Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Trichomoniasis

Version vom 23. Februar 2013, 14:45 Uhr von Gunnar Römer (Diskussion | Beiträge)

(Unterschied) « Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version » (Unterschied)

Synonym: Trichomonaden-Infektion

1 Definition

Bei der Trichomoniasis handelt es sich um eine durch Parasiten ausgelöste, sexuell übertragbare Erkrankung. Durch den Befall des parasitären Organismus Trichomonas vaginalis kommt es zu Schleimhautentzündungen der Geschlechtsorgane bzw. der Harnwege. Die Trichomoniasis kommt weltweit vor und befällt beide Geschlechter, wobei Frauen etwas häufiger betroffen sind. Sie verläuft nicht selten symptomlos.

2 Inkubationszeit

Die Trichomoniasis weist von Fall zu Fall eine recht unterschiedlich lange Inkubationszeit auf. Der Referenzbereich liegt bei rund 5 – 30 Tagen.

3 Erreger

Trichomonas vaginalis ist ein einzelliger Organismus und gehört somit zur Gruppe der Protozoen. Der Name weißt bereits auf den Hauptlebensraum hin – die Vagina. Bei Männern besiedelt der Parasit v. a. die Schleimhaut von Prostata und Harnwegen. Auch gesunde Menschen tragen diese Protozoenart teilweise in sich. Nur in rund 25 – 30 % der Fälle löst T. vaginalis auch eine Erkrankung aus. Morphologische Merkmale sind die dichte Begeißelung und eine durchschnittliche Länge von 8 bis 25 μm.

4 Ansteckung

Die Übertragung der Trichomoniasis erfolgt praktisch ausschließlich über Geschlechtsverkehr. Schmierinfektionen sind sehr unwahrscheinlich.

5 Symptome

Nur in etwa 30 % der Fälle zeigt die Trichomoniasis nennenswerte Symptome. Diese sind bei Frauen und Männern unterschiedlich. Bei Männern sind völlig symptomfreie Verläufe noch häufiger.

5.1 Symptome beim Mann

Etwas 15 % der Männer mit einer Trichomonaden-Infektion verspüren Symptome. Diese ähneln denen eines Harnwegsinfektes. Da sich die Erkrankung von der Eichel bis hin zur Prostata ausbreiten kann, kommt es häufig zu Brennen und Juckreiz während dem Wasserlassen und einer Ejakulation. Ein milchiger Ausfluss aus dem Penis ist ebenfalls in einigen Fällen zu beobachten.

5.2 Symptome bei der Frau

Immerhin 50 % der betroffenen Frauen klagen über Symptome. Da sich der Erreger vorwiegend in der Vagina ansiedelt, ist die Folge eine Scheidenentzündung mit starkem Juckreiz und Brennen. Ein schaumiger, unangenehm riechender Ausfluss ist ebenfalls zu beobachten. Breiten sich die Protozoen bis in die Harnblase aus, sind starke Schmerzen beim Wasserlassen die Folge.

6 Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch einen Abstrich des verdächtigen Gewebes. In den meisten Fällen bringt bereits eine mikroskopische Untersuchung Klarheit, da im Präparat zahlreiche Einzeller sichtbar sind. Endgültige Sicherheit bringt das Anlegen einer Erregerkultur.

7 Therapie

Therapiert wird eine Trichomoniasis durch bestimmte Antibiotika. Hier haben sich folgende Wirkstoffe als besonders effektiv erwiesen:

Meistens wird nur eine, entsprechend hochdosierte Tablette verschrieben. Diese genügt, um alle Erreger zu beseitigen. Bei der Frau existiert die Alternative eines Zäpfchens, das direkt in die Vagina eingeführt wird. Der scheinbar gesunde Sexualpartner sollte zusätzlich immer mitbehandelt werden, da das Risiko einer bereits erfolgten Übertragung sehr hoch ist. Auf Geschlechtsverkehr sollte während der Behandlungszeit verzichtet werden.

8 Prophylaxe

Sicherste Prophylaxe ist die konsequente Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

6 Wertungen (3.17 ø)

32.515 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: