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Thyreoiditis de Quervain

Version vom 30. November 2017, 17:11 Uhr von Felix Wunder (Diskussion | Beiträge)

nach dem Schweizer Chirurgen Fritz de Quervain (1868-1940)
Synonym: Subakute granulomatöse Thyreoiditis, Nicht-eitrige Thyreoiditis, Granulomatöse Thyreoiditis, Riesenzell-Thyreoiditis
Englisch: Quervain's thyroiditis

1 Definition

Die Thyreoditis de Quervain ist eine selten auftretende, subakut verlaufende entzündliche Erkrankung der Schilddrüse (Thyreoiditis).

2 Ätiologie

Die Ätiologie der Thyreoiditis de Quervain ist unklar. Zu beobachten ist ein gehäuftes Auftreten nach viralen Infekten der Atemwege sowie bei Vorhandensein eines Genotyps HLA-B 35. Frauen sind vielfach häufiger betroffen als Männer (5:1), meist sind es Frauen mittleren Lebensalters zwischen 30 und 50 Jahren.

3 Symptomatik

Eine Thyreoiditis de Quervain geht mit allgemeinen Symptomen wie Abgeschlagenheit und Müdigkeit einher. Die Schilddrüse kann bei Palpation druckschmerzhaft sein, unter Umständen tritt Fieber auf. Kopfschmerzen, Myalgien sowie klinische Zeichen einer Hyperthyreose sind möglich. Es sind jedoch keine entzündlich reaktiv veränderten Lymphknoten feststellbar.

4 Diagnostik

Eine Thyreoiditis de Quervain wird durch Laboruntersuchungen und geeignete bildgebende Verfahren diagnostiziert. Im Labor findet sich eine massiv erhöhte BSG bei ansonsten unauffälligen Entzündungsparametern (kein erhöhtes CRP, keine Leukozytose). Die TSH-Werte können Initial auf eine Hyperthyreose hinweisen, im weiteren Verlauf stellt sich in der Regel eine Euthyreose ein, unter Umständen mit einer passageren Hypothyreose als Zwischenstufe.

Die Sonographie zeigt echoarme Herde in der Schilddrüse, welche zu größeren Herden konfluieren können. In der Szintigraphie ist der Technetium-Uptake der Schilddrüse stark vermindert, die Herde können als sogenannter kalter Knoten imponieren.

Bestehen hierbei Zweifel an der Diagnose, sollte zur definitiven Klärung eine Feinnadelbiopsie erfolgen. Die histologische Untersuchung zeigt eine granulomatöse Thyreoiditis mit Langhans-Riesenzellen und Epitheloidzellen.

5 Therapie

Meistens heilt die Thyreoiditis de Quervain ohne Therapie nach 9-12 Monaten spontan aus (ca. 80-95 % der Fälle). Zur Linderung leichter lokaler Beschwerden können NSAR eingesetzt werden. Bei stärkeren Beschwerden kann eine hochdosierte Einmaltherapie mit Glukokortikoiden (Prednisolon 1 mg/kg KG) rasch Linderung verschaffen.

6 Verlauf und Prognose

Der Verlauf kann sich über Monate, selten auch über ein Jahr und länger erstrecken. Auch ohne Therapie kommt es im Laufe der Zeit allmählich zum Sistieren der Entzündung. Die Prognose ist im Allgemeinen gut. Je nach Grad der Entzündung kann eine passagere Hypothyreose entstehen, die nur in rund 2-5% der Fälle dauerhaft substitutionsbedürftig ist.

Hm, da scheint Emrah bei Amboss gründlicher zu recherchieren als bei uns. Angabe überprüft und mit Quelle verbessert. Danke für den Hinweis.
#3 am 13.03.2018 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Laut Amboss _gibt es_ reaktiv vergrösserte Lymphknoten!
#2 am 13.03.2018 von Michael Sepulcri (Student/in der Humanmedizin)
CRP ist in den meisten Fällen deutlich erhöht
#1 am 23.11.2016 von Dipl.-Inf. Martin Messner (Heilpraktiker/in)

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