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Tranylcypromin: Unterschied zwischen den Versionen

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==Wirkmechanismus==
 
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Depressionen zeichnen sich vor allem durch fehlenden [[Antrieb]] und eine gestörte [[Stimmung]] aus. Dabei nimmt man an, dass ein primärer Mangel an [[Monoamin]]en wie [[Noradrenalin]] oder [[Serotonin]] im synaptischen Spalt besteht, der hauptsächlich auf eine verminderte Produktion der genannten [[Neurotransmitter]] zurück zu führen ist. Auch die veränderte Expressivität, deren [[Rezeptor]]en oder die Bindung an diese kann ein Grund für die erwähnte Mangelerscheinung und die damit zusammenhängende [[Symptomatik]] sein. Therapieziel von Antidepressiva ist somit, die Menge an Monoaminen im synaptischen Spalt durch unterschiedliche Angriffspunkte herauf zu setzen.
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Depressionen zeichnen sich vor allem durch fehlenden [[Antrieb]] und eine gestörte [[Stimmung]] aus. Dabei nimmt man an, dass ein primärer Mangel an [[Monoamin]]en wie [[Noradrenalin]] oder [[Serotonin]] im [[synaptischer Spalt|synaptischen Spalt]] besteht, der hauptsächlich auf eine verminderte Produktion der genannten [[Neurotransmitter]] zurück zu führen ist. Auch die veränderte Expressivität, deren [[Rezeptor]]en oder die Bindung an diese kann ein Grund für die erwähnte Mangelerscheinung und die damit zusammenhängende [[Symptomatik]] sein. Therapieziel von Antidepressiva ist somit, die Menge an Monoaminen im synaptischen Spalt durch unterschiedliche Angriffspunkte herauf zu setzen.
  
 
Um die Monoaminkonzentration (vor allem Serotonin und Noradrenalin, aber auch [[Adrenalin]] und [[Dopamin]]) zu erhöhen, muss die [[Monoaminoxidase]]-A ([[MAO]]), deren Aufgabe es ist, Monoamine abzubauen, gehemmt werden. Tranylcypromin ist ein solcher Monoaminoxidasehemmer. Durch die irreversible [[Inhibition]] dieses [[Enzym]]s wird die [[Konzentration]] der Neurotransmitter erhöht.  
 
Um die Monoaminkonzentration (vor allem Serotonin und Noradrenalin, aber auch [[Adrenalin]] und [[Dopamin]]) zu erhöhen, muss die [[Monoaminoxidase]]-A ([[MAO]]), deren Aufgabe es ist, Monoamine abzubauen, gehemmt werden. Tranylcypromin ist ein solcher Monoaminoxidasehemmer. Durch die irreversible [[Inhibition]] dieses [[Enzym]]s wird die [[Konzentration]] der Neurotransmitter erhöht.  
  
 
Die Tatsache, dass Tranylcypromin aber nicht nur die MAO-A (Abbau von Serotonin und Noradrenalin), sondern auch die MAO-B (Abbau von Dopamin) hemmt, führt dazu, dass es im Vergleich zu anderen Arzneistoffen aus dieser Gruppe (z.B. [[Moclobemid]] - hemmt nur MAO-A) zu mehr [[Nebenwirkung]]en und [[Arzneimittelinteraktion]]en kommt. Die MAO-A baut normalerweise biogene [[Amin]]e ab. Eine Inhibition führt somit zu deren Anreicherung, was eine [[hypertensive Krise]] oder [[Herzrhythmusstörung]]en zur Folge haben kann.  
 
Die Tatsache, dass Tranylcypromin aber nicht nur die MAO-A (Abbau von Serotonin und Noradrenalin), sondern auch die MAO-B (Abbau von Dopamin) hemmt, führt dazu, dass es im Vergleich zu anderen Arzneistoffen aus dieser Gruppe (z.B. [[Moclobemid]] - hemmt nur MAO-A) zu mehr [[Nebenwirkung]]en und [[Arzneimittelinteraktion]]en kommt. Die MAO-A baut normalerweise biogene [[Amin]]e ab. Eine Inhibition führt somit zu deren Anreicherung, was eine [[hypertensive Krise]] oder [[Herzrhythmusstörung]]en zur Folge haben kann.  
 
Die Aufnahme [[Tyramin]]-haltiger [[Nahrungsmittel]] wie Rotwein oder Käse trägt zu diesem Effekt zusätzlich bei. Mechanismus: Wie oben erwähnt hemmt [[Tranylcypromin]] sowohl die [[MAO-A]] als auch die [[MAO-B]]. Wird nun Tyramin über die Nahrung aufgenommen, kann dieses nicht mehr abgebaut werden und gelangt in den [[systemischen Kreislauf]]. Tyramin selbst wirkt als [[indirektes Sympathomimetikum]], erhöht also die Noradrenalin-Konzentration im [[synaptischen Spalt]], indem es an den [[NAT]] bindet und zu einer Arbeitsrichtungsumkehr dieses [[Symporters]] führt. Somit wird verstärkt [[Noradrenalin]] ausgeschüttet, welches auf der [[Postsynapse]] eine hohe [[Affinität]] zu [[alpha-1-Rezeptoren]] besitzt. Durch Bindung an den Rezeptor kommt es zur [[Vasokonstriktion]] und so bisweilen zur lebensbedrohlichen [[hypertensiven Krise]].
 
  
 
==Unerwünschte Arzneimittelwirkungen==
 
==Unerwünschte Arzneimittelwirkungen==
 
Trancylpromin und wirkt wie die [[Amphetamin]]e [[exzitatorisch]] auf das [[ZNS]], viele der Nebenwirkungen können auf seine stimulierende Wirkung zurückgeführt werden.
 
Trancylpromin und wirkt wie die [[Amphetamin]]e [[exzitatorisch]] auf das [[ZNS]], viele der Nebenwirkungen können auf seine stimulierende Wirkung zurückgeführt werden.
 
 
* [[Schlaflosigkeit]], [[Unruhe]], aber auch [[Müdigkeit]]
 
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Die Aufnahme [[Tyramin]]-haltiger [[Nahrungsmittel]] wie Rotwein oder Käse unter  der Therapie Tranylcypromin kann über den o.a. Mechanismus eine hypertensive Krise auslösen. Wird Tyramin über die Nahrung aufgenommen, kann dieses nicht mehr abgebaut werden und gelangt in den [[systemischer Kreislauf|systemischen Kreislauf]]. Tyramin selbst wirkt als indirektes [[Sympathomimetikum]], erhöht also die Noradrenalin-Konzentration im synaptischen Spalt, indem es an den [[NAT]] bindet und zu einer Arbeitsrichtungsumkehr dieses [[Symporter]]s führt. Somit wird verstärkt Noradrenalin ausgeschüttet, das auf der [[postsynaptisch]]en Membran eine hohe [[Affinität]] zu [[alpha-1-Rezeptor]]en besitzt. Durch Bindung an diese Rezeptoren kommt es zu einer [[Vasokonstriktion]] und damit zur Blutdruckerhöhung.
  
 
==Kontraindikationen==
 
==Kontraindikationen==

Version vom 1. November 2018, 14:41 Uhr

Handelsnamen: Parnate®, Jatrosom® u.a.
Englisch: tranylcypromine

1 Definition

Tranylcypromin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Monoaminooxidasehemmer und gehört zu den Antidepressiva. Vom Wirkmechanismus her gehört es zu den sogenannten Suizidinhibitoren.

2 Chemie

Tranylcypromin hat die Summenformel C9H11N und eine molare Masse von 133,19 g/mol.

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3 Indikationen

4 Wirkmechanismus

Depressionen zeichnen sich vor allem durch fehlenden Antrieb und eine gestörte Stimmung aus. Dabei nimmt man an, dass ein primärer Mangel an Monoaminen wie Noradrenalin oder Serotonin im synaptischen Spalt besteht, der hauptsächlich auf eine verminderte Produktion der genannten Neurotransmitter zurück zu führen ist. Auch die veränderte Expressivität, deren Rezeptoren oder die Bindung an diese kann ein Grund für die erwähnte Mangelerscheinung und die damit zusammenhängende Symptomatik sein. Therapieziel von Antidepressiva ist somit, die Menge an Monoaminen im synaptischen Spalt durch unterschiedliche Angriffspunkte herauf zu setzen.

Um die Monoaminkonzentration (vor allem Serotonin und Noradrenalin, aber auch Adrenalin und Dopamin) zu erhöhen, muss die Monoaminoxidase-A (MAO), deren Aufgabe es ist, Monoamine abzubauen, gehemmt werden. Tranylcypromin ist ein solcher Monoaminoxidasehemmer. Durch die irreversible Inhibition dieses Enzyms wird die Konzentration der Neurotransmitter erhöht.

Die Tatsache, dass Tranylcypromin aber nicht nur die MAO-A (Abbau von Serotonin und Noradrenalin), sondern auch die MAO-B (Abbau von Dopamin) hemmt, führt dazu, dass es im Vergleich zu anderen Arzneistoffen aus dieser Gruppe (z.B. Moclobemid - hemmt nur MAO-A) zu mehr Nebenwirkungen und Arzneimittelinteraktionen kommt. Die MAO-A baut normalerweise biogene Amine ab. Eine Inhibition führt somit zu deren Anreicherung, was eine hypertensive Krise oder Herzrhythmusstörungen zur Folge haben kann.

5 Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Trancylpromin und wirkt wie die Amphetamine exzitatorisch auf das ZNS, viele der Nebenwirkungen können auf seine stimulierende Wirkung zurückgeführt werden.

Die Aufnahme Tyramin-haltiger Nahrungsmittel wie Rotwein oder Käse unter der Therapie Tranylcypromin kann über den o.a. Mechanismus eine hypertensive Krise auslösen. Wird Tyramin über die Nahrung aufgenommen, kann dieses nicht mehr abgebaut werden und gelangt in den systemischen Kreislauf. Tyramin selbst wirkt als indirektes Sympathomimetikum, erhöht also die Noradrenalin-Konzentration im synaptischen Spalt, indem es an den NAT bindet und zu einer Arbeitsrichtungsumkehr dieses Symporters führt. Somit wird verstärkt Noradrenalin ausgeschüttet, das auf der postsynaptischen Membran eine hohe Affinität zu alpha-1-Rezeptoren besitzt. Durch Bindung an diese Rezeptoren kommt es zu einer Vasokonstriktion und damit zur Blutdruckerhöhung.

6 Kontraindikationen

Diese Seite wurde zuletzt am 31. Oktober 2018 um 18:21 Uhr bearbeitet.

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