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Theileria equi: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Zecken [[Inokulation|inokulieren]] während des [[Zeckenstich|Stechaktes]] mit dem [[Speichel]] die [[Sporozoit]]en, worauf die [[Parasit]]en in die [[Blut]]bahn gelangen. Dort befallen sie Lymphozyten, in denen sich Makromeronten entwickeln. Aus den Makromeronten entstehen im weiteren Verlauf die Mikromeronten, die zahlreiche Merozoiten enthalten. Werden diese frei, befallen sie bevorzugt Erythrozyten. In diesen entstehen dann sphäroide oder kommaförmige [[Meront]]en, die sich in mehrere Merozoiten teilen, frei werden und wieder neue Erythrozyten befallen. Auf diese Weise entsteht eine kontinuierlich bestehende [[Parasitämie]].
 
Die Zecken [[Inokulation|inokulieren]] während des [[Zeckenstich|Stechaktes]] mit dem [[Speichel]] die [[Sporozoit]]en, worauf die [[Parasit]]en in die [[Blut]]bahn gelangen. Dort befallen sie Lymphozyten, in denen sich Makromeronten entwickeln. Aus den Makromeronten entstehen im weiteren Verlauf die Mikromeronten, die zahlreiche Merozoiten enthalten. Werden diese frei, befallen sie bevorzugt Erythrozyten. In diesen entstehen dann sphäroide oder kommaförmige [[Meront]]en, die sich in mehrere Merozoiten teilen, frei werden und wieder neue Erythrozyten befallen. Auf diese Weise entsteht eine kontinuierlich bestehende [[Parasitämie]].
  
Werden infizierte [[Wirt]]e erneut von empfänglichen Zeckenstadien ([[Larve]] oder [[Nymphe]]) befallen, nehmen diese die mit Meronten beladenen Erythrozyten auf. Im Darm der Zecken erfolgt die [[Gamogonie]] mit der Bildung von [[Gamet]]en und [[Sporokinet]]en. Die Sporokineten wandern während der [[Häutung]] in die Speicheldrüsen der Zecken ein, um dort Sporonten auszubilden. Aus den Sporonten gehen wiederum etliche Sporozoiten hervor, die dann beim Saugakt einen neuen Wirt infizieren können.
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Werden infizierte [[Wirt]]e erneut von empfänglichen Zeckenstadien ([[Larve]] oder [[Nymphe]]) befallen, nehmen diese die mit Meronten beladenen Erythrozyten auf. Im Darm der Zecken erfolgt die [[Gamogonie]] mit der Bildung von [[Gamet]]en und [[Sporokinet]]en. Die Sporokineten wandern während der [[Häutung]] in die Speicheldrüsen der Zecken ein, um dort [[Sporont]]en auszubilden. Aus den Sporonten gehen wiederum etliche Sporozoiten hervor, die dann beim Saugakt einen neuen Wirt infizieren können.
  
 
==Klinik==
 
==Klinik==
Eine Infektion mit Theileria equi führt zum [[klinisch]]en Bild einer Theileriose. Die [[Parasitose]] ist gekennzeichnet durch [[Fieber]], [[Anorexie]] und [[Tachypnoe]]. Durch dierasante Vermehrung der Parasiten kommt es zu einer schweren [[hämolytisch]]en [[Anämie]] mit konsekutivem [[Ikterus]].
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Eine Infektion mit Theileria equi führt zum [[klinisch]]en Bild einer Theileriose. Die [[Parasitose]] ist gekennzeichnet durch [[Fieber]], [[Anorexie]] und [[Tachypnoe]]. Durch die rasante Vermehrung der Parasiten kommt es zu einer schweren [[hämolytisch]]en [[Anämie]] mit konsekutivem [[Ikterus]].
  
 
Im [[akut]]en Stadium tritt der [[Tod]] meist nach 7 bis 12 Tagen [[p.i.]] ein. Betroffene [[Tier]]e zeigen Bewegungsunlust, liegen meist und können oftmals nicht mehr aufstehen. Sie leiden an [[Schweißausbruch|Schweißausbrüchen]], Senkungsödemen und [[Hämoglobinurie]] sowie trockenem, dunkelbraunem [[Kot]].
 
Im [[akut]]en Stadium tritt der [[Tod]] meist nach 7 bis 12 Tagen [[p.i.]] ein. Betroffene [[Tier]]e zeigen Bewegungsunlust, liegen meist und können oftmals nicht mehr aufstehen. Sie leiden an [[Schweißausbruch|Schweißausbrüchen]], Senkungsödemen und [[Hämoglobinurie]] sowie trockenem, dunkelbraunem [[Kot]].
  
 
==Diagnose==
 
==Diagnose==
Durch einen direkten [[Erreger]]nachweis mittels [[Giemsa-Färbung|giemsagefärbtem]] [[Blutausstrich]] können die Parasiten diagnostiziert werden. Latente Infektionen werden [[serologisch]] ([[Komplementbindungsreaktion]]) detektiert. Aufgrund der geringen [[Sensitivität]] und den inkonstanten [[Titer]]werten sollte zusätzlich ein [[IFAT]] durchgeführt werden.<ref>[https://www.ages.at/download/0/0/96c748ba10eeda7274afc8e8bd0619a0d0cd3ddb/fileadmin/AGES2015/Service/Tiergesundheit/Welser_Messe/Pferd_Pikalo_Babesia_Theileria.pdf] Jutta Pikalo et al. Vorkommen von Antikörpern gegen Babesia caballi und Theileria equi bei Pferden in Mitteldeutschland. Pferdeheilkunde 32 (2016) 3 (Mai/Juni) 254-259; abgerufen am 02.09.2019</ref>
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Durch einen direkten [[Erreger]]nachweis mittels [[Blutausstrich]] und [[Giemsa-Färbung]] können die Parasiten diagnostiziert werden. [[Latent]]e Infektionen werden [[serologisch]] ([[Komplementbindungsreaktion]]) detektiert. Aufgrund der geringen [[Sensitivität]] und der inkonstanten [[Titer]]werte sollte zusätzlich ein [[Immunfluoreszenz|Immunfluoreszenz-Antikörpertest]] (IFAT) durchgeführt werden.<ref>Jutta Pikalo et al. [https://www.ages.at/download/0/0/96c748ba10eeda7274afc8e8bd0619a0d0cd3ddb/fileadmin/AGES2015/Service/Tiergesundheit/Welser_Messe/Pferd_Pikalo_Babesia_Theileria.pdf Vorkommen von Antikörpern gegen Babesia caballi und Theileria equi bei Pferden in Mitteldeutschland], Pferdeheilkunde 32 (2016) 3 (Mai/Juni) 254-259; abgerufen am 02.09.2019</ref>
  
 
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==Therapie==
Da Theileria equi deutlich therapieresistenter sind als [[Babesia caballi]], sind derzeit (2019) noch keine [[Wirkstoff]]e bekannt, die eine Erregereliminierung garantieren. Gute Erfolge konnten jedoch mit [[Imidocarb]] erzielt werden.<ref>[https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6572709/] Onyiche TE et al. A Review on Equine Piroplasmosis: Epidemiology, Vector Ecology, Risk Factors, Host Immunity, Diagnosis and Control. Int J Environ Res Public Health. 2019 May; 16(10): 1736; abgerufen am 02.09.2019</ref> Hierbei empfiehlt sich die viermalige Gabe von 4,8 [[Milligramm|mg]]/[[kgKG]] jeweils im Abstand von 72 Stunden.<ref>[https://www.vetpharm.uzh.ch/wir/00002788/5923_05.htm] Imidocarb, CliniPharm; abgerufen am 02.09.2019</ref>
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Theileria equi ist deutlich therapieresistenter als beispielsweise [[Babesia caballi]] und derzeit (2019) sind noch keine [[Wirkstoff]]e bekannt, die eine Erregereliminierung garantieren. Gute Erfolge konnten jedoch mit [[Imidocarb]] erzielt werden.<ref> Onyiche TE et al. [https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6572709/ A Review on Equine Piroplasmosis: Epidemiology, Vector Ecology, Risk Factors, Host Immunity, Diagnosis and Control], Int J Environ Res Public Health. 2019 May; 16(10): 1736; abgerufen am 02.09.2019</ref> Hierbei empfiehlt sich die viermalige Gabe von 4,8 [[Milligramm|mg]]/[[kgKG]] jeweils im Abstand von 72 Stunden.<ref>[https://www.vetpharm.uzh.ch/wir/00002788/5923_05.htm Imidocarb, CliniPharm], abgerufen am 02.09.2019</ref>
 
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Version vom 3. September 2019, 10:51 Uhr

Synonyme: T. equi, Babesia equi (obsolet)

1 Definition

Theileria equi ist ein vektorgebundener Parasit aus der Familie der Theileriidae und Auslöser der Theileriose beim Pferd.

2 Taxonomie

3 Morphologie

Theileria equi bildet (wie alle Theileria-Arten) in Lymphozyten von Säugetieren Makromeronten mit wenigen großen Kernen sowie Mirkomeronten mit zahlreichen kleinen Kernen. In den Erythrozyten sind 0,8 bis 2 µm groß, stäbchenförmige, ovale oder kommaförmige Stadien - die teils auch als vier kreuzförmig angeordnete Merozoiten ("Malteserkreuz") angeordnet sind - enthalten.

4 Entwicklung

Theileria equi wird durch Schildzecken (Ixodidae) während der Blutmahlzeit übertragen. In Europa stellen vor allem Dermacentor spp., Hyalomma spp. und Rhipicephalus spp. Vektoren dar.

Die Zecken inokulieren während des Stechaktes mit dem Speichel die Sporozoiten, worauf die Parasiten in die Blutbahn gelangen. Dort befallen sie Lymphozyten, in denen sich Makromeronten entwickeln. Aus den Makromeronten entstehen im weiteren Verlauf die Mikromeronten, die zahlreiche Merozoiten enthalten. Werden diese frei, befallen sie bevorzugt Erythrozyten. In diesen entstehen dann sphäroide oder kommaförmige Meronten, die sich in mehrere Merozoiten teilen, frei werden und wieder neue Erythrozyten befallen. Auf diese Weise entsteht eine kontinuierlich bestehende Parasitämie.

Werden infizierte Wirte erneut von empfänglichen Zeckenstadien (Larve oder Nymphe) befallen, nehmen diese die mit Meronten beladenen Erythrozyten auf. Im Darm der Zecken erfolgt die Gamogonie mit der Bildung von Gameten und Sporokineten. Die Sporokineten wandern während der Häutung in die Speicheldrüsen der Zecken ein, um dort Sporonten auszubilden. Aus den Sporonten gehen wiederum etliche Sporozoiten hervor, die dann beim Saugakt einen neuen Wirt infizieren können.

5 Klinik

Eine Infektion mit Theileria equi führt zum klinischen Bild einer Theileriose. Die Parasitose ist gekennzeichnet durch Fieber, Anorexie und Tachypnoe. Durch die rasante Vermehrung der Parasiten kommt es zu einer schweren hämolytischen Anämie mit konsekutivem Ikterus.

Im akuten Stadium tritt der Tod meist nach 7 bis 12 Tagen p.i. ein. Betroffene Tiere zeigen Bewegungsunlust, liegen meist und können oftmals nicht mehr aufstehen. Sie leiden an Schweißausbrüchen, Senkungsödemen und Hämoglobinurie sowie trockenem, dunkelbraunem Kot.

6 Diagnose

Durch einen direkten Erregernachweis mittels Blutausstrich und Giemsa-Färbung können die Parasiten diagnostiziert werden. Latente Infektionen werden serologisch (Komplementbindungsreaktion) detektiert. Aufgrund der geringen Sensitivität und der inkonstanten Titerwerte sollte zusätzlich ein Immunfluoreszenz-Antikörpertest (IFAT) durchgeführt werden.[1]

7 Therapie

Theileria equi ist deutlich therapieresistenter als beispielsweise Babesia caballi und derzeit (2019) sind noch keine Wirkstoffe bekannt, die eine Erregereliminierung garantieren. Gute Erfolge konnten jedoch mit Imidocarb erzielt werden.[2] Hierbei empfiehlt sich die viermalige Gabe von 4,8 mg/kgKG jeweils im Abstand von 72 Stunden.[3]

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

8 Literatur

  • Eckert, Johannes, Friedhoff, Karl Theodor, Zahner, Horst, Deplazes, Peter. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Enke-Verlag, 2008.
  • Boch, Josef, Supperer, Rudolf, Schnieder, Thomas. Veterinärmedizinische Parasitologie. 6., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Parey-Verlag, 2005.

9 Quellen

  1. Jutta Pikalo et al. Vorkommen von Antikörpern gegen Babesia caballi und Theileria equi bei Pferden in Mitteldeutschland, Pferdeheilkunde 32 (2016) 3 (Mai/Juni) 254-259; abgerufen am 02.09.2019
  2. Onyiche TE et al. A Review on Equine Piroplasmosis: Epidemiology, Vector Ecology, Risk Factors, Host Immunity, Diagnosis and Control, Int J Environ Res Public Health. 2019 May; 16(10): 1736; abgerufen am 02.09.2019
  3. Imidocarb, CliniPharm, abgerufen am 02.09.2019

Diese Seite wurde zuletzt am 2. September 2019 um 20:44 Uhr bearbeitet.

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