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Tuba auditiva

Version vom 11. August 2008, 08:37 Uhr von 80.135.105.154 (Diskussion)

Synonyme: Ohrtrompete, Tuba Eustachii, Eustachische Röhre, "Tube", Tuba pharyngotympanica
Englisch: Eustachian tube, auditory tube

1 Definition

Die Tuba auditiva ist eine etwa 30 bis 35 mm lange Röhre, über die die Paukenhöhle (Cavum tympani) des Mittelohrs mit dem Nasenrachenraum verbunden ist. Sie verläuft von ihrer Einmündung im Mesotympanon schräg nach vorne und unten zum Nasenrachenraum und ist mit respiratorischem Epithel (Flimmerepithel) ausgekleidet.

2 Anatomie

Die Tuba auditiva besteht aus 2 Abschnitten:

  • Knöcherner Teil: Das zur Paukenhöhle hin gelegene 1/3, auch Pars ossea genannt.
  • Knorpeliger Teil: Die zum Nasenrachenraum hin gelegenen 2/3, auch Pars cartilaginea genannt.

An der Stelle, wo der der knöcherne Teil in den knorpeligen übergeht, besteht eine physiologische Verengung, der Isthmus tubae auditivae.

Die Öffnung der Tuba auditiva zum Nasenrachenraum hin bezeichnet man als Ostium pharyngeum tubae auditivae, die Öffnung zur Paukenhöhle hin als Ostium tympanicum tubae auditivae.

3 Histologie

Der knorpelige Teil der Tuba auditiva besteht aus elastischem Knorpel, dem so genannten Tubenknorpel.

4 Funktion

Die Tuba auditiva sorgt für einen Druckausgleich zwischen Mittelohr und Nasenrachenraum, ohne den ein Hören bei wechselndem Luftdruck (in unterschiedlichen Höhen) nicht möglich wäre. Sie dient außerdem zur Drainage des Mittelohrs. Bei einem Verschluss entsteht ein Paukenerguss.

5 Physiologie

Im Normalzustand ist die Tuba auditiva geschlossen, was einen Schutz gegen aufsteigende Infektionen aus dem Nasenrachenraum darstellt. Sie öffnet sich nur beim Schlucken, Gähnen und Sprechen bestimmter Laute. Der Verschluss wird durch einen Verschlussknorpel, den Tubenknorpel (Cartilago tubae auditivae) bewirkt, dessen Spannung die Tube wie durch einen Federmechanismus zusammendrückt. Er hat die Form eines Hakens und besteht aus 2 Abschnitten:

  • Lamina lateralis cartilaginis tubae auditivae (dünnes Ende)
  • Lamina medialis cartilaginis tubae auditivae (breites Ende)

Das Öffnen der Tube wird von 2 Muskeln gesteuert:

  • Musculus tensor veli palatini: Er setzt am dünnen Ende des Verschlussknorpels an und wirkt der Eigenspannung des Knorpels entgegen.
  • Musculus levator veli palatini: Er setzt am breiten Ende des Verschlussknorpels an und verformt sich bei der Kontraktion so, dass er die Tube von der Seite her zusätzlich aufstaucht.

6 Klinik

Die Untersuchung der Tuba auditiva erfolgt klinisch mit Hilfe einer Tubenfunktionsprüfung.

Eine ständig verschlossene Tuba auditiva führt zum so genannten Tubenkatarrh. Eine mangelnde Verschlussfähigkeit resultiert in einer Autophonie.

Fachgebiete: Kopf und Hals

Diese Seite wurde zuletzt am 10. November 2019 um 18:37 Uhr bearbeitet.

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