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Streptococcus equinus

Version vom 14. Dezember 2016, 19:24 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

Synonym: Streptococcus bovis

1 Definition

Streptococcus equinus ist ein grampositives Bakterium der Gattung Streptococcus, das zur Lancefield-Gruppe D gehört.

2 Eigenschaften

Bei Streptococcus equinus handelt es sich um fakultativ anaerobe, unbewegliche Erreger, die in Paaren oder kurzen Ketten angeordnet sind. Die Kultivierung gelingt am besten in einem Temperaturbereich von 35 bis 37 °C unter einer mit 5-10% CO2 angereicherten Atmosphäre. Auf festen Nährböden bildet Streptococcus equinus kleine, weiße, rundliche Kolonien mit klar definiertem Rand. Einige Stämme zeigen auf Blutagar eine α-Hämolyse - das Hämolyseverhalten ist jedoch uneinheitlich.

Die Katalase- und Oxidasereaktion ist negativ. Der Erreger verfügt über eine relativ hohe Salzresistenz. Ab einem Salzgehalt von 6,5% NaCl im Nährmedium erfolgt jedoch kein Wachstum mehr. Die Gallensalzresistenz ist höher - bis zu einer Konzentration von 40% im Nährboden wachsen die Keime noch.

Streptococcus equinus gehört zur Ordnung der Milchsäurebakterien. Es ist in der Lage, Glucose und Fructose durch Fermentation ohne Anwesenheit von Sauerstoff abzubauen.

3 Genetik

Das Genomvon Streptococcus equinus umfasst etwa 2.000 Kilobasenpaare (kb) und hat damit etwa die Hälfte des Genomumfangs von Escherichia coli.

4 Vorkommen

Streptococcus equinus ist als natürlich vorkommender Kommensale Bestandteil der Darmflora. Das Bakterium konnte u.a. aus dem Kot von Rindern, Pferden und Menschen isoliert werden.

5 Klinik

Die Pathogenität von Streptococcus equinus wird uneinheitlich beurteilt, da früher als Streptococcus equinus klassifizierte Arten heute der Art Streptococcus gallolyticus zugeordnet werden. In seltenen Fällen soll der Erreger Wundinfektionen, Septikämien oder Endokarditiden auslösen. Im Rahmen eines Colonkarzinom tritt Streptococcus equinus häufig im Blut auf. Bei einem positiven Erregernachweis im Blut sollte daher nach einem Colonkarzinom gefahndet werden.

Fachgebiete: Bakteriologie

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