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Tubulointerstitielle Nephritis: Unterschied zwischen den Versionen

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Häufig liegen tubuläre Funktionsstörungen wie [[Hämaturie]] und [[Proteinurie]] (α1-Mikroglobulinämie), [[Hyperphosphaturie]], [[Aminoazidurie]] oder [[Glukosurie]] vor, die im [[Urinsediment]] bzw. im  [[Sammelurin|24-h-Sammelurin]] nachgeweisen werden können. Ferner können ein hoher Urin-pH, eine [[metabolische Azidose]] und ein Salzverlust vorliegen.  
  
 
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Die Blutuntersuchung zeigt ein erhöhtes [[Kreatinin]], sowie ggf. eine [[Eosinophiie]] und eine [[IgE]]-Erhöhung.

Version vom 31. Januar 2010, 21:20 Uhr

von griechisch: nephros - Niere, lateinisch: interstitium - Zwischenraum
Synonyme: interstitielle Nephritis, tubulointerstitielle Nierenerkrankung (TIN), interstitielle Nierenentzündung
Englisch: interstitial nephritis

1 Definition

Als tubulointerstitielle Nephritis oder interstitielle Nephritis bezeichnet man eine entzündliche Erkrankung des (tubulo-)interstitiellen Nierengewebes (Nierenparenchyms). Sie ist meist durch Medikamente, Infektionen oder Systemerkrankungen bedingt.

2 Einteilung

Die interstitielle Nephritis kann einen akuten oder chronischen Verlauf nehmen. Man unterscheidet dementsprechend:

  • Akute interstitielle Nephritis
  • Chronische interstitielle Nephritis

3 Ursachen

3.1 Akute interstitielle Nephritis

3.2 Chronische interstitielle Nephritis

4 Pathologie

4.1 Akute interstitielle Nephritis

Bei der akuten interstitiellen Nephritis findet man im [[ödem]atös veränderten Interstitium mononukleäre Infiltrate, die aus Lymphozyten, Plasmazellen und eosinophilen Granulozyten bestehen. Die Glomerula sind unverändert.

4.2 Chronische interstitielle Nephritis

Bei der chronische Form beobachtet man neben mononukleären Infiltraten auch tubuläre Atrophie und glomeruläre Veränderungen (Glomerulopathie). Bei allergischer Reaktion sind vermehrt eosinophile Granulozyten zu finden, bei der medikamentenassoziierten Form liegen z.T. Granulome vor (ebenso wie bei Sarkoidose).

5 Klinik

Die Klinik der tubulointerstitiellen Nephritis ist sehr vielseitig Die Veränderung des Nierenparenchyms kann asymptomatisch beiben, zum partiellen Ausfall tubulärer Funktionen führen oder ein akutes bzw. chronisches Nierenversagen auslösen.

Bei der akuten tubulointerstitiellen Nephritis können die renalen Symptome fakultativ von Hypersensitivitätsreaktionen wie Fieber, Exanthem und Arthralgien begleitet sein. Es kann ein Flankenschmerz bestehen.

5.1 Labor

Häufig liegen tubuläre Funktionsstörungen wie Hämaturie und Proteinurie (α1-Mikroglobulinämie), Hyperphosphaturie, Aminoazidurie oder Glukosurie vor, die im Urinsediment bzw. im 24-h-Sammelurin nachgeweisen werden können. Ferner können ein hoher Urin-pH, eine metabolische Azidose und ein Salzverlust vorliegen.

Die Blutuntersuchung zeigt ein erhöhtes Kreatinin, sowie ggf. eine Eosinophiie und eine IgE-Erhöhung.

5.2 Bildgebung

In der Sonografie sieht man ein echoreiches, verbreitertes Nierenparenchym.

6 Therapie und Prognose

Primär Ausschaltung der Ursache bzw. der zugrunde liegenden Erkrankung. Ggf. Immunsuppression. Bei der akuten Form genügt in der Mehrzahl der Fälle das Absetzen der auslösenden Noxe; die Prognose ist günstig. Bei der chronischen Form hingegen, bei der meist auch die Glomeruli mitbetroffen sind, sind oft zusätzlich unterstüzende medizinische Maßnahmen erforderlich (supportive Therapie einer chronischen Niereninsuffizienz), und zielt darauf ab eine weitere Verschlechterung der Nierenfunktion (bis hin zu end-stage renal disease) zu verhindern.

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