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Tinea: Unterschied zwischen den Versionen

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Unter einer '''Tinea''' versteht man eine [[Infektion]] mit [[Dermatophyt]]en. Diese, vorrangig Haare, Nägel und Haut befallend, werden in 3 [[Gattung]]en unterteilt:
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Dermatophyten kommen im Erdboden und auf Lebewesen vor. Sie können von Mensch zu Mensch als auch von Tier zu Mensch übertragen werden. Man bezeichnet sie entsprechend ihres Übertragungsweges als geophil (über Erdmaterial übertragen), anthropophil (Übertragung von Mensch zu Mensch) und zoophil ( Übertragung von Tier zu Mensch).
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Insgesamt gibt es ca. 45 verschiedene, bisher bekannte Arten von Dermatophyten weltweit.
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Die Epidemiologie ist von Art zu Art verschieden. Trichophyton rubrum ist der am häufigsten vorkommende Dermatophyt. Er siedelt sich vor allem in Haaren und Haut an. Ein direkter Hautkontakt ist zur Übertragung hierbei nicht erforderlich und zusätzlich kann diese Form auf Gegenständen überleben, was die rasche und unkomplizierte Ausbreitung erklärt.
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Demgegenüber wird Microsporum canis von Katzen auf den Menschen übertragen und gilt als Zoonose. Es befällt vor allem die Haare.
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Von Rindern wird die Infektion mit Trichophyton verrucosum übertragen.
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Als anthropophiler, von Mensch zu Mensch übertragbarer Dermatophyt gilt das Epidermophyton floccosum. Es ist vor allem in Hautfalten zum Beispiel im Leistenbereich und submammär zu finden.
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Da die Pilze das [[Stratum]] [[corneum]] der Haut befallen, sind die Infektionen nach aussen sichtbar. Alle Infektionen mit Dermatophyten gehen mit einer mehr oder minder ausgeprägten Infektion einher.
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Charakteristisch für einige Dermatophytenarten wie zum Beispiel für Trichophyton rubrum sind die sich auf der Haut ausbildenden konzentrischen Ringe. Diese Ringe zeigen einen rötlichen entzündlichen Saum und bereits abheilende und gesunde Haut im Zentrum. Die Ursache hierfür liegt an der Ausbreitung des Pilzes, die vom Zentrum in die Peripherie (zentrifugal) erfolgt.
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Es gibt sowohl stark juckende Formen der Tinea als auch Formen, die eher mit einer sehr trockenen schuppigen Haut einhergehen. Letztere werden als vesiculöse dyshidrosiforme [[Effloreszenz]]en beschrieben.
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Bei der [[Tinea pedum]], dem klassischen [[Fußpilz]], ziegt sich die Haut hingegen trocken, rissig, ohne Entzüdnungszeichen dafür aber mit einer vermehrten Hornhautbildung, einer sogenannten Hyperkeratose.
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Die von den Tieren auf den Menschen übertragenen Infektionen führen zu deutlicheren Entzündungen. Da sie sich entlang der Haarfollikel ausbreiten, imponieren sie klinisch als Pusteln und Furunkel im Haarbereich.
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Bei immungeschwächten Patienten infolge von immunsuppressiven Therapien, Organtransplantationen oder komsumierenden Grunderkrankungen können Dermatophyteninfektionen auch zu [[Granulom]]en führen.
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==[[Tineaarten]]==
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Tinea superficialis, Tinea profunda, Tinea corporis, Tinea pedum, Tinea palmoplantaris, Tinea capitis, Tinea unguium
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==Diagnostik==
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Die Diagnostik erfolgt durch den mikroskopischen Nachweis der Pilzbestandteile im [[Nativpräparat]] und die [[Anzucht]] der Dermatophyten in einer Kultur zum Beispiel auf Sabouraud-Glucose-Agar als Nährmedium. Das Untersuchungsmaterial sind Hautschuppen, Nagelspäne und epilierte Haare.
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==Therapie==
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Das Hauptaugenmerk der Therapie liegt auf der topischen also lokalen Behandlung der Tinea zum Beispiel mit antimykotischen Lösungen zum Auftragen auf die Haut und die Schleimhäute.
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Einige Formen könne auch mittels einer systemischen Therapie zur vollständigen Abheilung gebracht werden. Hierzu werden Wirkstoffe wie Terbinafin und Fluconazol verwandt. Gute Ergebnisse zeigen diese Präparate unter anderem bei der Tinea capitis und Tinea unguium. Die Therapiedauer variiert hierbei je nach Art und Asubreitung zwischen 2 Wochen und 4 Monaten.

Version vom 3. Oktober 2011, 14:39 Uhr

Synonym: Dermatophytose, Dermatophytenerkrankung

1 Definition

Unter einer Tinea versteht man eine Infektion mit Dermatophyten. Diese, vorrangig Haare, Nägel und Haut befallend, werden in 3 Gattungen unterteilt:

Trichophyton species

Mikrosporum species

Epidermophyton species

2 Epidemiologie

Dermatophyten kommen im Erdboden und auf Lebewesen vor. Sie können von Mensch zu Mensch als auch von Tier zu Mensch übertragen werden. Man bezeichnet sie entsprechend ihres Übertragungsweges als geophil (über Erdmaterial übertragen), anthropophil (Übertragung von Mensch zu Mensch) und zoophil ( Übertragung von Tier zu Mensch). Insgesamt gibt es ca. 45 verschiedene, bisher bekannte Arten von Dermatophyten weltweit.

Die Epidemiologie ist von Art zu Art verschieden. Trichophyton rubrum ist der am häufigsten vorkommende Dermatophyt. Er siedelt sich vor allem in Haaren und Haut an. Ein direkter Hautkontakt ist zur Übertragung hierbei nicht erforderlich und zusätzlich kann diese Form auf Gegenständen überleben, was die rasche und unkomplizierte Ausbreitung erklärt.

Demgegenüber wird Microsporum canis von Katzen auf den Menschen übertragen und gilt als Zoonose. Es befällt vor allem die Haare. Von Rindern wird die Infektion mit Trichophyton verrucosum übertragen.

Als anthropophiler, von Mensch zu Mensch übertragbarer Dermatophyt gilt das Epidermophyton floccosum. Es ist vor allem in Hautfalten zum Beispiel im Leistenbereich und submammär zu finden.

3 Klinik

Da die Pilze das Stratum corneum der Haut befallen, sind die Infektionen nach aussen sichtbar. Alle Infektionen mit Dermatophyten gehen mit einer mehr oder minder ausgeprägten Infektion einher. Charakteristisch für einige Dermatophytenarten wie zum Beispiel für Trichophyton rubrum sind die sich auf der Haut ausbildenden konzentrischen Ringe. Diese Ringe zeigen einen rötlichen entzündlichen Saum und bereits abheilende und gesunde Haut im Zentrum. Die Ursache hierfür liegt an der Ausbreitung des Pilzes, die vom Zentrum in die Peripherie (zentrifugal) erfolgt. Es gibt sowohl stark juckende Formen der Tinea als auch Formen, die eher mit einer sehr trockenen schuppigen Haut einhergehen. Letztere werden als vesiculöse dyshidrosiforme Effloreszenzen beschrieben. Bei der Tinea pedum, dem klassischen Fußpilz, ziegt sich die Haut hingegen trocken, rissig, ohne Entzüdnungszeichen dafür aber mit einer vermehrten Hornhautbildung, einer sogenannten Hyperkeratose. Die von den Tieren auf den Menschen übertragenen Infektionen führen zu deutlicheren Entzündungen. Da sie sich entlang der Haarfollikel ausbreiten, imponieren sie klinisch als Pusteln und Furunkel im Haarbereich. Bei immungeschwächten Patienten infolge von immunsuppressiven Therapien, Organtransplantationen oder komsumierenden Grunderkrankungen können Dermatophyteninfektionen auch zu Granulomen führen.

4 Tineaarten

Tinea superficialis, Tinea profunda, Tinea corporis, Tinea pedum, Tinea palmoplantaris, Tinea capitis, Tinea unguium

5 Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt durch den mikroskopischen Nachweis der Pilzbestandteile im Nativpräparat und die Anzucht der Dermatophyten in einer Kultur zum Beispiel auf Sabouraud-Glucose-Agar als Nährmedium. Das Untersuchungsmaterial sind Hautschuppen, Nagelspäne und epilierte Haare.

6 Therapie

Das Hauptaugenmerk der Therapie liegt auf der topischen also lokalen Behandlung der Tinea zum Beispiel mit antimykotischen Lösungen zum Auftragen auf die Haut und die Schleimhäute. Einige Formen könne auch mittels einer systemischen Therapie zur vollständigen Abheilung gebracht werden. Hierzu werden Wirkstoffe wie Terbinafin und Fluconazol verwandt. Gute Ergebnisse zeigen diese Präparate unter anderem bei der Tinea capitis und Tinea unguium. Die Therapiedauer variiert hierbei je nach Art und Asubreitung zwischen 2 Wochen und 4 Monaten.

Diese Seite wurde zuletzt am 28. Februar 2021 um 22:03 Uhr bearbeitet.

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