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Thiopurin-Methyltransferase

Version vom 27. Juli 2015, 17:07 Uhr von Dr. med. Norbert Ostendorf (Diskussion | Beiträge)

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Synonym: Thiopurin-S-Methyltransferase, Mercaptopurin-Methyltransferase
Abkürzung: TPMT

1 Definition

Die Thiopurin-Methyltransferase ist ein Enzym, das die Umwandlung von S-Adenosylmethionin + Thiopurin in S-Adenosyl-L-Homocystein + Thiopurin-S-Methylether katalysiert. Die Reaktion dient der Biotransformation körperfremder Stoffe.

2 Biochemie

Die Thiopurin-Methyltransferase besteht aus 245 Aminosäuren und hat ein Molekulargewicht von 35 kDa. Das kodierende Gen TPMT liegt auf Chromosom 6. Die Aktivität wird kodominant vererbt. Das Enzym kommt im Zytosol von Tieren, Pflanzen und Bakterien vor.

Ca. 90% der Bevölkerung sind homozygote Träger des Gens TPMT*1 und haben eine normale Thiopurin-Methyltransferase-Aktivität. Etwa 10% sind heterozygote Träger einer "loss-of-function"-Mutation mit verminderter Enzymaktivität, und 0,3% sind homozygot für eine solche Mutation und haben eine praktisch keine Thiopurin-Methyltransferase (Thiopurin-Methyltransferase-Mangel). Derzeit sind 29 Allele beschrieben, die eine verminderte Enzymaktivität bedingen.

3 Klinik

Bei Patienten mit Thiopurin-Methyltransferase-Mangel ist die Wirkung bestimmter Immunsuppressiva (Azathioprin, 6-Mercaptopurin) stark erhöht, da ein wichtiger Abbauweg gestört ist. Vor Einsatz dieser Medikamente wird daher eine TPMT-Diagnostik empfohlen.

4 Labordiagnostik

Es ist sowohl eine funktionelle als auch eine genetische Diagnostik möglich.

4.1 Messung der Enzymaktivität

Die Thiopurin-Methyltransfersase-Aktivität wird in Erythrozyten bestimmt. Hierbei wird eine geeignetes Substrat, zum Beispiel Mercaptopurin, zugegeben und nach einer bestimmten Zeit die Menge des Reaktionsproduktes, hier Methylthiopurin, gemessen. Einheit und Normwerte sind methodenspezifisch. Anhand der gemessenen Enzymaktivität kann auf eine heterozygote oder homozygote Mutation geschlossen werden. In ca. 2% der Population findet sich auch eine deutlich erhöhte Enzymaktivität. Probenmaterial ist EDTA-Blut.

4.2 Gendiagnostik

Bei der molekulargenetischen Diagnostik werden üblicherweise die häufigen Allele TPMT*2, TPMT*3A und TPMT*3C untersucht. Eine kleine Anzahl von Mutationen, ca. 5%, wird damit nicht erfasst.

Diese Seite wurde zuletzt am 27. Juli 2015 um 17:07 Uhr bearbeitet.

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