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Tauchtauglichkeitsuntersuchung: Unterschied zwischen den Versionen

 
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''Synonym: Tauchtauglichkeitsattest''<BR>
 
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'''''English:''' diving suitability''
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==Definition==
 
==Definition==
Mit einem Tauchtauglichkeitsattest wird bescheinigt, dass durchgeführte [[Vorsorge]]untersuchungen keinen Anhalt dafür geben, dass der Patient für einen Tauchgang ungeeignet sei. Es gibt keine gesetzliche Grundlage für die Durchführung und wird vom Tauchenden auf freiwilliger Basis wahrgenommen. Je nach Vorerkrankungen und Alter des Patienten werden von der '''"Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin" (gtüm)''' verschiedene Untersuchungen vorgeschlagen.  
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Die '''Tauchtauglichkeitsuntersuchung''' ist eine [[Eignungsuntersuchung]] durch einen entsprechend qualifizierten  [[Arzt]], die überprüft, ob die gesundheitlichen Voraussetzungen für das [[Tauchen]] gegeben sind.
  
Häufig wird ein solches Attest von Tauchschulen gefordert.
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==Hintergrund==
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Für Sporttaucher gibt es keine gesetzliche Grundlage für die Durchführung einer Tauchtauglichkeitsuntersuchung. Sie wird vom Tauchenden auf freiwilliger Basis wahrgenommen, von den meisten Tauchschulen und Tauchbasen jedoch aus Haftungsgründen vor Beginn der Ausbildung bzw. des Tauchgangs verlangt. Für Berufstaucher ist die Untersuchung einmal jährlich bzw. nach längerer Erkankung vorgeschrieben.  
  
==Bestandteile==
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Die Richtlinien für die Tauchtauglichkeitsuntersuchung werden in Deutschland von der [[Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin]] (GTÜM) herausgegeben.
Ein Taucher sollte über eine prinzipielle Fitness verfügen um sich im Milieu Wasser gut zurecht zu finden. Bereits ab 1,5 m herrschen extreme Umgebungsveränderungen durch Druck oder Temperatur, auf die der Tauchenende immer adäquat und schnell reagieren können muss.
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Die tauchärztliche Untersuchung sollte daher aus [[Anamnese]] und ausgewählten apparativen Untersuchungen bestehen.
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* Anamnese mit speziellem Hinblick auf Tauchverhalten sowie stattgefundenen Zwischenfällen
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==Inhalte==
* Inspektion von Gehörgang und Trommelfeld sowie Überprüfung der Möglichkeit zum Druckausgleich
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Ein Taucher sollte über eine prinzipielle Fitness verfügen, um sich im Milieu Wasser gut zurecht zu finden. Bereits ab 1,5 m herrschen extreme Umgebungsveränderungen durch [[Druck]] oder [[Temperatur]], auf die der Taucher adäquat und schnell reagieren muss. Zur Tauchtauglichkeitsuntersuchung zählen u.a.:
* Erhebung von Reflex- und Pupillenstatus als status quo für den Fall eines Tauchunfalls
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* [[Anamnese]] (Fitness, Eigenverantwortung, Vorerkrankungen, evtl. Tauchzwischenfälle)
* Apparativ zu erwägen:
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* [[Blutdruckmessung]], [[Pulsmessung]]
** [[Spirometrie]]
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* Klinische Untersuchung der Thoraxorgane ([[Auskultation]])
** Ruhe-[[EKG]] - bei Bedarf und ab dem 40. Lebensjahr auch ein Belastungs-EKG
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* Inspektion von [[Gehörgang]] und [[Trommelfell]] sowie Überprüfung der Möglichkeit zum [[Druckausgleich]]
 
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* Untersuchung der Lungenfunktion ([[Spirometrie]])
Aus den Ergebnissen können weitere Untersuchungen wie [[Laborwert]]e, [[Röntgenbild]]er oder ähnliches von Nöten sein.
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* Ruhe-[[EKG]]
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Ggf. können diese diagnostischen Maßnahmen im Einzelfall durch zusätzliche [[Labor]]untersuchungen, [[Röntgenbild]]er oder eine [[Ergometrie]] ergänzt werden.
  
 
==Häufigkeit==
 
==Häufigkeit==
Eine tauchärztliche Untersuchung sollte in regelmäßigen Abständen erfolgen. Die '''Gtüm''' empfiehlt ab dem 18. Lebensjahr 3-jährliche Kontrollen. Ab dem 40. Lebensjahr sowie bei Kindern und Jugendlichen werden jährliche Kontrollen empfohlen. Auch nach jeden stattgehabten Zwischenfall sollte eine Kontrolluntersuchung erfolgen.
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Eine tauchärztliche Untersuchung sollte in regelmäßigen Abständen erfolgen. Die GTÜM empfiehlt ab dem 18. Lebensjahr 3-jährliche Kontrollen. Ab dem 40. Lebensjahr sowie bei Kindern und Jugendlichen werden jährliche Kontrollen empfohlen. Auch nach jedem Tauchzwischenfall sollte eine Kontrolluntersuchung erfolgen.
  
 
==Kontraindikationen==
 
==Kontraindikationen==
Es gibt relative und absolute Kontraindikationen. Hier einige Beispiele:
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Zu möglichen [[Kontraindikation]]en für die Ausübung des Tauchens zählen:
 
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* Akute [[Atemwegserkrankung]]en ([[Sinusitis]], [[Bronchitis]], [[Pneumonie]])
* Relative: [[Asthma bronchiale]], [[Pneumothorax]] oder Lungenverletzungen, [[Herzinfarkt]], [[Beinvenenthrombose]], [[Lungenembolie]], Gleichgewichtsstörungen, [[Taubheit]], [[Hyperventilationssyndrom]], u.v.m.
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* [[Asthma bronchiale]]
* Absolute: Dekompensierende Stoffwechselerkrankungen, [[Leistenbruch]], Brustkorbdeformitäten mit eingeschränkter [[Lungenfunktion]], schwere Augengefäßerkrankungen, akute Lungenerkrankungen, [[Herzinsuffizienz]], [[Herzrhythmusstörung]]en, u.v.m.
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* [[Pneumothorax]]
 
+
* Lungenverletzungen
==Weiterbildung==
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* [[Lungenembolie]]
Es gibt in Deutschland keine Zusatzbezeichnung "Tauchmedizin" oder ähnliches. Es liegt in der Verantwortung des durchführenden Arztes sich angemessen informiert und weitergebildet zu haben.
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* [[Thoraxdeformität]]en mit eingeschränkter [[Lungenfunktion]]
 
+
* [[Hyperventilationssyndrom]]
 +
* [[Herzinfarkt]]
 +
* [[Herzinsuffizienz]]
 +
* [[Herzrhythmusstörung]]en
 +
* [[Beinvenenthrombose]]
 +
* [[Gleichgewichtsstörung]]en
 +
* Instabile [[Stoffwechselerkrankung]]en
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* [[Leistenbruch]]
 +
* schwere [[Augenerkrankung]]en
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Die Entscheidung, ob eine Tauchtauglichkeit bescheinigt wird, ist dabei immer eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung.
  
==Quellen==
+
==Literatur==
* https://www.allgemeinarzt-online.de/atemwege/a/was-umfasst-das-tauch-attest-1815337
+
* Muth, C.-M. et al. [https://www.springermedizin.de/tauch-und-ertrinkungsunfaelle/8709362 Tauch- und Ertrinkungsunfälle], CME 2013; 10(7/8): 61-72, abgerufen am 22.07.2019
* https://www.gtuem.org/5/Gtuem
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[[Fachgebiet:Tauchmedizin]]
* http://www.tauchtauglichkeitsuntersuchungen.de/
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[[Tag:Tauglichkeitsuntersuchung]]
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[[Tag:Untersuchung]]

Aktuelle Version vom 22. Juli 2019, 20:38 Uhr

Synonym: Tauchtauglichkeitsattest
English: diving suitability

1 Definition

Die Tauchtauglichkeitsuntersuchung ist eine Eignungsuntersuchung durch einen entsprechend qualifizierten Arzt, die überprüft, ob die gesundheitlichen Voraussetzungen für das Tauchen gegeben sind.

2 Hintergrund

Für Sporttaucher gibt es keine gesetzliche Grundlage für die Durchführung einer Tauchtauglichkeitsuntersuchung. Sie wird vom Tauchenden auf freiwilliger Basis wahrgenommen, von den meisten Tauchschulen und Tauchbasen jedoch aus Haftungsgründen vor Beginn der Ausbildung bzw. des Tauchgangs verlangt. Für Berufstaucher ist die Untersuchung einmal jährlich bzw. nach längerer Erkankung vorgeschrieben.

Die Richtlinien für die Tauchtauglichkeitsuntersuchung werden in Deutschland von der Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM) herausgegeben.

3 Inhalte

Ein Taucher sollte über eine prinzipielle Fitness verfügen, um sich im Milieu Wasser gut zurecht zu finden. Bereits ab 1,5 m herrschen extreme Umgebungsveränderungen durch Druck oder Temperatur, auf die der Taucher adäquat und schnell reagieren muss. Zur Tauchtauglichkeitsuntersuchung zählen u.a.:

Ggf. können diese diagnostischen Maßnahmen im Einzelfall durch zusätzliche Laboruntersuchungen, Röntgenbilder oder eine Ergometrie ergänzt werden.

4 Häufigkeit

Eine tauchärztliche Untersuchung sollte in regelmäßigen Abständen erfolgen. Die GTÜM empfiehlt ab dem 18. Lebensjahr 3-jährliche Kontrollen. Ab dem 40. Lebensjahr sowie bei Kindern und Jugendlichen werden jährliche Kontrollen empfohlen. Auch nach jedem Tauchzwischenfall sollte eine Kontrolluntersuchung erfolgen.

5 Kontraindikationen

Zu möglichen Kontraindikationen für die Ausübung des Tauchens zählen:

Die Entscheidung, ob eine Tauchtauglichkeit bescheinigt wird, ist dabei immer eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung.

6 Literatur

Diese Seite wurde zuletzt am 29. Januar 2019 um 14:16 Uhr bearbeitet.

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