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Tinidazol

Version vom 30. Januar 2018, 23:56 Uhr von Ina van Elk (Diskussion | Beiträge)

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Synonym: 1-[2-(Ethylsulfonyl)ethyl]-2-methyl-5-nitroimidazol
Handelsname: Fasigyn®,Tindamax®,Simplotan®
Englisch: tinidazole

1 Defintion

Tinidazol gehört zur Gruppe der Nitroimidazole und wird bei Infektionen mit Protozoen oder anaeroben Bakterien eingesetzt.

2 Chemie

Tinidazol ist ein gelbliches, kristallines Pulver mit der Summenformel ist C8H13N3O4S und einer molaren Masse von 247,3 g·mol-1. Es ist in Wasser kaum löslich und eng mit Metronidazol verwandt.

3 Wirkungsmechanismus

Die bakteriziden und antiparasitären Eigenschaften von Tinidazol beruhen auf der Bildung von Radikalen, die dann an die DNA der Erreger binden und den Zelltod verursachen.

4 Pharmakokinektik

Der Wirkstoff wird mit Nahrung eingenommen, seine Eliminationshalbwertszeit beträgt 12 bis 14 Stunden. Es handelt sich um eine Prodrug, das bedeutet, dass der Wirkstoff erst durch seine Metabolisierung aktiv wird.

5 Indikationen

Tinidazol wird bei Infektionen mit anaeroben Bakterien und Protozoen eingesetzt, dazu gehören unter anderem:

Tinidazol wird außerdem zur Prävention von postoperativen Infektionen verwendet.

6 Kontraindikationen

7 Wechselwirkungen

Da Tinidazol in der Leber von CYP3A metabolisiert wird, kann es bei der Einnahme von CYP3A-Inhibitoren und -Induktoren zu veränderten Wirkspiegeln kommen. Der Wirkstoff führt außerdem zu einer Alkoholunverträglichkeit, welche sich durch Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen äußert. Deswegen sollte auf Alkoholkonsum während der Behandlung verzichtet werden. Barbiturate vermindern die Wirkung von Tinidazol. Bei gleichzeitiger Einnahme mit Cimetidin wird Tinidazol schlechter aus dem Körper ausgeschieden, wodurch die Nebenwirkungen verstärkt auftreten. Die Anwendung von Lithium führt zu einem erhöhten Lithiumgehalt im Blut, in extremen Fällen kann es zu einer Lithiumvergiftung kommen.

8 Nebenwirkungen

Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen unter anderem:

Da sich während der Behandlung die Leukozytenzahl vermindern kann, sind bei einer längeren Anwendung regelmäßige Blutbildkontrollen ratsam.

Fachgebiete: Chemie, Pharmakologie

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