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Der Begriff '''trypomastigot''' bezeichnet eine [[morphologisch]]e Form von [[Trypanosomatida|Trypanosomatiden]], bei der die [[Geißel]] (Flagellum) im hinteren Bereich der Zelle hinter dem [[Zellkern]] (Nucleus) austritt. Die Geißel liegt nach ihrem Austritt in Bewegungsrichtung mit mehreren Befestigungspunkten an der Zelloberfläche seitlich an und wird nach vorn frei schwingend verlängert. Der frei schwingende letzte Abschnitt der Geißel ist wie bei allen morphologischen Formen von Trypanosomatiden (außer der [[amastigot]]en Form) stets am Vorderende (vorn) gelegen, wobei die Position "vorn" durch die Bewegungsrichtung definiert ist. Es handelt sich also um eine Zuggeißel, die zusammen mit ihrem am Zellkörper anliegenden Teil undulierende Vorwärtsbewegungen verursacht.
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Der Begriff '''trypomastigot''' bezeichnet eine [[morphologisch]]e Form von [[Trypanosomatida|Trypanosomatiden]], bei der die [[Geißel]] (Flagellum) im hinteren Bereich der Zelle hinter dem [[Zellkern]] (Nucleus) austritt.  
  
Trypomastigote Trypanosomatiden werden auch einfach als '''Trypomastigoten''' bezeichnet. <dcMediaViewer showtitle="no" align="left" size="m" items="img_43806" />
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Trypomastigote Trypanosomatiden werden auch einfach als '''Trypomastigoten''' bezeichnet.  
  
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==Hintergrund==
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Die Geißel liegt nach ihrem Austritt in Bewegungsrichtung mit mehreren Befestigungspunkten an der Zelloberfläche seitlich an und wird nach vorn frei schwingend verlängert. Der frei schwingende letzte Abschnitt der Geißel ist wie bei allen morphologischen Formen von Trypanosomatiden (außer der [[amastigot]]en Form) stets am Vorderende (vorn) gelegen, wobei die Position "vorn" durch die Bewegungsrichtung definiert ist. Es handelt sich also um eine Zuggeißel, die zusammen mit ihrem am Zellkörper anliegenden Teil undulierende Vorwärtsbewegungen verursacht.
  
==Änderung der morphologischen Form==
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==Änderung der morphologischen Form==
 
Unter den humanpathogenen Trypanosomatiden treten Trypomastigoten bei [[Trypanosoma cruzi]] sowie bei [[Trypanosoma brucei gambiense]] und [[Trypanosoma brucei rhodesiense|rhodesiense]] auf. Sowohl bei der Spezies Trypanosoma cruzi wie auch bei beiden Subspezies der Spezies Trypanosoma brucei findet man Trypomastigoten [[extrazellulär]] sowohl im [[wechselwarm]]en [[Vektor]] ([[Tsetse-Fliege]] bei Trypanosoma brucei und [[Raubwanze]] bei Trypanosoma cruzi) wie auch im [[gleichwarm]]en [[Wirbeltier]]-[[Wirt]] oder im Menschen.  
 
Unter den humanpathogenen Trypanosomatiden treten Trypomastigoten bei [[Trypanosoma cruzi]] sowie bei [[Trypanosoma brucei gambiense]] und [[Trypanosoma brucei rhodesiense|rhodesiense]] auf. Sowohl bei der Spezies Trypanosoma cruzi wie auch bei beiden Subspezies der Spezies Trypanosoma brucei findet man Trypomastigoten [[extrazellulär]] sowohl im [[wechselwarm]]en [[Vektor]] ([[Tsetse-Fliege]] bei Trypanosoma brucei und [[Raubwanze]] bei Trypanosoma cruzi) wie auch im [[gleichwarm]]en [[Wirbeltier]]-[[Wirt]] oder im Menschen.  
  
Bei beiden Spezies wandeln sich die Trypomastigoten im Vektor zwischenzeitlich in [[Epimastigoten]] um, infizieren den [[Blutkreislauf]] des Wirbeltiers jedoch erst nach ihrer Rückumwandlung in Trypomastigoten.  
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Bei beiden Spezies wandeln sich die Trypomastigoten im Vektor zwischenzeitlich in [[Epimastigot]]en um, infizieren den [[Blutkreislauf]] des Wirbeltiers jedoch erst nach ihrer Rückumwandlung in Trypomastigoten.  
  
 
Die Trypomastigoten von Trypanosoma brucei befallen im Wirbeltier zusätzlich das [[Blutgefäß]]-[[Endothel]] und dringen ins [[extravaskulär]]e [[Gewebe]] einschließlich des [[Zentralnervensystem|zentralen Nervensystems]] ein. Sie sind vor allem in verschiedenen [[Körperflüssigkeit]]en auffindbar.
 
Die Trypomastigoten von Trypanosoma brucei befallen im Wirbeltier zusätzlich das [[Blutgefäß]]-[[Endothel]] und dringen ins [[extravaskulär]]e [[Gewebe]] einschließlich des [[Zentralnervensystem|zentralen Nervensystems]] ein. Sie sind vor allem in verschiedenen [[Körperflüssigkeit]]en auffindbar.
  
Hingegen dringen die Trypomastigoten von Trypanosoma cruzi die Zellen verschiedener Gewebe ein, in denen sie sich in [[Amastigot]]en umwandeln. Nach einigen Amastigoten-Replikationszyklen erfolgt eine Rückverwandlung in Trypomastigoten, die die Zelle sprengen, wieder in den Blutkreislauf eindringen und von dort neue Zellen befallen.
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Hingegen dringen die Trypomastigoten von Trypanosoma cruzi die Zellen verschiedener Gewebe ein, in denen sie sich in [[Amastigot]]en umwandeln. Nach einigen Amastigoten-Replikationszyklen erfolgt eine Rückverwandlung in Trypomastigoten, welche die Zelle sprengen, wieder in den Blutkreislauf eindringen und von dort neue Zellen befallen.
  
 
Als einer der Gründe für die unterschiedliche Lebensweise der Trypanosomen im Vektor und im Wirbeltier wird der Temperaturunterschied zwischen den Wirten nach dem [[Wirtswechsel]] angesehen.
 
Als einer der Gründe für die unterschiedliche Lebensweise der Trypanosomen im Vektor und im Wirbeltier wird der Temperaturunterschied zwischen den Wirten nach dem [[Wirtswechsel]] angesehen.

Aktuelle Version vom 14. November 2016, 19:25 Uhr

Englisch: trypomastigote

1 Definition

Der Begriff trypomastigot bezeichnet eine morphologische Form von Trypanosomatiden, bei der die Geißel (Flagellum) im hinteren Bereich der Zelle hinter dem Zellkern (Nucleus) austritt.

Trypomastigote Trypanosomatiden werden auch einfach als Trypomastigoten bezeichnet.

2 Hintergrund

Die Geißel liegt nach ihrem Austritt in Bewegungsrichtung mit mehreren Befestigungspunkten an der Zelloberfläche seitlich an und wird nach vorn frei schwingend verlängert. Der frei schwingende letzte Abschnitt der Geißel ist wie bei allen morphologischen Formen von Trypanosomatiden (außer der amastigoten Form) stets am Vorderende (vorn) gelegen, wobei die Position "vorn" durch die Bewegungsrichtung definiert ist. Es handelt sich also um eine Zuggeißel, die zusammen mit ihrem am Zellkörper anliegenden Teil undulierende Vorwärtsbewegungen verursacht.

Trypomastigot

3 Änderung der morphologischen Form

Unter den humanpathogenen Trypanosomatiden treten Trypomastigoten bei Trypanosoma cruzi sowie bei Trypanosoma brucei gambiense und rhodesiense auf. Sowohl bei der Spezies Trypanosoma cruzi wie auch bei beiden Subspezies der Spezies Trypanosoma brucei findet man Trypomastigoten extrazellulär sowohl im wechselwarmen Vektor (Tsetse-Fliege bei Trypanosoma brucei und Raubwanze bei Trypanosoma cruzi) wie auch im gleichwarmen Wirbeltier-Wirt oder im Menschen.

Bei beiden Spezies wandeln sich die Trypomastigoten im Vektor zwischenzeitlich in Epimastigoten um, infizieren den Blutkreislauf des Wirbeltiers jedoch erst nach ihrer Rückumwandlung in Trypomastigoten.

Die Trypomastigoten von Trypanosoma brucei befallen im Wirbeltier zusätzlich das Blutgefäß-Endothel und dringen ins extravaskuläre Gewebe einschließlich des zentralen Nervensystems ein. Sie sind vor allem in verschiedenen Körperflüssigkeiten auffindbar.

Hingegen dringen die Trypomastigoten von Trypanosoma cruzi die Zellen verschiedener Gewebe ein, in denen sie sich in Amastigoten umwandeln. Nach einigen Amastigoten-Replikationszyklen erfolgt eine Rückverwandlung in Trypomastigoten, welche die Zelle sprengen, wieder in den Blutkreislauf eindringen und von dort neue Zellen befallen.

Als einer der Gründe für die unterschiedliche Lebensweise der Trypanosomen im Vektor und im Wirbeltier wird der Temperaturunterschied zwischen den Wirten nach dem Wirtswechsel angesehen.

Eine verfeinerte Betrachtungsweise deckt auf, dass die Trypanosomen im Vektor wie auch im Wirbeltier verschiedene Subformen von Trypomastigoten durchlaufen. Unter diesen Subformen können lediglich die metazyklischen Trypomastigoten ein Wirbeltier infizieren.

Diese Seite wurde zuletzt am 10. November 2016 um 16:10 Uhr bearbeitet.

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