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Topotecan

Version vom 9. März 2012, 14:39 Uhr von Gunnar Römer (Diskussion | Beiträge)

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Handelsname: Hycamtin
Synonyme: (S)-9-Dimethylaminomethyl-10-hydroxycamptothecin, TOPO, TTC
Englisch: Topotecane

1 Definition

Topotecan ist ein Arzneimittel, das im Fachgebiet der Onkologie für die Chemotherapie von malignen Erkrankungen eingesetzt wird. Dabei beruht seine zellteilungshemmende und zellwachstumshemmende Wirkung auf seiner Funktion als Hemmer des Enzyms Topoisomerase. Wie einige andere Zytostatika besitzt auch Topotecan einen pflanzlichen Ursprung – es ist eine chemisch modifizierte Form des Pflanzenalkaloids Camptothecin. Letzteres entstammt der Rinde, den Wurzeln und den Blättern der Pflanze Camptotheca acuminata.

2 Chemie

Das Topotecan besitzt die chemische Summenformel C23H23N3O5 und hat seinen Schmelzpunkt bei rund 215 – 219 °C.

3 Anwendungsgebiete

Das erste und wichtigste Indikationsgebiet des Topotecans ist das bereits fortgeschrittene, also therapieresistente und bereits metastasierte Ovarialkarzinom. Allerdings bezieht sich die Zulassung hier lediglich auf eine Zweitbehandlung im Falle, dass die ersten Behandlungsmethoden zu keiner signifikanten Remission der malignen Raumforderung an den Eierstöcken geführt haben. Ebenfalls als Zweit- bzw. Ersatztherapie zugelassen ist Topotecan für die Chemotherapie beim kleinzelligen Bronchialkarzinom, sofern auch hier keinen anderen Substanzen eine Besserung gezeigt haben. Im Gegensatz zu der Bundesrepublik Deutschland ist Topotecan in den Vereinigten Staaten von Amerika auch als Haupttherapie bei Lungenkrebs zugelassen.

4 Wirkungsmechanismus

Als hochpotenter Topoisomerase-Hemmer ist für die therapeutische Wirksamkeit des Topotecans ein geschlossener Lactonring unbedingte Vorraussetzung. Im andauernden Prozess der DNA-Replikation kommt es mit fortschreitender Arbeit der DNA-Polymerase zu einer immer extremeren Verknotung und Verschnürung der DNA- bzw. RNA-Stränge. Dabei hat das Enzym Topoisomerase die Aufgabe, eine immer stärkere Verdrillung des Erbmaterials zu verhindern, da ansonsten eine weitere Ablesung und damit eine spätere Umsetzung der genetischen Information in eine Aminosäuresequenz nicht mehr möglich ist. Dabei arbeiten zwei Typen von Topoisomerase zusammen – die Topoisomerase-I und die Topoisomerase-II. Beide katalysieren vorläufige Einschnitte in die DNA-Stränge, was zu einer Entwirrung und Entspannung dieser führt. Das Krebsmedikament Topotecan bildet nun mit dem DNA-Strang und der Topoisomerase-I einen sehr festen und stabilen Komplex. Damit fällt die bis hierhin geleistete, schützende Arbeit des Enzyms weg und es kommt innerhalb kürzester Zeit zu einer vollständigen Arretierung der Replikationsgabel. Dies wiederum hat einen irreversiblen Bruch des DNA-Strangs zur Folge, die Replikation ist beendet, es kann eine Umsetzung der genetischen Information mehr stattfinden und es kommt zur Apoptose.

5 Nebenwirkungen

6 Kontraindikationen

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