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Tachyphylaxie

Version vom 6. Dezember 2013, 16:32 Uhr von Gunnar Römer (Diskussion | Beiträge)

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1 Definition

Unter dem Begriff Tachyphylaxie ist eine bestimmte Form der pharmakologisch induzierten Toleranzentwicklung zu verstehen. Bestimmte Arzneistoffe führen – beispielsweise durch Wiederaufnahmehemmung von Neurotransmittern – zu einer allmählichen Entleerung der präsynaptischen Nervenzelle. Durch den hierdurch nach einer gewissen Zeit zwingend eintretenden Mangel des Transmitters hebt sich die Wirkung des Medikamentes auf.

2 Molekulare Grundlagen

Im Normalfall einer chemischen Erregungsübertragung an einer Synapse verschmelzen die Vesikel mit dem entsprechenden Botenstoff mit der präsynaptischen Membran und werden so in den synaptischen Spalt freigesetzt. Hier stehen die Transmitter dann für eine Weitergabe des neuronalen Signals auf die postsynaptische Zelle zur Verfügung. Nach der Interaktion werden die Botenstoff-Moleküle normalerweise (meistens nach enzymatischer Modifizierung) durch spezielle Transportproteine wieder in die Präsynapse aufgenommen und stehen für eine erneute Erregungsübertragung zur Verfügung. Bestimmte Wirkstoffe blockieren aber genau diese Transportproteine und verhindern somit, dass der Neurotransmitter wieder in die Ursprungszelle zurückfließt. Dies führt somit zunächst einmal zu einer Erhöhung der Menge des Botenstoffes im synaptischen Spalt. Folge ist eine wesentlich schnellere und effektivere Signalübertragung. Der im Spalt befindliche Transmitter wird zunehmend verbraucht und durch die fehlende Wiederaufnahme wird auch kein neuer aus der präsynaptischen Nervenzelle freigesetzt. Schließlich liegt gar kein Botenstoff mehr vor und die zunächst durch das Medikament verstärkte Wirkung unterbleibt vollends.

3 Auslösende Wirkstoffe

Es existiert eine ganze Reihe von Verbindungen, die eine Tachyphylaxie auslösen können. Besonders bekannt hierfür sind sämtliche Amphetamine und der gegen ADHS eingesetzte Wirkstoff Methylphenidat. Obwohl sie auch über eine Wiederaufnahmehemmung ihre Wirkung entfalten, ist bei SSRI keine langfristige Toleranzentwicklung zu erwarten.

Diese Seite wurde zuletzt am 29. Juni 2017 um 13:29 Uhr bearbeitet.

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