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Subarachnoidalraum

Version vom 25. September 2017, 01:16 Uhr von Duc Le Viet (Diskussion | Beiträge)

Synonyme: Cavum subarachnoidale, Spatium subarachnoidale
Englisch: subarachnoid space

1 Definition

Der Subarachnoidalraum ist ein Spaltraum zwischen der Arachnoidea mater und der Pia mater. Da in ihm der Liquor zirkuliert, wird er auch als äußerer Liquorraum bezeichnet.

2 Anatomie

Der Subarachnoidalraum ist der größte zusammenhängende äußere Liqorraum. Im Subarachnoidalraum zwischen Arachnoidea und Pia mater liegen die zahlreichen oberflächlichen Arterien und Venen des Gehirns und Rückenmarks. Eine Ausnahme stellen die Brückenvenen dar, die vom Subarachnoidalraum durch Arachnoidea und Dura in die Sinus durae matris ziehen. Der Subarachnoidalraum steht über die Apertura lateralis und die Apertura mediana des 4. Hirnventrikels mit dem inneren Liquorraum in Verbindung, der von den Hirnventrikeln geformt wird. Er setzt sich entlang der Gefäße, die in das Innere des Gehirns ziehen, als sogenannter Virchow-Robin-Raum (Spatium perivasculare) fort.

Aus der Tatsache, dass die Arachnoidea die Sulci und Fissuren des Großhirns überspannt, ergeben sich liquorgefüllte Erweiterungen des Subarachnoidalraums, die Liquorzisternen. Zu den wichtigsten Zisternen gehören:

3 Klinik

3.1 Subarachnoidalblutung

Unter pathologischen Bedingungen können bei sog. Subarachnoidalblutungen (SAB) in den Zisternen Blutansammlungen nachgewiesen werden. Die SAB ist die häufigste nicht hypertoniebedingte Blutung. Sie entsteht infolge einer Ruptur von Aneurysmen und macht etwa 6–20 % aller spontanen intrazerebralen Blutungen aus. Eine SAB entsteht meist auf dem Boden einer aneurysmatischen Aussackungbevorzugt, bevorzugt im Bereich des Circulus arteriosus Willisii und in den proximalen Abschnitten von Arteria cerebri anterior (hier v. a. Ramus communicans anterior) und media lokalisiert. Eine Ruptur von Subarachnoidalarterien oder eines Aneurysmas kann z. B. durch plötzliche Blutdruckanstiege oder heftiges Pressen ausgelöst werden. Aber auch ein Schädel-Hirn-Trauma kann eine SAB verursachen (traumatische SAB).

3.2 Lumbalpunktion

Zur Gewinnung von Liquor zu diagnostischen Zwecken wird eine Liquorpunktion durchgeführt: Die vorwiegend benutzte Stelle für die Liquorentnahme befindet sich im Bereich der Cauda equina kaudal (Lumbalpunktion, Entnahme aus der Cisterna lumbalis des Subarachnoidalraums). Man geht meist mit der Nadel zwischen den Laminae der Wirbelkörper LIII und LIV oder LIV und LV ein. Der Bereich um die Cauda equina ist liquorgefüllt, denn der Spinalkanal mit Dura mater und Arachnoidea ist länger als das Rückenmark, das bei LWK I/II endet. Bei Punktion in Höhe LWK III/IV ist daher keine Verletzungsgefahr für das Rückenmark vorhanden. Die Einzelteile der Cauda equina (Vorder- und Hinterwurzeln der lumbosakralen Segmente) weichen der Nadel aus. Bei kleinen Kindern reicht das Rückenmark im Spinalkanal weiter nach kaudal. Hier kommt wegen der Verletzungsgefahr der Medulla oblongata jedoch nur in Ausnahmefällen eventuell eine Subokzipitalpunktion in Frage: Aus der Cisterna cerebellomedullaris kann Liquor entnommen werden, weil man mit der Punktionsnadel direkt kaudal vom Hinterhaupt einsticht. Für die Liquorentnahme muss man nach der Nackenmuskulatur die Membrana atlantooccipitalis, die Dura mater und die Arachnoidea in parietal-rostraler Richtung durchstechen.

Diese Seite wurde zuletzt am 25. September 2017 um 01:16 Uhr bearbeitet.

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