Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Temazepam: Unterschied zwischen den Versionen

Zeile 7: Zeile 7:
 
==Indikationen==
 
==Indikationen==
 
Einschlaf- sowie Durchschlafstörungen können mit Temazepam behandelt werden. Es verlängert die Schlafzeit, indem das Einschlafen gefördert wird und die Wachstadien verkürzt werden.
 
Einschlaf- sowie Durchschlafstörungen können mit Temazepam behandelt werden. Es verlängert die Schlafzeit, indem das Einschlafen gefördert wird und die Wachstadien verkürzt werden.
 
==Allgemeines==
 
Temazepam wir [[oral]] eingenommen und weist eine [[Bioverfügbarkeit]] von 96% auf. Der [[Wirkstoff]] wird in der [[Leber]] [[metabolisierung|metabolisiert]], wobei die [[Plasmahalbwertszeit]] bis zu 20 Stunden betragen kann. Anschließend folgt eine [[renal]]e [[Elimination]] des [[Arzneistoff]]es.
 
  
 
==Wirkmechanismus==
 
==Wirkmechanismus==
Als [[Agonist]] bindet Temazepam in Anwesenheit von [[GABA]] an [[GABA-Rezeptor]]en, wodurch zum einen der Effekt des [[Neurotransmitter]]s, zum anderen auch der damit zusammenhängende [[Chlorid]]ionen-Einstrom in die [[Zelle]] verstärkt wird. Hieraus entwickelt sich eine [[Hyperpolarisation]] der Zelle, die mit deren Unerregbarkeit einhergeht. Im Gegensatz zu [[Barbiturat]]en weisen Benzodiazepine ein geringeres Risiko für eine [[Atemdepression]] auf, da sie unabhängig von [[GABA]] nicht wirken können. Gleichzeitig kann es hier aber auch zu einem [[Benzodiazepinabusus]] kommen, da der Wirkstoff relativ schnell zu einer Gewöhnung führt.
+
Als Benzodiazepin wirkt Temazepam als [[allosterisch]]er Modulator an [[GABA-A-Rezeptor]]en. Es verstärkt in Anwesenheit des [[Neurotransmitter]]s [[GABA]] dessen Effekt. Ein zunehmender Einstrom von [[Chlorid]]ionen in die [[Zelle]] führt zu einer [[Hypopolarisation]], wodurch die Zelle für [[exzitatorisch]]e Reize unempfindlicher wird. Benzodiazepine erhöhen die Affinität von GABA zu seiner Bindungstelle am Rezeptor und erhöhen somit, ''GABA-abhängig'' (ohne GABA keine Wirkung!), die Öffnungswahrscheinlichkeit des [[Chloridkanal]]s. Sie können also nur an [[Neuron]]en wirken, deren GABA-Rezeptoren gerade durch GABA aktiviert werden.  
 +
 
 +
Im Gegensatz zu [[Barbiturat]]en, welche GABA-unabhängig Chlorideinstrom bewirken, weisen Benzodiazepine deshalb auch ein geringeres Risiko für eine [[Atemdepression]] auf.
 +
 
 +
Temazepam verlängert insgesamt die [[Schlaf]]zeit, indem es die Wachstadien verkürzt und das Einschlafen fördert. Es darf nur für eine kurzfristige Behandlung eingesetzt werden, da es ein hohes [[Abhängigkeitspotential]] aufweist und mit einem [[Benzodiazepinabusus]] einhergehen kann.
 +
 
 +
==Pharmakokinetik==
 +
Temazepam wird [[oral]] eingenommen und weist eine [[Bioverfügbarkeit]] von bis zu 90-100% auf. Nach ca. 50 Minuten können maximale Plasmakonzentrationen gemessen werden. Dabei liegt es im [[Blut]] zu 96% an [[Plasmaprotein]]e gebunden vor. Da es sich bei Temazepam um einen aktiven Metaboliten des [[Diazepam]] handelt wird [[hepatisch]] lediglich zum O-Glukuronidiert metabolisiert. Die [[Plasmahalbwertszeit]] beträgt hierbei in der Regel 7 - 11 Stunden.
 +
Anschließend werden die Metaboliten zu ca. 80% [[renal]] eliminiert wird. Ein Steady-State wird nach 3-7 Tagen erreicht.
  
 
==Unerwünschte Arzneimittelwirkungen==
 
==Unerwünschte Arzneimittelwirkungen==
Zeile 33: Zeile 38:
 
* [[Schwangerschaft]], [[Stillzeit]]
 
* [[Schwangerschaft]], [[Stillzeit]]
 
[[Fachgebiet:Arzneimittel]]
 
[[Fachgebiet:Arzneimittel]]
 +
[[Tag:Benzodiazepin]]
 +
[[Tag:Schlafstörung]]
 +
[[Tag:Temazepam]]

Version vom 3. Mai 2013, 11:15 Uhr

Handelsnamen: Planum, Temazep, Remestan u.a.
Englisch: Temazepam

1 Definition

Temazepam ist ein Benzodiazepin und ein Arzneimittel aus der Gruppe der Hypnotika. Es wird im Rahmen der Behandlung von Schlafstörungen eingesetzt wird.

2 Indikationen

Einschlaf- sowie Durchschlafstörungen können mit Temazepam behandelt werden. Es verlängert die Schlafzeit, indem das Einschlafen gefördert wird und die Wachstadien verkürzt werden.

3 Wirkmechanismus

Als Benzodiazepin wirkt Temazepam als allosterischer Modulator an GABA-A-Rezeptoren. Es verstärkt in Anwesenheit des Neurotransmitters GABA dessen Effekt. Ein zunehmender Einstrom von Chloridionen in die Zelle führt zu einer Hypopolarisation, wodurch die Zelle für exzitatorische Reize unempfindlicher wird. Benzodiazepine erhöhen die Affinität von GABA zu seiner Bindungstelle am Rezeptor und erhöhen somit, GABA-abhängig (ohne GABA keine Wirkung!), die Öffnungswahrscheinlichkeit des Chloridkanals. Sie können also nur an Neuronen wirken, deren GABA-Rezeptoren gerade durch GABA aktiviert werden.

Im Gegensatz zu Barbituraten, welche GABA-unabhängig Chlorideinstrom bewirken, weisen Benzodiazepine deshalb auch ein geringeres Risiko für eine Atemdepression auf.

Temazepam verlängert insgesamt die Schlafzeit, indem es die Wachstadien verkürzt und das Einschlafen fördert. Es darf nur für eine kurzfristige Behandlung eingesetzt werden, da es ein hohes Abhängigkeitspotential aufweist und mit einem Benzodiazepinabusus einhergehen kann.

4 Pharmakokinetik

Temazepam wird oral eingenommen und weist eine Bioverfügbarkeit von bis zu 90-100% auf. Nach ca. 50 Minuten können maximale Plasmakonzentrationen gemessen werden. Dabei liegt es im Blut zu 96% an Plasmaproteine gebunden vor. Da es sich bei Temazepam um einen aktiven Metaboliten des Diazepam handelt wird hepatisch lediglich zum O-Glukuronidiert metabolisiert. Die Plasmahalbwertszeit beträgt hierbei in der Regel 7 - 11 Stunden. Anschließend werden die Metaboliten zu ca. 80% renal eliminiert wird. Ein Steady-State wird nach 3-7 Tagen erreicht.

5 Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

6 Kontraindikationen

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

15 Wertungen (3.53 ø)

13.428 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: