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Tinnitus-Retraining: Unterschied zwischen den Versionen

 
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==Definition==
 
==Definition==
Das '''Tinnitus-Retraining''' ist eine Behandlungsmethode zur Therapie von Ohrgeräuschen ([[Tinnitus]]), die in den 80er Jahren entwickelt wurde.  
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Das '''Tinnitus-Retraining''', kurz '''TRT''', ist eine Behandlungsmethode zur Therapie von Ohrgeräuschen ([[Tinnitus]]), die in den 80er Jahren entwickelt wurde.  
  
==Anwendung==
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==Prinzip==
Die TRT wird vorzugsweise dann eingesetzt, wenn man die Quelle des Tinnitus nicht eliminieren kann. Stattdessen versucht man, die bewußte Wahrnehmung des Tinnitus im [[zerebral]en [[Cortex]] zu modifizieren. Das erreicht die TRT, indem sie die neuronale Aktivität, die vom Tinnitus ausgelöst wird, durch schrittweise [[Habituation]] (Gewöhnung) blockiert.
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Die TRT wird vorzugsweise dann eingesetzt, wenn die Ursache des Tinnitus nicht eliminiert werden kann. Ziel des Tinnitus-Retraining ist es, die bewusste Wahrnehmung des Tinnitus im [[zerebral]]en [[Cortex]] zu modifizieren. Die neuronale Aktivität, die vom Tinnitus ausgelöst wird, wird durch schrittweise [[Habituation]] (Gewöhnung) gehemmt bzw. blockiert.
  
Bei der TRT trägt der Patient ein Gerät in jeder Ohrmuschel, das dauernd ein leises, kaum vernehmbares "[[rosa Rauschen]]" ausstrahlt. Durch die Gewöhnung an das Rauschen kann die Wahrnehmung des Tinnitus überlagert und schließlich ausgelöscht werden.
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Bei der TRT trägt der Patient ein Gerät in jeder [[Ohrmuschel]], das dauernd ein leises, kaum vernehmbares Rauschen, auch ''rosa Rauschen'' genannt, ausstrahlt. Durch die Gewöhnung an dieses Rauschen kann die Wahrnehmung des Tinnitus überlagert und schließlich ausgelöscht werden.
  
Das klassische Tinnitus-Retraining erfolgt nach Jastreboff und Hazell mit einem [[Tinnitus-Noiser]]. Ohne Noiser wird das Retraining als [[Tinnitus-Desensibilisierungs-Therapie]] (TDT) bezeichnet.
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Das klassische Tinnitus-Retraining erfolgt nach Jastreboff und Hazell mit einem [[Tinnitus-Masker]]. Moderne Therapiekonzepte setzen auf sogenannte [[Tinnitus-Noiser]]. Da bei Tinnitus-Patienten oft gleichzeitig ein Hörverlust vorliegt, können diese Geräte auch mit einem [[Hörsystem]] kombiniert werden.
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Ohne Einsatz eines Tinnituskontrollinstruments (TCI) bezeichnet man das Retraining als [[Tinnitus-Desensibilisierungs-Therapie]] (TDT).
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===Tinnitus-Masker===
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Bei der Verwendung eines Tinnitus-Maskers wird das Tinnitus-Geräusch durch ein anderes, lauteres bzw. dominanteres Geräusch überdeckt (maskiert). Der Tinnitus wird mit einem "Gegengeräusch" konfrontiert, das dazu führt, dass der Betroffene seinen Tinnitus nicht mehr wahrnimmt. Dadurch wird die Gewöhnung an das Tinnitus-Geräusch jedoch behindert, weshalb Masker heute als veraltet gelten.
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===Tinnitus-Noiser===
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Beim Tinnitus-Noiser wird das Tinnitus-Geräusch akustisch in eine Geräuschumgebung eingebettet ("umspült"). Der Betroffene kann den Tinnitus zwar noch zu hören, er verliert aber seine dominante Bedeutung. Der Betroffene lernt dadurch, sich an das Tinnitus-Geräusch zu gewöhnen und dessen Wahrnehmung zu ignorieren.
 
[[Fachgebiet:Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde]]
 
[[Fachgebiet:Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde]]
 
[[Tag:Ohrgeräusch]]
 
[[Tag:Ohrgeräusch]]
 
[[Tag:Therapie]]
 
[[Tag:Therapie]]
 
[[Tag:Tinnitus]]
 
[[Tag:Tinnitus]]
 
Masker = Maskieren = contraproduktiv, da bei überdecken des Tinnitus das Problem verstärkt werden kann !
 
 
Noiser = TRT- Therapiegerät = das Rauschsignal wird immer kurz unterhalb des Tinnitus gefahren .
 
Im Laufe des Tages regelt der Betroffene das Rauschen nur leiser .
 
Dadurch heftet sich der Tinnitus an das Rauschen und wird mit nach unten gezogen .
 
Retraining = zurück trainieren.
 
 
Optimal bei gleichbleibenden und tonalen Tinnite ist ein Notchedfilter dort zu setzen , wo der Tinnitus ist.
 
Das bewirkt im Hörzentrum ein “umspülen “ des Tinnitus.
 
Es werden im Gehirn fehlende Hörempfindungen wieder dauerhaft hergestellt.
 
 
Ein Noiser ist aber keine Wunderwaffe . Hier muss deutlich gemacht werden , dass 80% der Tinnituspatienten auch einen Hörverlust haben.
 
Meist liegt die Ursache des Tinnitus genau hier!
 
Problem erkannt, Problem gebannt. Dann muss das Hörvermögen mit einem Hörsystem wieder Hergestellt werden, Voraussetzung das das Hörsystem in der Lage ist die lokalisierte Tinnitusfrequentz zu "greifen ".
 
Das macht mit Ex-Hörer Systemen Sinn, da diese eine Frequenzbreite bis 10000 Hz leisten .
 
 
Wenn dann Das Hörsystem hochwertig genug ist hat es zusätzlich eine Tinnitusfunktion . Sogenannte kombinierte Hörsysteme. Hier lässt sich dann auch ein Notchedfilter setzen.
 
Bei dieser Art der Therapie schlägt man mehrere Fliegen mit einer Klappe :
 
 
- Ausgleich des Hörverlustes -führt zu entspannterem hören und Lebenstil,
 
- natürliche Maskierung durch wieder herstellen des Hörvermögens,
 
- Setzen des Noisersignals zur Retrainierung
 
- Notchedfilter zur Synapsensynchroniesierung
 
 
Für den Notchedfilter ist eine sorgfältige Auswahl des Hörsystems von Bedeutung :
 
 
Ex- Hörer -System, Tinnituszusatzfunktion möglichst Audiogrambasierend und möglichst viele Kanäle um einen guten Notchedfilter zu setzen .
 

Aktuelle Version vom 29. März 2016, 18:14 Uhr

Synonyme: Tinnitus Retraining Therapie, TRT

1 Definition

Das Tinnitus-Retraining, kurz TRT, ist eine Behandlungsmethode zur Therapie von Ohrgeräuschen (Tinnitus), die in den 80er Jahren entwickelt wurde.

2 Prinzip

Die TRT wird vorzugsweise dann eingesetzt, wenn die Ursache des Tinnitus nicht eliminiert werden kann. Ziel des Tinnitus-Retraining ist es, die bewusste Wahrnehmung des Tinnitus im zerebralen Cortex zu modifizieren. Die neuronale Aktivität, die vom Tinnitus ausgelöst wird, wird durch schrittweise Habituation (Gewöhnung) gehemmt bzw. blockiert.

Bei der TRT trägt der Patient ein Gerät in jeder Ohrmuschel, das dauernd ein leises, kaum vernehmbares Rauschen, auch rosa Rauschen genannt, ausstrahlt. Durch die Gewöhnung an dieses Rauschen kann die Wahrnehmung des Tinnitus überlagert und schließlich ausgelöscht werden.

Das klassische Tinnitus-Retraining erfolgt nach Jastreboff und Hazell mit einem Tinnitus-Masker. Moderne Therapiekonzepte setzen auf sogenannte Tinnitus-Noiser. Da bei Tinnitus-Patienten oft gleichzeitig ein Hörverlust vorliegt, können diese Geräte auch mit einem Hörsystem kombiniert werden.

Ohne Einsatz eines Tinnituskontrollinstruments (TCI) bezeichnet man das Retraining als Tinnitus-Desensibilisierungs-Therapie (TDT).

2.1 Tinnitus-Masker

Bei der Verwendung eines Tinnitus-Maskers wird das Tinnitus-Geräusch durch ein anderes, lauteres bzw. dominanteres Geräusch überdeckt (maskiert). Der Tinnitus wird mit einem "Gegengeräusch" konfrontiert, das dazu führt, dass der Betroffene seinen Tinnitus nicht mehr wahrnimmt. Dadurch wird die Gewöhnung an das Tinnitus-Geräusch jedoch behindert, weshalb Masker heute als veraltet gelten.

2.2 Tinnitus-Noiser

Beim Tinnitus-Noiser wird das Tinnitus-Geräusch akustisch in eine Geräuschumgebung eingebettet ("umspült"). Der Betroffene kann den Tinnitus zwar noch zu hören, er verliert aber seine dominante Bedeutung. Der Betroffene lernt dadurch, sich an das Tinnitus-Geräusch zu gewöhnen und dessen Wahrnehmung zu ignorieren.

Diese Seite wurde zuletzt am 29. März 2016 um 16:45 Uhr bearbeitet.

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