Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Tetryzolin

Version vom 10. August 2017, 12:16 Uhr von Cathrin Braun (Diskussion | Beiträge)

Synonyme: Tetrahydrozolin, Tetryzolinum
Handelsnamen: Visine®
Englisch: tetryzoline

1 Definition

Tetryzolin ist ein vasokonstriktorischer Arzneistoff aus der Gruppe der Alpha-Sympathomimetika, welcher in rezeptfreien Augentropfen oder Nasentropfen zu finden ist. Es gehört zusammen mit Naphazolin, Oxymetazolin und Xylometazolin zu den Imidazol-Derivaten.

2 Chemie

Tetryzolin besitzt die Summenformel C13H16N2 und nach IUPAC die chemische Bezeichnung 2-(1,2,3,4-tetrahydronaphthalen-1-yl)-4,5-dihydro-1H-imidazol. Die molare Masse beträgt
200,28 g·mol-1. Der Schmelzpunkt von Tetryzolin liegt bei 117–119 °C.

Pharmakologisch wird oft die Hydrochlorid-Form des Wirkstoffes eingesetzt. Hydrochloride sind Salze mit erhöhter Stabilität und Wasserlöslichkeit verglichen mit den Eigenschaften der Ausgangsbase. So liegt der Schmelzpunkt von Tetryzolin-Hydrochlorid bei 256–257 °C. Es ist gut in Wasser und Ethanol löslich, sehr schwer in Chloroform löslich und praktisch unlöslich in Ether. Die molare Masse beträgt 236,75 g·mol−1.

3 Pharmakologie

Tetryzolin wirkt agonistisch an Alpha-Adrenorezeptoren den sympathischen Nervensystems und imitiert so die Wirkung von Adrenalin. Bei topischer Applikation mittels Augen- oder Nasentropfen resultiert eine Vasokonstriktion der Blutgefäße und eine Schleimhautabschwellung. Die Wirkung tritt unmittelbar ein und hält etwa 4 bis 6 Stunden an.

4 Indikationen

Der Arzneistoff dient der symptomatischen Behandlung folgender Krankheitsbilder:

Die Therapiedauer sollte nicht länger als 3 - 5 Tage hintereinander betragen.

5 Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen sind lokale Unverträglichkeitsreaktionen in Form von Brennen, Trockenheit oder reaktiver Hyperämie der Schleimhaut. Insbesondere eine Überdosierung oder Langzeitanwendung kann außerdem in einer Rhinitis medicamentosa resultieren. Bei fortbestehender Anwendung kann außerdem eine Rhinitis sicca mit Borken- und Krustenbildung der Schleimhaut sowie irreversibler Schleimhautschädigung auftreten.

Gelegentlich resultiert eine Resorption von Tetryzolin in systemischen Nebenwirkungen wie Hypertonie, Tachykardie, Kopfschmerzen, Tremor oder Schwitzen. Diese Gefahr besteht insbesondere bei Kindern.

6 Kontraindikationen

Unter folgenden Umständen ist eine Anwendung kontrainduziert:

Zusätzlich sollte bei schweren Herzkreislauferkrankungen, Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus oder Hyperthyreose oder bei Vorliegen eines Phäochromozytoms zunächst ein Arzt konsultiert werden.

7 Arzneimittelinteraktionen

Bei der Anwendung von Tetryzolin wurden Wechselwirkungen mit MAO-Inhibitoren, trizyklischen Antidepressiva und blutdrucksteigernden Pharmaka beschrieben.

8 Links

Diese Seite wurde zuletzt am 10. August 2017 um 12:16 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

1 Wertungen (4 ø)

2.993 Aufrufe

Copyright ©2021 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: