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Stimmlippenkarzinom

Version vom 11. August 2008, 00:39 Uhr von 80.135.116.233 (Diskussion)

Synonyme: Stimmbandkarzinom, Glottiskarzinom
Englisch: vocal cord carcinoma

1 Definition

Unter einem Stimmlippenkarzinom versteht man einen malignen Tumor im Bereich der Stimmlippe. Er ist eine Form des Larynxkarzinoms.

2 Histologie

In den meisten Fällen handelt es sich um verhornende oder nicht-verhornende Plattenepithelkarzinome. Seltener werden Adenokarzinome oder gering oder undifferenzierte Karzinome beobachtet, Sarkome kommen nur äußerst selten vor.

3 Epidemiologie

Von einem Stimmlippenkarzinom sind vor allem ältere Patienten betroffen. Die Inzidenz ist in den letzten Jahren angestiegen.

4 Ätiopathogenese

Ein bedeutsamer Risikofaktor für die Entstehung eines Stimmlippenkarzinoms ist der Nikotinabusus. Aber auch Kanzerogene wie Benzol, Asbest oder aromatische Kohlenwasserstoffe können zur Entwicklung beitragen.

Zu den Vorstufen des Karzinoms gehören Pachydermien, Leukoplakien, die Laryngitis chronica sowie Larynxpapillome des Erwachsenen.

5 Klinik

Das Stimmlippenkarzinom führt frühzeitig zu Heiserkeit. Im Laufe der Zeit kann sich auch eine Dyspnoe entwickeln. Metastasen werden selten und spät beobachtet, da die Stimmlippen nur von wenigen Lymphgefäßen durchzogen werden.

6 Diagnostik

Bei der indirekten und der direkten Laryngoskopie zeigen sich eine einseitige Rötung und Verdickung der betroffenen Stimmlippe. Die Stimmlippe kann ulzeriert und mit Fibrin bedeckt sein.

In einem frühen Krankheitsstadium ist die Beweglichkeit der Stimmlippen noch nicht einschränkt. Eine Beweglichkeitseinschränkung wird erst beim Einwachsen des Karzinoms in den Aryknorpel beobachtet.

Im Rahmen der Laryngoskopie sollte eine Probeexzision durchgeführt werden. Mit der Stroboskopie kann eine eingeschränkte Schwingungsfähigkeit der Stimmlippe festgestellt werden.

Anhand eines Computertomogramms und eines Kernspintomogramms lässt sich das Ausmaß der Tumorinfiltration beurteilen.

Die Sonographie wird zur Suche nach Metastasen und zur Verlaufsbeobachtung genutzt.

7 Therapie

Bei einem T1-Stadium wird heute in der Regel eine endolaryngeale Laseroperation (Laserchordektomie) durchgeführt. Früher wurden eine Thyreotomie oder die konventionelle Chordektomie angewendet.

Es ist ebenfalls eine perkutane Radiatio mit einer Dosis von 60 Gy möglich, die zu einer guten Stimmqualität führt. Der Nachteil der Bestrahlung liegt darin, dass keine histologische Aufarbeitung möglich ist.

Die endolaryngeale Laserresektion wird bei Ausbreitung des Karzinoms auf die ventrale Kommissur und den ventralen Abschnitt der anderen Stimmlippe durchgeführt. Bei der beschriebenen Ausbreitung kann auch eine vertikale frontolaterale Teilresektion angewendet werden, die heute jedoch eher selten genutzt wird.

8 Prognose

Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei etwa 90%, wenn die Stimmlippe zum Zeitpunkt der Operation bzw. zum Zeitpunkt der Radiatio noch beweglich war.

Diese Seite wurde zuletzt am 23. Oktober 2012 um 18:28 Uhr bearbeitet.

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