag:Tumormarker]]

Aktuelle Version vom 9. Juli 2018, 15:27 Uhr

Englisch: tumor marker

1 Definition

Als Tumormarker bezeichnet man Substanzen, die das Vorhandensein und eventuell auch das Stadium oder die Malignität eines Tumors in einem Organismus anzeigen.

2 Biochemie

Tumormarker werden von den Krebszellen selbst gebildet oder sind eine Reaktion anderer Körpergewebe auf das Tumorwachstum. Es kann sich dabei um Proteine, Antigene oder Hormone handeln. Die Messung erfolgt im Blut, im Urin oder im Gewebe.

3 Indikationen

Als Screening ist die Bestimmung von Tumormarkern nur in Einzelfällen geeignet. Selbst das PSA-Screening, das eine vergleichsweise hohe Sensitivität und Spezifität hat, ist nicht unumstritten.

4 Aussagekraft

Der Begriff "Marker" ist irreführend. Die meisten Markersubstanzen sind nicht spezifisch für einen bestimmten Tumor oder ein bestimmtes Herkunftsgewebe, sondern können auf mehrere verschiedene Tumoren hinweisen. Die Sensitivität der verschiedenen Marker ist sehr unterschiedlich. Ebenso wenig besteht eine einfache Korrelation zwischen der Tumorgröße und der Konzentration des Tumormarkers. Die Diagnose eines Tumors basiert deshalb nicht allein auf dem Tumormarker, sondern wird gemeinsam mit anderen diagnostischen Verfahren gestellt.

Ein "positiver" Tumormarker allein ist kein ausreichendes Kriterium für eine Tumordiagnose. Jeder Tumormarker kann auch aus anderen Gründen erhöht sein. CEA ist zum Beispiel typischerweise bei Rauchern erhöht.

Ein "negativer" Tumormarker schließt eine Tumorerkrankung nicht aus. Der Tumor kann zum Beispiel so weit entdifferenziert sein, das er den Tumormarker nicht exprimiert, oder es kann sich um eine spezielle Subgruppe handeln, die für diesen Marker negativ ist. Es gibt auch Individuen, die einen Tumormarker aus anderen Gründen nicht exprimieren. Zum Beispiel ist die Produktion von CA19-9 von der Lewis-Blutgruppe abhängig.

5 Bestimmung

Da Tumormarker nur in sehr geringen Konzentrationen in den Körperflüssigkeiten des Patienten vorkommen, wird üblicherweise ein Immunoassay zur Detektion herangezogen. Die Methode der Wahl ist das ELISA-Verfahren.

 Tumor  Zugehörige(r) Marker
Blasenkarzinom Nukleäres-Matrix-Protein (NMP 22)
Bronchialkarzinom Neuronenspezifische Enolase (NSE),
Antidiuretisches Hormon (ADH),
Zytokeratin-19-Fragment (CYFRA 21-1)
Gallengangskarzinom Carbohydrate-Antigen 19-9 (CA19-9)
Hodenkrebs (Seminom/Nichtseminom) Alpha-1-Fetoprotein (AFP),
humanes Choriongonadotropin (Beta-hCG),
humane plazentare alkalische Phosphatase (hPLAP),
Laktadehydrogenase (LDH)
Kolonkarzinom Carcinoembryonales Antigen (CEA)
Mammakarzinom Cancer-Antigen 15-3 (CA15-3),
Cancer-Antigen 27.29 (CA27.29),
Mucin-like Carcinoma Associated Antigen (MCA),
HER2/neu
Medulläres Schilddrüsenkarzinom Calcitonin
Ovarialkarzinom Cancer-Antigen 125 (CA125), CA15-3, MCA
Pankreaskarzinom Carbohydrate-Antigen 19-9 (CA19-9)
Prostatakarzinom Prostataspezifisches Antigen (PSA), Myopodin
Schilddrüsenkarzinom Humanes Thyreoglobulin (TG, HTG)
Zervixkarzinom Squamous Cell Carcinoma Antigen (SCC)

6 Methodenabhängigkeit

Bei vielen Tumormarkern ist die gemessene Konzentration stark abhängig vom verwendeten Testkit. Das Ergebnis kann schwanken, wenn zum Beispiel der Hausarzt und das Krankenhaus, in dem ein Patient behandelt wird, ihre Proben zu unterschiedlichen Laboren schicken, die den Tumormarker mit Reagenz unterschiedlicher Hersteller messen. Tatsächlich hat aber keine Veränderung der Konzentration in vivo stattgefunden. Dies ist besonders problematisch, wenn der Tumormarker zur Verlaufskontrolle benutzt wird.

Das obige Beispiel zeigt Ergebnisse eines Ringversuches, in dem viele Labore zwei identische Proben A und B zugeschickt bekommen und ihre Messergebnisse vergleichen. Wie man sieht, gibt es drei verschiedene Gruppen, die zu sehr unterschiedlichen Messwerten kommen, obwohl fast alle Untersuchungen messtechnisch korrekt sind. Abhängig vom Testkit kann aus demselben Material für Probe B eine CA 19-9-Konzentration von 80 U/ml oder von 450 U/ml bestimmt werden.

Die Interpretation von Tumormarkern im Verlauf ist deshalb nur möglich, wenn ein vergleichbarer Testkit benutzt wird. Hierzu muss das genaue Verfahren mit Bezeichnung des Herstellers bekannt sein.

7 Literatur

  • Neumann A et al.: Die humane plazentare alkalische Phosphatase (hPLAP) ist der am häufigsten erhöhte Serummarker beim Hodentumor. Aktuel Urol 2011; 42(5): 311-315. DOI: 10.1055/s-0031-1271545

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