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Syphilis

Version vom 16. August 2004, 00:11 Uhr von 84.135.92.15 (Diskussion)

Synonym: Lues

1 Definition

Die Syphilis ist eine durch Infektion mit Treponema pallidum hervorgerufene Geschlechtskrankheit. Sie gehört zu den sexuell übertragbaren Krankheiten.

2 Erreger

Treponema pallidum ist ein zu den Spirochäten zählendes Bakterium mit einer Länge von 7-20 Mikrometern. Der Mensch ist der natürliche Wirt von Treponema pallidum. Es sind keine weiteren Wirte für den Erreger bekannt.

3 Epidemiologie

Die Syphilis ist eine weltweit vorkommende Erkrankung.

In Deutschland sank nach Einführung des Penicillins die Inzidenz der Syphilis erheblich. Die Zahl der Neuerkrankungen hielt sich nach dem Rückgang konstant bei ca. 1100 neuen Fällen pro Jahr bundesweit. Jedoch ist seit 1997 eine größer werdende Zahl von Neuerkrankungen festzustellen. Dabei sind insbesondere homosexuelle Männer in Großstädten betroffen. Aktuelle epidemiologische Daten sind auf den Seiten des Robert Koch Instituts einzusehen.

Der Nachweis von Treponema pallidum ist meldepflichtig.

4 Übertragung

Die Übertragung der Syphilis erfordert engen körperlichen Kontakt. Jede Art von Schleimhautkontakt kann zur Übertragung führen. Hauptübertragungsweg ist der (hetero- oder homosexuelle) Geschlechtsverkehr. Die Syphilis kann auch durch Oralverkehr und Küssen übertragen werden.

Der Erreger kann auch durch verletzte Haut, diaplazentar und durch Blutspende übertragen werden.

5 Symptomatik

Die Inkubationszeit beträgt 10 Tage bis 3 Monate. Die Syphilis lässt sich klinisch in 3 Stadien unterteilen.

5.1 Stadium 1

Charakteristisch für das Primärstadium ist das an der Eintrittsstelle des Erregers entstehende Ulcus durum. Es handelt sich dabei um ein schmerzloses, ca. 2 cm umfassendes Geschwür mit hartem Rand. Das Ulcus durum heilt innerhalb von 3-7 Wochen unter Narbenbildung aus.

Auf das Ulcus durum folgend schwillt der regionäre Lymphknoten an. Diese Schwellung bleibt auch nach Abheilen des Ulcus durum für längere Zeit bestehen. Die Kombination aus Ulcus durum und Schwellung des regionären Lymphknotens wird als Primärkomplex bezeichnet.

5.2 Stadium 2

Im Sekundärstadium macht sich die Syphilis durch eine Vielzahl von Hauterscheinungen und anderen Krankheitszeichen bemerkbar.

  • Lymphknotenschwellung: Die Lymphknoten sind generalisiert geschwollen.
  • Condylomata lata: Zwischen Fingern und Zehen, unter der Brust und im Genitalbereich finden sich nässende Hautbereiche.
  • Schleimhautpapeln: Auf den Schleimhäuten finden sich infektiöse Papeln.

Eine weitere Verlaufsform in der Sekündärphase der Syphilis ist die Latenz. Als Latenz bezeichnet man die Zeit, in der nach Abheilen des Ulcus durum keine Krankheitserscheinungen vorliegen.

  • Frühlatenz: Es liegen bis zu 4 Jahre nach Krankheitsbeginn keine Symptome vor. Der Patient ist in dieser Phase als kontagiös anzusehen.
  • Spätlatenz: Die Zeit ohne Symptome nach der Frühlatenz. In dieser Phase gilt der Patient als nicht kontagiös. Allerdings kann in der Spätlatenz die Übertragung durch Blutspende und diaplazentar weiterhin erfolgen, da nicht auszuschließen ist, dass die Erreger in kleinen Mengen weiterhin in der Blutbahn zirkulieren.

Beide Phasen der Latenz können durch Auftreten von Symptomen der Stadien 2 und 3 jederzeit durchbrochen werden.

5.3 Stadium 3

Bei Durchbrechen der Latenz beginnt das Tertiärstadium der Syphilis. Im Tertiärstadium finden sich Erkrankungen innerer Organe wie Hepatitis, Aortenaneurysma, Orchitis. Charakteristische Läsionen für das Tertiärstadium sind die Gummen in Knochen und Haut.

Eine weitere Verlaufsform der Syphilis in diesem Stadium ist die Neurosyphilis. Typische Erscheinungsformen dieser Verlaufsform sind die progressive Paralyse und die Tabes dorsalis.

5.4 Angeborene Syphilis (Lues connata)

Ab dem 4. Schwangerschaftsmonat ist eine Übertragung von der Mutter auf das Kind möglich. Eine Behandlung der Mutter vor diesem kritischen Termin kann eine Übertragung verhindern.

Beim Frühstadium der angeborenen Syphilis treten Symptome vor Vollendung des ersten Lebensjahres auf. Symptome sind Hepatomegalie, Splenomegalie und Pemphigus syphiliticus.

Bei Vorliegen des Spätstadiums treten Symptome mehr als 4 Jahre nach der Geburt auf. Es finden sich Wachstummstörungen, Schwerhörigkeit und die Hutchison-Trias.

6 Diagnostik

Zur Diagnostik und Verlaufskontrolle der Syphilis stehen ausgereifte serologische Untersuchungen zur Verfügung.

Für das Screening findet der TPPA-Test Verwendung. Er wird 2 Wochen nach Infektion positiv.

Bei positivem TPPA-Test dient der FTA-Abs-Test zur Bestätigung der Diagnose.

Zur Verlaufskontrolle bei einsetzender und durchgeführter Therapie dient der VRDL-Test.

Bei Verdacht auf Neurosyphilis muss der ITPA-Index bestimmt werden. Dabei werden die Titer der im Serum nachgewiesenen Antikörper zu den im Liquor nachgewiesenen in Beziehung gesetzt werden.

7 Therapie

Die Syphilis kann durch antibiotische Therapie erfolgreich geheilt werden.

Mittel der ersten Wahl ist das Penicillin G. Die Therapie muss hochdosiert über zwei Wochen erfolgen. Nach erfolgter Therapie ist in regelmäßigen Abständen eine Therapiekontrolle mithilfe des VDRL-Tests und Titerbestimmung im TPPA-Test durchzuführen.

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