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Tranexamsäure: Unterschied zwischen den Versionen

(Hämophilie ist keine Indikation, to my humble opinion.)
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Die '''Tranexamsäure''' ist ein [[Arzneistoff]] aus der Gruppe der [[Fibrinolysehemmer]] und findet als [[Blutung]]sprophylaxe Anwendung.
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Die '''Tranexamsäure''' ist ein [[Arzneistoff]] aus der Gruppe der [[Antifibrinolytika]] bzw. Lysinanaloga. Sie wird zur Therapie von [[Blutung]]en eingesetzt, bei denen eine [[Hyperfibrinolyse]] vorliegt und zur Blutungsprophylaxe verwendet.
  
 
==Chemie==
 
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==Wirkung==
Tranexamsäure hemmt die Wirkung von [[Plasmin]], indem es seine [[Synthese]] blockiert. Somit kann die [[Fibrinolyse]] [[Pharmakologie|pharmakologisch]] unterdrückt und das Blutungsrisiko gesenkt werden. Die Synthesehemmung erfolgt durch eine Umwandlungsblockade von [[Plasminogen]] in Plasmin.
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Tranexamsäure hemmt die Umwandlung von [[Plasminogen]] zu [[Plasmin]]. Die Hemmung beruht auf einer Blockierung der Lysinbindungsstelle des Plasminogens, sie ist reversibel. In geringerem Maße hemmt Tranexamsäure auch aktives Plasmin. Somit kann die [[Fibrinolyse]] [[Pharmakologie|pharmakologisch]] unterdrückt und das Blutungsrisiko gesenkt werden.
  
 
==Indikation==
 
==Indikation==
Tranexamsäure wird zur [[Therapie]] und [[Prophylaxe]] von [[Blutung]]en aufgrund einer [[Hyperfibrinolyse]], aber auch als [[Antidot]] bei Blutungen während einer [[fibrinolytisch]]en Therapie (z.B. [[Lyse]]) verwendet. In der [[Geburtshilfe]] findet es Verwendung, um die [[Gerinnung]] von [[postpartal]]en Blutungen zu fördern. Weitere [[Indikation]]en sind:
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Tranexamsäure wird zur [[Therapie]] und [[Prophylaxe]] von [[Blutung]]en aufgrund einer [[Hyperfibrinolyse]], aber auch als [[Antidot]] bei Blutungen während einer [[fibrinolytisch]]en Therapie (z.B. [[Lyse]]) verwendet. In der [[Geburtshilfe]] findet es Verwendung, um die [[Gerinnung]] bei [[postpartal]]en Blutungen zu fördern. Weitere [[Indikation]]en sind:
 
* Blutungsprophylaxe bei zahnmedizinischen Eingriffen bei entsprechenden Risikopatienten
 
* Blutungsprophylaxe bei zahnmedizinischen Eingriffen bei entsprechenden Risikopatienten
* Blutungsprophylaxe bei [[Chirurgie|chirurgischen]] Eingriffen mit entsprechendem Risiko (z.B. Eingriffe im [[Gastrointestinaltrakt]] oder der [[Prostata]])
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* Blutungsprophylaxe bei [[Chirurgie|chirurgischen]] Eingriffen mit entsprechendem Risiko (z.B. Eingriffe im [[Gastrointestinaltrakt]] oder an der [[Prostata]])
 
* [[Hypermenorrhoe]]  
 
* [[Hypermenorrhoe]]  
 
* [[Hereditäres angioneurotisches Ödem]]
 
* [[Hereditäres angioneurotisches Ödem]]
 
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* Begleitmedikation bei [[Fibrinogen]]-Gabe
 
==Darreichungsform==
 
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Der Wirkstoff wird [[oral]] in Form von [[Tablette]]n oder [[Brausetablette]]n verabreicht. Auch eine [[i.v.]]-Gabe ist möglich.
 
Der Wirkstoff wird [[oral]] in Form von [[Tablette]]n oder [[Brausetablette]]n verabreicht. Auch eine [[i.v.]]-Gabe ist möglich.
  
 
==Pharmakologie==
 
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Die [[Halbwertszeit]] der Tranexamsäure beträgt rund 2 Stunden bei einer [[Bioverfügbarkeit]] von rund 50 % bei oraler [[Applikation]]. Die [[Ausscheidung]] erfolgt zu über 90 % [[renal]], was bei Patienten mit [[Nierenerkrankung]]en zu beachten ist.  
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Die [[Halbwertszeit]] der Tranexamsäure beträgt rund 2 Stunden bei einer [[Bioverfügbarkeit]] von rund 50 % bei oraler [[Applikation]]. Die [[Ausscheidung]] erfolgt zu über 90 % [[renal]], was bei Patienten mit [[Nierenerkrankung]]en zu beachten ist. Die Aktivität im Urin liegt deutlich höher als im Plasma, daher eignet sich Tranexamsäure auch zur Therapie von Blutungen in den Harnwegen.
  
 
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* Thrombosen bzw. erhöhtes [[Thromboserisiko]]
* Blutungen in den [[Harnweg]]en
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* [[Stillzeit]] (Wirkstoff gelangt in die [[Muttermilch]])
 
* [[Stillzeit]] (Wirkstoff gelangt in die [[Muttermilch]])
* [[Sepsis]]
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Bei starken Blutungen in den Harnwegen können sich [[Koagel]] bilden, die eine Harnstauung zur Folge haben. Bei der Therapie einer [[Verbrauchskoagulopathie]] (DIC) muss das Riskio, die physiologische Fibrinolyse zu unterdrücken, gegen die Gefahr aufgrund einer durch die Hyperfibrinolyse unterhaltenen Blutung abgewogen werden. Dies sind relative Kontraindikationen.
* [[Disseminierte intravasale Koagulation]] (DIC)
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[[Fachgebiet:Arzneimittel]]
 
[[Fachgebiet:Arzneimittel]]
 
[[Fachgebiet:Hämostaseologie]]
 
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[[Tag:Blutung]]
 
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[[Tag:Fibrinolyse]]
 
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[[Tag:Plasminogen]]
 
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Version vom 5. August 2014, 17:26 Uhr

Handelsname: Cyklokapron®
Synonym: trans-4-(Aminomethyl)cyclohexan-1-carbonsäure, AMCA

1 Definition

Die Tranexamsäure ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Antifibrinolytika bzw. Lysinanaloga. Sie wird zur Therapie von Blutungen eingesetzt, bei denen eine Hyperfibrinolyse vorliegt und zur Blutungsprophylaxe verwendet.

2 Chemie

Das aromatische Molekül besitzt die Summenformel:

  • C8H15NO2

Bei Zimmertemperatur liegt die Tranexamsäure als beiger Feststoff vor. Die Löslichkeit in Wasser ist sehr gut, während sich die Verbindung in Ethanol kaum löst. Strukturell besteht eine große Ähnlichkeit zur Aminosäure Lysin. Es handelt sich um eine Aminocarbonsäure.

3 Wirkung

Tranexamsäure hemmt die Umwandlung von Plasminogen zu Plasmin. Die Hemmung beruht auf einer Blockierung der Lysinbindungsstelle des Plasminogens, sie ist reversibel. In geringerem Maße hemmt Tranexamsäure auch aktives Plasmin. Somit kann die Fibrinolyse pharmakologisch unterdrückt und das Blutungsrisiko gesenkt werden.

4 Indikation

Tranexamsäure wird zur Therapie und Prophylaxe von Blutungen aufgrund einer Hyperfibrinolyse, aber auch als Antidot bei Blutungen während einer fibrinolytischen Therapie (z.B. Lyse) verwendet. In der Geburtshilfe findet es Verwendung, um die Gerinnung bei postpartalen Blutungen zu fördern. Weitere Indikationen sind:

5 Darreichungsform

Der Wirkstoff wird oral in Form von Tabletten oder Brausetabletten verabreicht. Auch eine i.v.-Gabe ist möglich.

6 Pharmakologie

Die Halbwertszeit der Tranexamsäure beträgt rund 2 Stunden bei einer Bioverfügbarkeit von rund 50 % bei oraler Applikation. Die Ausscheidung erfolgt zu über 90 % renal, was bei Patienten mit Nierenerkrankungen zu beachten ist. Die Aktivität im Urin liegt deutlich höher als im Plasma, daher eignet sich Tranexamsäure auch zur Therapie von Blutungen in den Harnwegen.

7 Nebenwirkungen

8 Wechselwirkungen

Die gemeinsame Applikation von Tranexamsäure und Faktor IX erhöht das Risiko einer Thrombose.

9 Kontraindikationen

Bei starken Blutungen in den Harnwegen können sich Koagel bilden, die eine Harnstauung zur Folge haben. Bei der Therapie einer Verbrauchskoagulopathie (DIC) muss das Riskio, die physiologische Fibrinolyse zu unterdrücken, gegen die Gefahr aufgrund einer durch die Hyperfibrinolyse unterhaltenen Blutung abgewogen werden. Dies sind relative Kontraindikationen.

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