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Subdurales Hygrom

Version vom 24. Mai 2016, 13:39 Uhr von Dr. Josua Decker (Diskussion | Beiträge)

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Englisch: Subdural hygroma

1 Definition

Als subdurales Hygrom bezeichnet man eine Ansammlung von Liquor cerebrospinalis im Subduralraum.

2 Ätiologie

Subdurale Hygrome entstehen zumeist nach einer Verletzung der Arachnoidea bei Schädel-Hirn-Traumata. Hierbei tritt Liquor in den Subduralraum ein und kapselt sich aufgrund des Ventilmechanismus der eingerissenen Arachnoidea zystisch ab. Man spricht dann auch von einem traumatischen bzw. posttraumatischen subduralen Hygrom.

Iatrogene Formen können nach neurochirurgischen Eingriffen (z.B. Anlage eines VP-Shunts oder Trepanation) auftreten.[1]

Selten können subdurale Hygrome auch angeboren sein oder spontan nach craniospinaler Hypotension auftreten.[2]

3 Symptomatik

Kleine subdurale Hygrome können asymptomatisch sein oder mit leichten Kopfschmerzen einhergehen. Ausgeprägtere Formen führen zu einer Verdrängung des Hirngewebes und können zu neurologischen Ausfällen führen. Eine akuter Verlust von Liquor cerebrospinalis bei der akuten traumatischen Form kann sich in plötzlichem Auftreten von Kopfschmerzen, Verwirrtheit und Lethargie äußern. Es handelt sich bei progredienter Symptomatik dann um einen neurochirurgischen Notfall, der sofortiger Entlastung bedarf.

4 Komplikationen

5 Diagnostik

Neben der Anamnese (Z.n. Schädel-Hirn-Trauma, neurochirurgische Eingriffe) ist der Einsatz von radiologischen Schnittbildverfahren (Computertomographie und MRT) zielführend.

Aufgrund der gleichen Dichteverhältnisse von Liquor im Subarachnoidalraum sowie des Anteils im Subduralraum kann die Diagnose vor allem hinsichtlich der Abgrenzung zur Hirnatrophie manchmal schwierig sein. Hierbei ist die Darstellung der Brückenvenen im Subduralraum hilfreich um die Lokalisation genau zu bestimmen.[4]

6 Differentialdiagnosen

  • Chronisches Subduralhämatom
  • Hirnatrophie mit erweitertem Subarachnoidalraum

7 Therapie

Bei symptomatischen chronischen subduralen Hygromen oder angeborenen Formen ist die Therapie der Wahl die neurochirurgische Entlastung mittels Drainage nach extern über ca. 7 Tage.[5]

Tritt die Symptomatik akut auf und zeigt sich progredient, so muss eine notfallmäßige Dekompression erfolgen um bleibende neurologische Ausfälle und eine Einklemmung zu verhindern.

8 Quellen

  1. Ki HJ et al. The Risk Factors for Hydrocephalus and Subdural Hygroma after Decompressive Craniectomy in Head Injured Patients, Korean Neurosurg Society, 2015, PMID 26539270
  2. Couch JR Spontaneous intracranial hypotension: the syndrome and its complications, Current Treating Options Neurology, 2008, PMID 18325294
  3. Lee KS The pathogenesis and clinical significance of traumatic subdural hygroma, Brain Injury, 1998, PMID 9653522
  4. Forsting J, MRT des Zentralnervensystems, 2006, ISBN: 3131372419
  5. Caldarelli M et al. Surgical treatment of chronic subdural hygromas in infants and children, Acta Neurochirurgie (Wien), 2002, PMID 12111491

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