Synovialzyste

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Synonyme: Ganglion, Ganglionzyste, juxtaartikuläre Zyste, mukoide Dorsalzyste, mukoide Fingerzyste, Myxomatosis nodularis cutanea, "Überbein"
Englisch: ganglion cyst

1 Definition

Als Synovialzyste oder Ganglion bezeichnet man einen zystischen Pseudotumor im Bereich einer Gelenkkapsel oder einer Sehnenscheide.

2 Ätiologie

Die Ätiologie ist unklar. Als mögliche Erklärungsmodelle werden unter anderem die unspezifische Proliferation von mesenchymalen Zellen, die Degeneration von kollagenem Bindegewebe oder die Überproduktion von Hyaluronsäure durch Fibroblasten gehandelt. Als auslösender Faktor spielt häufig die Überbelastung des betroffenen Gelenks eine Rolle.

3 Epidemiologie

Die meisten Synovialzysten (ca. 70%) treten zwischen dem 25. und 40. Lebensjahr auf. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

4 Histologie

Synovialzysten sind mit Synovialepithel ausgekleidete Pseudozysten. Sie sind in der Regel mit klarer, seröser oder xanthochromer Flüssigkeit gefüllt, die reichlich Mukopolysaccharide enthält.

5 Klinik

Synovialzysten fallen als prall-elastische, meist indolente Vorwölbungen in Gelenknähe auf, die sich im Verlauf weniger Wochen entwickeln. Bei größeren Zysten oder Synovialzysten in der Nähe von Nerven oder Blutgefäßen kann es zu Funktionsbeeinträchtigungen und Schmerzen kommen.

Am häufigsten (60-70%) findet man Synovialzysten an der Dorsalseite des Handgelenks. Die zweithäufigste Lokalisation ist die palmare Seite des Handgelenks. An anderen Gelenken treten Synovialzysten seltener auf, zum Beispiel am Kniegelenk das Meniskusganglion.

6 Diagnostik

Die Diagnose lässt sich meist schon aufgrund der typischen Klinik stellen. Sonografisch fällt ein flüssigkeitsgefüllter, zystischer Hohlraum auf.

7 Therapie

Neu entstandene Synovialzysten können zunächst konservativ durch temporäre Immobilisation bzw. Schonung des betroffenen Gelenks in Kombination mit Antiphlogistika therapiert werden. Eine Ausnahme bilden Synovialzysten, bei denen eine Druckschädigung benachbarter Strukturen droht.

Besteht der Befund schon länger, sind konservative Maßnahmen in der Regel nicht erfolgreich. Durch Druck auf die Synovialzyste kann versucht werden, die in ihr enthaltene Flüssigkeit in das umgebende Gewebe auszupressen. Besser ist jedoch eine kontrollierte Punktion mit Ablassen der Flüssigkeit. Beide Methoden zeigen einen hohen Prozentsatz an Rezidiven, da die Ursache der Zystenbildung nicht beseitigt wird.

Rezidivierende Synovialzysten oder große Synovialzysten, die zu Funktionsbeeinträchtigungen führen, werden deshalb handchirurgisch durch eine Operation unter Lokalanästhesie enfernt. Auch nach einer OP kann es in ca. 5-10% der Fälle zu Rezidiven kommen.

Autoren: https://flexikon.doccheck.com/de/index.php?title=Synovialzyste&action=history

Quelle: https://flexikon.doccheck.com/de/Synovialzyste

Fachgebiete: Orthopädie

Das liegt daran, dass die Synovia kein "echtes" Epithel ist, sondern nur "epithelähnlich", weil die Basalmembran fehlt. Die Medizin ist halt voll von kleinen sprachlichen Schlampereien...
#2 am 20.12.2017 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Gast
Wie könnte eine Pseudozyste mit Synovialepithel ausgekleidet sein? Spricht die epitheliale Auskleidung nicht gegen eine Pseudozystenformation?
#1 am 20.12.2017 von Gast (Arzt | Ärztin)

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