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Thrombozytose: Unterschied zwischen den Versionen

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* [[Eisenmangelanämie]]: vermutlich wirkt das kompensatorisch erhöhte [[Erythropoietin]] auch stimulierend auf die Thrombopoese
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* [[Blutung]]
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Als chronische sekundäre Thrombozytose wird eine milde bis starke Erhöhung in Folge eines chronischen Begleitumstandes bezeichnet. Hierbei besteht zum Teil ein erhöhtes Thromboembolierisiko. Ursachen sind z.B.:  
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Als chronische sekundäre Thrombozytose wird eine milde bis starke Erhöhung der Thrombozyten im Rahmen einer chronischen Erkrankung bezeichnet. Hierbei besteht zum Teil ein erhöhtes Thromboembolierisiko. Mögliche Ursachen sind:
* chronische [[Entzündung]]: [[Rheumatoide Arthritis]], [[Kollagenose]]n, [[Vaskulitis|Vaskulitiden]], [[chronisch entzündliche Darmerkrankung]]en, [[Sarkoidose]], [[Tuberkulose]]
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* chronische [[Entzündung]]en: [[Rheumatoide Arthritis]], [[Kollagenose]]n, [[Vaskulitis|Vaskulitiden]], [[chronisch entzündliche Darmerkrankung]]en, [[Sarkoidose]], [[Tuberkulose]]
* [[paraneoplastisch]]: vermutlich über [[Interleukin-6]] und [[Thrombopoietin]] vermittelt
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* [[Paraneoplasie]]n: vermutlich über [[Interleukin-6]] und [[Thrombopoietin]] vermittelt
* andere myeloproliferative Erkrankungen ([[Polycythaemia vera]], [[primäre Myelofibrose]], [[chronisch myeloische Leukämie]])  
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* myeloproliferative Erkrankungen ([[Polycythaemia vera]], [[primäre Myelofibrose]], [[chronisch myeloische Leukämie]])  
 
* [[myelodysplastisches Syndrom|myelodysplastische Syndrome]]  
 
* [[myelodysplastisches Syndrom|myelodysplastische Syndrome]]  
 
* [[myelodysplastisch-myeloproliferatives Syndrom|myelodysplastisch-myeloproliferative Syndrome]] (z.B. [[refraktäre Anämie mit Ringsideroblasten und Thrombozytose]])  
 
* [[myelodysplastisch-myeloproliferatives Syndrom|myelodysplastisch-myeloproliferative Syndrome]] (z.B. [[refraktäre Anämie mit Ringsideroblasten und Thrombozytose]])  

Version vom 28. August 2019, 21:20 Uhr

Englisch: thrombocytosis

1 Definition

Unter einer Thrombozytose versteht man einen Anstieg der Thrombozytenzahl im Blut auf über 450.000/µl.

2 Nomenklatur

Von manchen Autoren wird die Thrombozytose als vorübergehender Anstieg der Thrombozytenzahl von der Thrombozythämie als dauerhafter Erhöhung abgegrenzt. Die Begriffe werden jedoch in der Literatur auch synonym verwendet.

3 Einteilung

3.1 Primäre Thrombozytose

Ursache einer primären Thrombozytose ist die essentielle Thrombozythämie (ET). Es handelt sich um eine myeloproliferative Erkrankung (MPE), die durch eine autonome, klonale Proliferation der Thrombopoese entsteht. Die chronische, starke Thrombozytose führt zu einem erhöhten Thromboembolie- und Blutungsrisiko.

3.2 Sekundäre Thrombozytose

Die meisten Thrombozytosen sind sekundärer bzw. reaktiver Natur.

Eine passagere sekundäre Thrombozytose ist eine meist milde Erhöhung ohne Krankheitswert als Folge eines vorübergehenden Zustands, z.B. bei:

Als chronische sekundäre Thrombozytose wird eine milde bis starke Erhöhung der Thrombozyten im Rahmen einer chronischen Erkrankung bezeichnet. Hierbei besteht zum Teil ein erhöhtes Thromboembolierisiko. Mögliche Ursachen sind:

Außerdem kann eine Thrombozytose als Zeichen einer hämatopoetischen Regeneration auftreten, z.B. nach Chemotherapie, Alkoholabstinenz bei Alkoholikern sowie nach Korrektur eines Vitamin-B12-Mangels oder Folsäuremangels.

Daneben existieren kongenitale Formen (familiäre Thrombozytose) z.B. durch eine autosomal-dominante Mutation im MPL-Gen, welches für den Thrombopoietin-Rezeptor kodiert.

4 Symptome

Patienten mit milder Thrombozytose sind sehr häufig asymptomatisch. Bei sekundären Thrombozytosen treten gehäufte Thromboembolien meist aufgrund der thrombogenen Grunderkrankung oder bei weiteren Risikofaktoren auf.

Bei der essentiellen Thrombozythämie führt die sehr hohe Thrombozytenzahl neben Mikrozirkulationsstörungen (Erythromelalgie, Schwindel, Kopfschmerzen) zu Thromboembolien, insbesondere viszerale Thrombosen, z.B. Mesenterialvenenthrombose. Bei sehr stark erhöhten Werten tritt zusätzlich ein erhöhtes Blutungsrisiko auf. Erklärt wird dieses Phänomen durch die stärkere Bindung des von-Willebrand-Faktors an die Thrombozyten (erworbenes von-Willebrand-Jürgens-Syndrom).

5 Diagnostik

Eine persistierende Thrombozytose sollte sorgfältig abgeklärt werden, insbesondere wenn es bereits zu einer Thromboembolie gekommen ist oder wenn weitere Zeichen einer myeloproliferativen Erkrankung bestehen.

Neben Anamnese und körperlichen Untersuchung besteht der erste Schritt in der Anfertigung eines mikroskopischen Differenzialblutbilds sowie in der Bestimmung des Eisenhaushalts (z.B. Serumferritin) und der Entzündungsparameter (z.B. CRP).

Liegt ein Eisenmangel vor, sollte dieser als Erstes ausgeglichen werden. Falls die Thrombozytose weiterhin besteht, erfolgt eine weitergehende Diagnostik.

Bei Verdacht auf eine chronische Entzündung sollte eine Fokus- (und Tumor-)Suche erfolgen.

Differenzialdiagnostisch müssen die myeloproliferativen Erkrankungen und insbesondere die ET stets werden. Bei hinreichendem Verdacht erfolgt eine molekulargenetische Stufendiagnostik: Zuerst wird EDTA-Blut auf das Vorliegen einer JAK2-Mutationen untersucht. Falls negativ, sollten CALR- und MPL-Mutationen ausgeschlossen werden. Eine klassische chronisch myeloische Leukämie zeigt sich mittels BCR-ABL1-Transkripten. Eine abschließende Knochenmarkbiopsie ist obligat.

Diese Seite wurde zuletzt am 28. August 2019 um 21:20 Uhr bearbeitet.

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