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Thymus

Version vom 8. November 2006, 14:26 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

Synonym: Bries

1 Definition

Der Thymus ist ein primäres lymphatisches Organ. Er besteht aus zwei asymetrischen Lappen, die miteinander in Verbindung stehen. Er liegt im oberen Mediastinum hinter dem Sternum. Beim Neugeborenen wiegt der Thymus ca. 10-15 g und erreicht in der Pubertät, mit dem Höhepunkt seiner Entwicklung, ein Gewicht von 35-50 g. Nach der Pubertät verfettet der Thymus und bildet sich im Laufe der Jahre zunehmend zurück, so dass er beim Erwachsenen makroskopisch meist nicht mehr klar abgegrenzt werden kann.

2 Embryologie

Ab der 6. Schwangerschaftswoche entwickeln sich aus der 3. und 4. Schlundtasche des Entoderms zwei Thymusanlagen, die miteinander verschmelzen und vom Halsbereich ins Mediastinum absteigen. Die ersten Lymphozyten wandern Ende der 10. Woche aus dem Dottersack in den Thymus ein und proliferieren hier.

3 Histologie

Der Thymus ist von einer Organkapsel aus kollagenem Bindegewebe umgeben. Im fetalen Thymus ist die Gliederung in Rinde und Mark deutlich erkennbar. Die dunklere Rindenzone ist von dicht gelagerten Lymphozyten besiedelt, die sich hier differenzieren. Im helleren Mark befinden sich reife T-Lymphozyten, Makrophagen und Epithelzellen. Diese ordnen sich häufig in typischen Gruppen an und bilden die sog. Hassall-Körperchen. Nach der Pubertät wird das Parenchym durch Fettgewebe ersetzt. Die Gliederung in Läppchen und die Abgrenzung in Rinde und Mark ist nur noch schwer möglich.

4 Aufgabe

Der Thymus dient der Ausreifung und Differenzierung der T-Lymphozyten. Während der Fetalzeit wandern Lymphozyten aus dem Knochenmark in den Thymus ein und erhalten hier ihre immunologische Prägung. Diese reifen T-Lymphozyten wandern über das Blut in die sekundär lymphatischen Organe und stehen dort in den T-Zell-Regionen im Dienste der Immunabwehr. Die Blut-Thymus-Schranke verhindert während der Ausreifung den Kontakt zu körpereigenen Antigenen.


5 Krankheiten des Thymus

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