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Von der Stria vascularis wird die [[Endolymphe]] des [[Ductus cochlearis]] (Scala media) produziert. Sie ist reich an [[Kalium]]ionen und besitzt dadurch gegenüber der [[Perilymphe]] ein elektrisches Potential von 80 bis 90 [[Volt|mV]].  
  
Die Elektrolytkonzentration wird durch die Marginalzellen kontrolliert. Sie besitzen [[basolateral]] einen [[Na-K-2Cl-Cotransporter]] (NKCC1), der aktiv Kalium in die Marginalzellen befördert, die über [[Kaliumkanal|Kaliumkanäle]] am [[apikal]]en Zellpol in die Endolymphe ausströmen. Dadurch wird die Endolymphe mit Kalium angereichert, was die Grundlage der Potentialdifferenz zwischen Endolymphe und Perilymphe darstellt.
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Die Elektrolytkonzentration wird durch die Marginalzellen kontrolliert. Sie besitzen [[basolateral]] einen [[Na-K-2Cl-Cotransporter]] (NKCC1), der aktiv Kalium in die Marginalzellen befördert, die über [[Kaliumkanal|Kaliumkanäle]] [[KvLQT1]] am [[apikal]]en Zellpol in die Endolymphe ausströmen. Dadurch wird die Endolymphe mit Kalium angereichert, was die Grundlage der Potentialdifferenz zwischen Endolymphe und Perilymphe darstellt.
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Die basal der Stria vascularis anliegende Schicht von Fibrozyten besitzt ebenfalls den basolateralen NKCC1 und eine eine Natrium-Kalium-ATPase. Die Fibrozyten sorgen mit diesen beiden Proteinen dafür, dass die eigentliche Stria vascularis überhaupt die aus der Perilymphe stammenden Kaliumionen erhält. Diese werden über einen Kaliumkanal dann weiter an die Basalzellen und von dort über die Intermediärzellen in den [[intrastrialer Raum|intrastrialen Raum]] befördert. Das Kalium-Kanalprotein, über welches die Ionen diesen Raum erreichen heißt [[Kir4.1]].
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Bei einer Schädigung der NKCC1-Kanäle in der Stria vascularis (z.B. durch [[ototoxisch]]e Medikamente wie [[Schleifendiuretikum|Schleifendiuretika]]) kommt es zu einem signifikanten [[Hörverlust]].
 
Bei einer Schädigung der NKCC1-Kanäle in der Stria vascularis (z.B. durch [[ototoxisch]]e Medikamente wie [[Schleifendiuretikum|Schleifendiuretika]]) kommt es zu einem signifikanten [[Hörverlust]].
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* Speckmann, Hecheler, Köhling: Physiologie, 7. Auflage
 
[[Fachgebiet:Hör- und Gleichgewichtsorgan]]
 
[[Fachgebiet:Hör- und Gleichgewichtsorgan]]
 
[[Tag:Endolymphe]]
 
[[Tag:Endolymphe]]

Version vom 6. Januar 2021, 17:52 Uhr

1 Definition

Die Stria vascularis ist eine drüsenähnlich aufgebaute Zellstruktur des Innenohrs. Epitheliale und mesenchymale Zellen lagern hier eng aneinander und sind durch keine Basalmembran voneinander getrennt. Sie bildet einen großen Teil der lateralen Wand des Ductus cochlearis (Scala media).

2 Histologie

Es lassen sich in der Stria vascularis neben den Kapillaren drei Zelltypen unterscheiden:

Die Stria vascularis ist das einzige Epithel im menschlichen Körper, das Blutkapillaren besitzt.

Basal der Stria vascularis anliegend befindet sich eine Schicht von Fibrozyten. Diese stehen in Kontakt mit der Endolymphe.

3 Physiologie

Von der Stria vascularis wird die Endolymphe des Ductus cochlearis (Scala media) produziert. Sie ist reich an Kaliumionen und besitzt dadurch gegenüber der Perilymphe ein elektrisches Potential von 80 bis 90 mV.

Die Elektrolytkonzentration wird durch die Marginalzellen kontrolliert. Sie besitzen basolateral einen Na-K-2Cl-Cotransporter (NKCC1), der aktiv Kalium in die Marginalzellen befördert, die über Kaliumkanäle KvLQT1 am apikalen Zellpol in die Endolymphe ausströmen. Dadurch wird die Endolymphe mit Kalium angereichert, was die Grundlage der Potentialdifferenz zwischen Endolymphe und Perilymphe darstellt.

Die basal der Stria vascularis anliegende Schicht von Fibrozyten besitzt ebenfalls den basolateralen NKCC1 und eine eine Natrium-Kalium-ATPase. Die Fibrozyten sorgen mit diesen beiden Proteinen dafür, dass die eigentliche Stria vascularis überhaupt die aus der Perilymphe stammenden Kaliumionen erhält. Diese werden über einen Kaliumkanal dann weiter an die Basalzellen und von dort über die Intermediärzellen in den intrastrialen Raum befördert. Das Kalium-Kanalprotein, über welches die Ionen diesen Raum erreichen heißt Kir4.1.

Innerhalb der Stria vascularis herrscht eine elektrische Spannung von +100 mV bei einer Kaliumionenkonzentration von 1-2 mmol/l.

4 Klinik

Bei einer Schädigung der NKCC1-Kanäle in der Stria vascularis (z.B. durch ototoxische Medikamente wie Schleifendiuretika) kommt es zu einem signifikanten Hörverlust.

5 Quelle

  • Speckmann, Hecheler, Köhling: Physiologie, 7. Auflage

Diese Seite wurde zuletzt am 7. Januar 2021 um 12:26 Uhr bearbeitet.

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