Streptogramine

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1 Definition

Streptogramine sind eine spezielle Gruppe der Antibiotika, welche sich allesamt von der Substanz Pristinamycin ableiten. Prsitinamycin ist eine Substanz, die im Stoffwechsel des Bakteriums Streptomyces pristinae spiralis anfällt. Alle Antibiotika dieser Stoffklasse haben die Eigenschaft, hemmend bzw. störend auf die Proteinbiosynthese der zu bekämpfenden Krankheitserreger einzuwirken. Durch die immer weiter fortschreitende Resistenzentwicklung gegen die älteren Antibiotika erlangten die Streptogramine nach und nach mehr Bedeutung in der Therapie von bakteriellen Infektionen. Der entscheidende Nachteil der Streptogramine ist ihr im Vergleich zu Penicillinen und Makroliden wesentlich ungünstigeres Nebenwirkungsprofil. Es kommt häufig zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Gerade mitunter starke Gelenk- und Muskelbeschwerden werden regelmäßig beobachtet.

2 Vertreter

Die beiden mit Abstand wichtigsten und bekanntesten Vertreter aus der Gruppe der Streptogramine sind:

Weitere Vertreter sind:

3 Wirkungsmechanismus

  • Bindung an die die P-Stelle der 50S-Untereinheit des Ribosoms; dadurch kommt es zu einer sofortigen Hemmung der Elongation der Proteinbiosynthese
  • bei einzelner Anwendung erzielt man so eine bakteriostatische Wirkung, das heißt die Bakterien werden zwar nicht abgetötet, sie können sich allerdings nicht weiter vermehren
  • in einer Kombinationstherapie aus Quinupristin und Dalfopristin im Verhältnis 30:70 erzeugen diese Streptogramine allerdings sehr wohl auch eine bakterizide Wirkung, d. h. es werden auch bestehende Bakterienkolonien gezielt dezimiert. Als wahrscheinlicher Grund gilt hier eine durch das Dalfopristin hervorgerufene, dauerhafte Konformationsänderung der P-Stelle der 50S-Unterheinheit der Ribosomen
  • Gruppe-A-Streptogramine alleine blockieren die Donor- und Akzeptorstellen des Ribosoms. Eine Bindung dieser Streptogramine an das Ribosom kann demnach nur erfolgen, wenn sich derzeit keine Acetyl-tRNA am Ribosom befindet
  • Gruppe-B-Streptogramine können zu jeder Phase der Proteinbiosynthese an das Ribosom binden und eine weitere Synthese von Aminosäuresequenzen unterbinden

4 Anwendung

Es erfolgt eine intravenöse Gabe bei folgenden Krankheitsbildern:

5 Nebenwirkungen

Streptogramine hemmen die hepatische Monooxygenase CYP3A4, welche für den Abbau zahlreicher Arzneistoffe in der Leber zuständig ist. Dieser Vorgang ist dann herabgesetzt.

Autoren: https://flexikon.doccheck.com/de/index.php?title=Streptogramine&action=history

Quelle: https://flexikon.doccheck.com/de/Streptogramine

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