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Thromboxan

Version vom 8. Juni 2020, 23:03 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

Abkürzung: TX
Englisch: thromboxane

1 Definition

Thromboxane sind - ähnlich wie die Prostaglandine - Arachidonsäurederivate und zählen zu den Eikosanoiden. Sie entfalten ihre Wirkung vorwiegend lokal als Gewebshormone.

2 Bildung

Als Ausgangsverbindung wird die vierfach ungesättigte Arachidonsäure vermittels der Phospholipase A2 aus membranständigen Phospholipiden abgespalten. Katalysiert durch die Cyclooxygenase werden aus der Fettsäure Thromboxane gebildet. Vorwiegender Bildungsort sind die Thrombozyten.

3 Biologische Funktion

Das einzig biochemisch bedeutsame Thromboxan ist das Thromboxan A2 (TXA2). Es entfaltet - vermittelt durch das G-Protein - folgende Wirkungen:

Damit hat es eine entscheidende Bedeutung bei der primären Hämostase inne und bietet hier auch eine Möglichkeit der pharmakologischen Intervention. Hervorzuheben ist die autokrine Stimulation und damit das positive Feedback: TXA2 wird von aktivierten Thrombozyten ausgeschüttet und bindet an eigenen P2Y-Rezeptoren, über die wiederum die Granulaausschüttung induziert wird. Zusätzlich bindet es an die P2Y-Rezeptoren umliegender Thrombozyten, wodurch diese aktiviert werden.

Direkter Antagonist ist das Prostaglandin I2 (Prostazyklin), das genau gegensätzliche Wirkungen hat.

4 Pharmakologische Beeinflussung

Aufgrund der maßgeblichen Beteiligung an der primären Hämostase ist die Reduktion der TXA2-Bildung Ziel der Sekundärprophylaxe nach einem stattgefundenen Myokardinfarkt.

Durch Hemmung der Cyclooxygenase mit Acetylsalicylsäure kann die TXA2-Synthese reduziert und damit die Thrombozytenaggregation gehemmt werden. Dabei sind niedrige Dosen ausreichend und führen kaum zu einer Beeinträchtigung der Prostaglandinsynthese. Dieser Effekt begründet sich zum einen in der niedrigen Dosis, zum anderen in der Tatsache, dass die meisten Zellen die gehemmte COX durch neu synthetisierte, funktionsfähige Moleküle ersetzten können. Die Thrombozyten hingegen besitzen keinen Zellkern und somit keinen Proteinbiosyntheseapparat - sie sind folglich auf ihre "Enzymerstausstattung" angewiesen.

Fachgebiete: Biochemie

Diese Seite wurde zuletzt am 8. Juni 2020 um 23:19 Uhr bearbeitet.

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