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Tachykardie

Version vom 29. Oktober 2009, 15:19 Uhr von Nicht mehr aktiv :-( (Diskussion | Beiträge)

von griechisch: tachys - schnell
Synonyme: Herzjagen, Herzrasen
Englisch: tachycardia

1 Definition

Die Tachykardie ist eine Überschreitung der altersüblichen physiologischen Herzfrequenz (HF) z.B. über 100 Schlägen pro Minute bei einem Erwachsenen.

Der Grenzwert von 100/min sollte flexibel beurteilt werden, da z.B. bei Säuglingen oder Kindern andere Höchstwerte gelten.

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2 Pathophysiologie

Die Ursachen von Tachykardien können verschieden sein, die genaue Entstehung der unterschiedlichen Formen ist bis heute nicht vollständig verstanden. Die gängige Literatur gibt verschiedene Mechanismen für Tachykardien an:

  • Pathologische Steigerung des Automatismus: Die unter physiologischen Bedingungen etwa siebzigmal pro Minute depolarisierenden Schrittmacherzellen des Sinusknoten geben aus bisher nicht geklärter Ursache einen schnellen Rhythmus vor.
  • Instabilität der elektrischen Reizgenerierung: Anstelle koordinierter Depolarisationen können sich einzelne oder größere Mengen von Herzmuskelzellen willkürlich und nicht zeitlich gekoppelt elektrisch entladen und damit einen pathologischen, deutlich zu schnellen Herzrhythmus generieren.
  • Reentry-Erregungen: Durch pathologische Faserverbindungen oder Schaltkreise der elektrischen Erregung findet während der physiologischen Ruhephase eine erneute Depolarisation statt, so dass das Herz zu oft erregt wird und sich damit kontrahiert.
  • Reaktive Tachykardien: Durch hormonelle Stimulation oder nervale Erregung wird die im Sinusknoten generierte Herzfrequenz angetrieben.

Neben dieses endogenen Mechanismen für Tachykardien gibt es ein große Anzahl exogener Ursachen, unter anderem die Einnahme von frequenzsteigernden Medikamenten und Lebensmittelinhaltsstoffen. Beispielsweise können die in der Muskatnuss enthaltenen ätherischen Öle Myristicin und Elemicin nach übermäßigem Verzehr zu Tachykardie und Blutdruckschwankungen führen.

3 Systematik

Auf der Basis der Entstehung eines zu schnellen Herzrhythmus unterscheidet man verschiedene Formen der Tachykardie:

Daneben unterscheidet man nach dem elektrokardiographischen Bild der Tachykardie zwei Typen:

Die Lokalisation des Ortes der Reizbildung hilft bei der Unterscheidung zwischen orthotoper Tachykardie (Sinustachykardie) und heterotoper Tachykardie.

Diese Seite wurde zuletzt am 18. November 2021 um 17:49 Uhr bearbeitet.

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